Hersteller_Meinl
Test
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16.11.2010

Meinl Byzance Jazz-Serie Test

Die türkische Fliegengewichtsklasse

Die traditionelle Beckenschmiedekunst ist ja bekanntlich sehr eng mit der Türkei und vor allem mit der Stadt Istanbul verbunden. Es sind eine Reihe Hersteller in der Stadt auf den beiden Kontinenten beheimatet. Auch die Firma Zildjian hat ihren Ursprung in der Stadt am Bosporus. So wurde zum Beispiel die “K Constantinople”-Serie, die stark von den alten türkischen Zildjians inspiriert ist, nach dem früheren Namen Istanbuls benannt. Im Hause Meinl bezog man sich bei der Namensgebung auf noch frühere Zeiten, als die Stadt noch Byzanz hieß. Damit wird schon deutlich, dass es sich hier um eine Serie mit einer starken traditionellen Ausprägung handelt, wobei die zum Test vorliegenden Byzance Jazz Becken ganz klar die legendären Swing- und Bebop-Sounds der 1950er- und 60er-Jahre zum Vorbild haben.

Die Firma Meinl hat in den letzten Jahrzehnten eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht. Wurden die Becken des süddeutschen Herstellers in den 70er noch als Anfängerinstrumente belächelt, setzte Meinl Mitte der 80er mit der Einführung der Serien Profile und Raker ein klares Statement in Richtung Profilager. Hier wurde bewusst auf die Rude- und 2002-Serien aus dem Hause Paiste geschielt und die Meinl-Becken schlugen sich im Vergleich sogar recht passabel. Seitdem brachte Meinl alle paar Jahre neue, innovative Serien auf den Markt, wobei man auch immer wieder mit neuen Materialien experimentierte. Zur Zeit bietet die Firma als einziger Hersteller vier verschiedene Bronze-Legierungen, nämlich B8, B10, B12 und B20 an. Da die B20-Spezialisten ja bekanntlich in der Türkei sitzen, eröffnete Meinl vor zehn Jahren eine Produktionsstätte im türkischen Samsun, um dort die Becken der Byzance-Serie auf traditionelle Art und Weise aus B20-Bronze gießen und hämmern zu lassen. Lediglich die finale Oberflächenbehandlung wird im deutschen Stammwerk in Gutenstetten durchgeführt. Die Byzance-Familie ist momentan in sechs Soundvarianten erhältlich, die sämtliche musikalische Einsatzbereiche abdecken und sich nicht nur klanglich, sondern auch optisch durch verschiedene Finishes voneinander unterscheiden. Es handelt sich dabei um die Serien Traditional, Brilliant, Dark, Extra Dry, Jazz und Vintage, wobei die letztgenannte nur ein einziges Becken (das 20“ Benny Greb Sand Ride) beinhaltet. Die Jazz-Serie ist seit 2007 erhältlich und gewann bereits im selben Jahr den M.I.P.A. (Musikmesse International Press Award), der als eine Art Grammy der Musikinstrumentenindustrie gilt. Ob diese preisgekrönten Becken tatsächlich mit den Schätzen vergangener Zeiten konkurrieren können, soll in diesem Test untersucht werden.

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