Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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09.09.2013

Harley Benton Digital Delay Test

Delay-Effektpedal

Digital-Delay mit analogem Sound

Das Harley Benton Digital Delay im bonedo-Test. -  Mit unserem heutigen Kandidaten wollen wir einen gnadenlosen Preisknaller durch die Mangel drehen. Ein Digitaldelay zum Preis von drei Albumdownloads bei iTunes! Für die jüngeren unter uns ist das mittlerweile nichts Außergewöhnliches mehr, aber damals, vor noch nicht allzu langer Zeit, hätte ich meine komplette Schallplattensammlung (und das ist einiges) zum Tausch anbieten können und hätte kein digitales Delay dafür erhalten. Jetzt bin ich eigentlich froh, dass ich meine Schallplatten noch habe und kein Digitaldelay der ersten Runde, denn das hätte seinen Wert von damals mit Sicherheit nicht behalten.

Ohnehin sind neue elektronische Geräte im Moment zu sehr günstigen Preisen zu haben, und die Pedale der Thomann Hausmarke Harley Benton setzen in dieser Kategorie klare preisliche Tiefpunkte. So weit die Zahlen, wie es mit der Qualität des Digitaldelays aus dem Produktangebot aussieht, erfahrt ihr im folgenden Test.

Details

Gehäuse/Optik

Wir hatten hier bei bonedo schon einige Harley Benton Pedale im Test, die mich davon überzeugt haben, dass mein Misstrauen bezüglich ihrer Stabilität unbegründet ist. Und wer denkt, dass es für 30 Euro nur Pappkisten gibt, die nach zwei kräftigen Tritten auseinanderfallen, den kann ich beruhigen. Unser Digitaldelay steckt in einem stabilen Metallgehäuse mit einer gummierten Unterseite und hält auf jeden Fall auch kräftigeren Gitarristeneinwirkungen stand, ohne zusammenzubrechen oder wegzurutschen. Auch der Schalter macht einen guten Eindruck, vor allem arbeitet er lautlos und zuverlässig, was man bei einem Pedal in dieser Preiskategorie nicht unbedingt voraussetzen kann. Klar, die Bauteile haben nicht unbedingt Boutique-Qualität, was bei genauem Hinschauen auch offensichtlich wird. So ist  an den weißen Potiknöpfen beispielsweise die schwarze Farbe an der Markierungslinie etwas verlaufen. Aber wer First Class erwartet, der muss auch First Class zahlen.

Das Harley Benton Digital Delay jedenfalls ist standardgemäß aufgebaut, die Regelmöglichkeiten finden wir in einer Reihe in der vorderen Hälfte der Oberseite, dahinter den Schalter mit der dazugehörigen roten LED. Wie einige andere Pedale der Marke ist auch unser Testmodell mit einer True Bypass Schaltung ausgerüstet. Das ist bei digitalen Geräten besonders von Vorteil, denn so durchläuft das Signal bei ausgeschaltetem Effekt nicht die AD/DA-Wandlung, sondern wird direkt an den Ausgang durchgereicht.

Seine Energie erhält das Pedal entweder von einer 9V-Batterie oder einem optionalem Standardnetzteil. Was den Stromverbrauch anbetrifft, gibt es seitens des Herstellers keine Angaben, aber bei einem Digitaldelay wäre ich mit Batteriebetrieb eher vorsichtig. Das Fach ist zwar gut zugänglich auf der Unterseite und ein schneller Wechsel ist auf jeden Fall möglich, aber digitale Effektgeräte fressen in der Regel sehr viel Strom, sodass man immer eine Ersatzbatterie dabei haben sollte. Sicherer ist es dann doch mit einem Netzteil, das an der rechten Seite angeschlossen wird. Dort findet man auch die Eingangsbuchse, der Ausgang liegt wie gewohnt auf der gegenüberliegenden Seite. Und davon gibt es nur einen, das heißt, unser Delay ist mono, aber Stereobetrieb wäre zu diesem Kurs dann doch zu viel des Guten. Aber mal sehen, was in zwei Jahren so angeboten wird. 

Bedienung

Mit drei Reglern wird das Echo eingestellt. Time regelt die Verzögerungszeit, Repeat bestimmt die Anzahl der Echowiederholungen und mit Level wird das Mischungsverhältnis zwischen Original- und Effektsignal gewählt. Unser Digitaldelay hat eine minimale Verzögerungszeit von 25 ms und bringt im Maximum 600 ms. Das ist zwar nicht der Knaller, aber für normale Delaysounds absolut ausreichend.

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