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Test
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27.02.2016

Meinl Classics Custom Dark Cymbal Neuheiten 2016 Test

10“ Splash, 18“ China, 21“ Crash und 22“ Crash-Ride

Out of the Dark, into the Light

Passend zur dunklen Jahreszeit stockt Meinl seine noch recht junge Classics Custom Dark Serie um vier weitere Modelle auf und dürfte damit durchaus zur Stimmungsaufhellung bei einigen Liebhabern dieser schroff wirkenden Cymbals beitragen. Neben einem 21 Zoll großen Crash und einem 22“ Crash-Ride gibt es jetzt erstmals auch zwei Familienmitglieder aus der erweiterten Klangwelt der so genannten Effektbecken, und zwar ein 10“ Splash und ein 18“ China.

So ist dann seit der damals noch ein wenig befremdlich wirkenden Einführung des 20“ Classics Custom Dark Ride ein recht umfangreiches Sortiment entstanden, das sich mittlerweile durchaus dazu eignet, ein optisch imposantes und fast schon bedrohlich wirkendes Setup zu erstellen. Als Zielgruppe kristallisiert sich dabei die Art von Trommler heraus, die gerne mit Schmackes auf große Becken schlägt und kein Problem mit übergewichtigen Beckentaschen und jeder Menge robuster Hardware hat. Darauf jedenfalls deutet die Tatsache hin, dass Meinl die bisher verfügbare Auswahl an mit 16, 18, 19 und 20 Zoll recht großen Crashes um ein noch größeres erweitert. Da sich die Bezeichnung „Dark“ nicht nur auf das Design, sondern auch auf den Klang bezieht, machen diese Maße allerdings Sinn.

Details

Dass das Siegel „Made in Germany“ auch heutzutage noch für eine gewisse Qualität stehen kann, beweist Meinl schon seit vielen Jahren, und auch die hier vorliegenden Testbecken bestätigen den guten Ruf dieses Herstellers. Die größtenteils maschinelle Herstellung schmälert zwar ein wenig die individuelle Note, minimiert aber auch gleichzeitig die möglichen Auswirkungen menschlichen Versagens. Wie alle anderen bisher getesteten Becken dieser Serie, kommen auch die vier neuen Modelle makellos verarbeitet daher. Form und Gewichtung der in der Medium-Gewichtsklasse angesiedelten Cymbals dürfen als perfekt bezeichnet werden. Die exakt kreisrunden Löcher befinden sich genau in der Mitte der wohlgeformten Kuppen, und alle Kanten sind sanft abgeschliffen. Ausgangsmaterial ist eine B10 Bronzelegierung.  

Während die Oberseiten vollflächig und sehr gleichmäßig gerillt daherkommen, fühlen sich die Unterseiten spiegelglatt an und lassen gut die Vielzahl an unterschiedlich großen, maschinell erzeugten Hammermalen erkennen. Im Unterschied zu den hochglänzenden Namensvettern werden diese dunklen Varianten zusätzlich mit einem groben Werkzeug gehämmert. Die daraus resultierenden Dellen lassen sich gut ertasten und sorgen im finalen Herstellungsprozess für den speziellen Look. Überall da, wo sich die Vertiefungen befinden, bleibt die vorher vollflächig aufgetragene dunkle Beschichtung von dem scharfen Gegenstand verschont, der abschließend seinen destruktiven Job auf den Oberflächen verrichtet. Die so entstehenden, ungleichmäßig tiefen Kratzspuren sorgen bei längerer Betrachtung für ein gewisses Flirren im Auge. Fast könnte man meinen, die Dinger befänden sich in einer Art Dauerrotation.

Da es sich bei einem China-Becken ja eigentlich um ein stark gewölbtes Crash mit nach oben gebogenem äußeren Rand handelt, das dann zumeist „falsch“ herum am Stativ befestigt wird, befindet sich bei unserem Testexemplar die glatte Seite oben und die feinmaschig abgedrehte unten. Die Rillen reichen dort allerdings nur von der Mitte bis zum Knick, der Randbereich ist ebenfalls glatt. Des weiteren sorgt der eingeebnete Gipfel der Kuppe für einen besseren Halt in dieser umgedrehten Position. 

Aber egal, wie herum man sie nun aufhängt, wir horchen jetzt mal rein in die feschen Tigerbabys.

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