Test
4
10.08.2021

Gruv-X X-Click Extreme Cross Stick Percussion Accessory Test

Spannreifen-Erweiterung

Ein Click mit X!

Klack! Wer auf fette, holzige Rimclicks steht, greift in aller Regel zu Snaredrums mit 14 Zoll Durchmesser, idealerweise ausgestattet mit Holz- oder Gussspannreifen. Mit kleineren Snares sind Rimclicks natürlich ebenfalls möglich, sie klingen jedoch oft dünner und weniger prägnant, was sowohl am kleineren Abstand zwischen Fellauflagepunkt und Spannreifen liegt, als auch einfach an der kleineren Masse des Resonanzkörpers. 

Vor einigen Jahren hatte der US-Drummer Russ Miller die Idee, dieses Dilemma aufzulösen. Er entwickelte ein Zubehörteil namens Groove Wedge, welches von Yamaha produziert, mit dem Wechsel von Russ Miller zu Mapex jedoch wieder eingestellt wurde. In Kooperation mit dem US-Trommelbauer Bill Detamore von Pork Pie Drums bietet er es über seine Firma Gruv-X seit Kurzem wieder an. Was das modifizierte X-Click Extreme Cross Stick Percussion Accessory kann, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details & Praxis

Das X-Click besteht aus Ahorn und Kupfer

Die Konstruktion des Gruv-X X-Click ist sehr simpel und folgt grundsätzlich dem Originaldesign des Russ Miller Groove Wedge von Yamaha. Die Idee dahinter besagt, dass ein Rimclick- bzw. Cross-Stick-Sound dann besonders voll und fokussiert klingt, wenn der Abstand zwischen Fellauflagepunkt und Auftreffpunkt am Reifen möglichst groß ist. Der zweite Aspekt betrifft das Material. So wird Holzspannreifen ein besonders warmer und eben holziger Rimclicksound nachgesagt, während es bei einem 1,6mm-Stahlreifen auch klanglich etwas dünner und leiser zugehen soll. Beide Probleme möchte das Click-X lösen, ohne dass neue Spannreifen montiert werden müssen, was ja eine Änderung des Klangcharakters der Snare zur Folge hätte. So verwenden Russ Miller und Bill Detamore quasi einen Ausschnitt eines dicken Holzspannreifens als Grundlage ihres Produktes. Satte 24 Lagen Ahorn und zwei weitere Lagen Kupfer sollen für die gewünschten klanglichen Ergebnisse sorgen. Die Laminierung stellt sich dabei folgendermaßen dar: acht Lagen Ahorn - Kupfer – acht Lagen Ahorn – Kupfer – acht Lagen Ahorn. Die Länge beträgt etwa 22 Zentimeter. 

Für ein edles Äußeres ist unsere Testversion mit einer Außenlage Exotic Maple Burl ausgestattet, es kann jedoch unter vielen weiteren Holzfinishes, Folien und sogar Custom-Optionen gewählt werden. Damit die Konstruktion zu möglichst vielen Snares kompatibel ist, haben sich die Designer die „Mono Mounts“ ausgedacht. Dabei handelt es um zwei dreieckige, geschlitzte Aluminiumhalter, welche per Inbusschrauben an der Unterseite des X-Click montiert werden. Je nach Snaredrumgröße und Spannschraubenabstand können die Teile gedreht werden und lassen sich so an Snaredrums von 10 bis 15 Zoll anpassen. Die Verarbeitung ist absolut makellos, auch Verschleiß konnte ich während des Testbetriebs nicht feststellen.

Um herauszufinden, ob sich die Anschaffung des X-Click lohnt, musste es sich an drei Snaredrums bewähren. Zunächst habe ich es an meiner 14 x 4,5 Zoll großen Oriollo Phantom mit nahtlosem Aluminiumkessel, acht Spannböckchen und dünnen 1,6er Stahlreifen montiert. Das geht äußerst zügig und problemlos vonstatten. Es müssen nur zwei Spannschrauben herausgedreht werden, dann wird das X-Click auf dem Spannreifen platziert, anschließend steckt man die Spannschrauben hindurch und stimmt wie gewohnt. 

Höherer Auflagepunkt und deutlicher Effekt bei kleineren Snares

Klanglich ist zweifellos ein Unterschied auszumachen, das X-Click verleiht den Rimclicks einen etwas fokussierteren, tonal höheren Charakter als bei den dünnen Serienreifen. Das Spielgefühl gefällt mir gut, der erhöhte Auftreffpunkt erlaubt eine etwas bessere Stockkontrolle. Derselbe haptische Unterschied ergibt sich bei meiner 14 x 5,75 Zoll großen Tama Artwood Maple Snaredrum mit kräftigen Gussreifen. Auch hier ist eine Erhöhung der Tonalität festzustellen, bei der Klangqualität bin ich unentschlossen. Objektiv bewirkt das X-Click wieder einen etwas „festeren“ Sound, die Gussreifen-Rimclicks gefallen mir persönlich aber auch sehr gut. 

Den deutlichsten Effekt stelle ich bei der dritten Snaredrum, einer Yamaha Peter Erskine Signature 12x4 Maple, fest. Hier bewirkt das X-Click eine offensichtliche Verbesserung, sowohl was das Spielgefühl und den Klang, als auch die Lautstärke angeht. So hören sich die Ergebnisse an:

1 / 2
.

Verwandte Artikel

User Kommentare