Gitarre Hersteller_Hotone
Test
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09.06.2016

Hotone Nano Legacy Purple Wind Test

Gitarren-Topteil

Plexi für Zwerge

Mit seinen Miniatur-Amps und -Effektpedalen hat sich der chinesische Hersteller Hotone inzwischen einen soliden Namen in der Szene erarbeiten können. Einige der Mini-Verstärker und diverse seiner Pedale haben ihre bonedo-Feuertaufe bereits hinter sich, durchweg mit guten bis sehr guten Ergebnissen.

Für das Purple Wind Mini Topteil stand laut Hersteller kein geringerer Pate als der legendäre Marshall Plexi Super Lead aus dem Jahr 1959, ein Klassiker der Verstärkergeschichte. Ob der violette Wind tatsächlich auch aus dem Winzling weht, soll unser Test zeigen.

Details

Optik/Verarbeitung

Das Topteil ist baugleich mit seinen vier Brüdern und unterscheidet sich optisch allein durch die Farbe der Front, in diesem Falle Violet. Mit seinen 128 mm x 60 mm x 75 mm (BxHxT) und 440 Gramm ist der Purple Wind-Verstärker ausgesprochen handlich, tadellos gefertigt und liefert ganze fünf Watt aus der integrierten Transistorendstufe. Das schwarz lackierte Gehäuse besteht aus Metall, dessen diverse Lüftungsschlitze das Innere vor Überhitzung schützen.

Links und rechts an der Front befinden sich zwei Metallbügel, die dem Verstärker als Tragegriffe und zusätzlichen Schutz dienen. Ein Blick auf die Bedienelemente zeigt fünf Potis, die mit Bass, Middle, Treble, Gain und Volume beschriftet sind. Cremeweiße Plastikknöpfe samt schwarzem Skalenstrich zeigen die exakte Reglerstellungen an und lassen ein genaues Justieren zu. Das Instrument wird links an der Front mit dem Verstärker verbunden, der An/Aus-Schalter sitzt rechts außen und bringt, einmal aktiviert, eine kleine gelbe LED zum Leuchten.

Für den benötigten Strom sorgt das mitgelieferten 18-Volt-Netzteil, dessen Anschluss sich natürlich an der Rückseite des Mini-Amps befindet. Und wo wir gerade dort sind, entdecken wir neben dem Boxenanschluss noch zusätzlich einen Kopfhörerausgang und einen seriellen Effekteinschleifweg. Das verwundert ein wenig, denn den erwarte ich bei dem geringen Verkaufspreis nicht unbedingt, aber weil er den Nutzwert des Winzlings um einiges steigert, wird er natürlich gerne genommen.

Der Amp kann übrigens auch ohne Box, also für die Umwelt geräuschlos nur mit Kopfhörer betrieben werden. Soll eine Box angeschlossen werden, lässt der entsprechende Ausgang ein Betreiben von 4-16 Ohm Cabinets zu.

Der Marshall Plexi Super Lead ist bekanntlich ein wahrer Klassiker der Britischen Amp-Schmiede, der von Musikern wie Angus Young, Eddie Van Halen, Jimi Hendrix, Jimmy Page, Ace Frehley, Matt Bellamy und zahllosen anderen verwendet wurde. Dabei liefert der originale Amp satte 100 Röhrenwatt, die die Bühnen dieser Welt, aber auch zahlreiche Trommelfelle nachhaltig haben erzittern lassen. Und weil nicht wenige Kollegen dieser Tatsache bleibende Schäden zu verdanken haben, kommt mir so ein 5-Watt-Amp gerade recht. Ob der Winzling mir allerdings tatsächlich den legendären Marshallsound in klein bieten kann, wird sich zeigen.

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