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Test
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21.11.2016

AKG K872 Reference Headphones Test

Geschlossener Studiokopfhörer

Heute geschlossen

Der seit jeher für hochqualitative Kopfhörer bekannte österreichische Audiospezialist AKG hat mit dem geschlossenenen K872 Reference ein neues Spitzenmodell auf den Markt gebracht.

Auf diesen Testbericht habe ich mich besonders gefreut, da ich seit inzwischen einigen Jahren intensiv und glücklich mit dem AKG K812 arbeite. Den dazugehörigen Testbericht könnt ihr hier nachlesen. Meiner Ansicht nach handelt es sich hierbei um einen Ausnahmekopfhörer, mit dem einzigen Manko, dass er als Kopfhörer offener Bauart nicht zum Monitoring oder zum Arbeiten in einer lauten Umgebung geeignet ist. Sollte der geschlossene Zwillingsbruder K872 ähnlich überzeugende Wiedergabeeigenschaften aufweisen, gäbe es – mit Ausnahme vom Kontostand – kaum Argumente, den „Neuen“ nicht auf die Wunschliste zu setzen. Meine Erwartungshaltung ist also sehr hoch! 

Details

Bauweise

Der K872 ist ein dynamischer Kopfhörer in geschlossener Bauweise mit ohrumschließenden Ohrmuscheln, dessen Gewicht ohne Kabel mit satten 390 Gramm zu Buche schlägt – exakt wie der K812. Ein Faltmechanismus des Gehäuses zu Transportzwecken ist nicht vorhanden.

Verarbeitung

AKG lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass es sich beim K872 um ein Premiumprodukt handelt. Mit seinem Materialmix aus Aluminium, Echtleder, umhüllten Federstahl (Kopfbügel) und den kardanisch gelagerten Ohrmuscheln gleicht er dem K812 zu fast 100 Prozent. Neben dem kleinen „Made in Slovakia“-Aufkleber an der Innenseite des Kopfbandes (mein K812 wurde noch in Österreich gefertigt) unterscheidet sich das geschlossene vom offenen Modell erwartungsgemäß in der Konstruktion der Ohrmuscheln. 

Die Muscheln dichten die Wandler des K872 nach außen komplett ab, beim K812 dagegen sind die Ohrmuschelabdeckungen perforiert. Auch auf der Innenseite werden die Wandler von einem Mesh-Gewebe abgedeckt, beim K812 liegen diese nahezu frei. Die Verarbeitung ist tadellos und verspricht einen langlebigen Einsatz des Kopfhörers, dessen Bauteile dennoch bei Bedarf austauschbar sind.

Lieferumfang

Mein Hauptkritikpunkt bezüglich des Lieferumfangs beim offenen 812er war das Fehlen einer Transportmöglichkeit. Der neue K872 hingegen wird mit einer praktischen und robusten Transportbox ausgeliefert. Das ist viel wichtiger für den professionellen Anwender als der flotte Kopfhörerständer von Sieveking im Lieferumfang des AKG K812. 

Weiterhin wird der AKG Kopfhörer mit einem abnehmbaren, glatten und knickgeschützen Kabel von drei Metern Länge ausgeliefert. Laut Hersteller besteht dies aus sauerstofffreiem, „hochreinem Kupfer (OFC)“, welches für Audioanwendungen besonders geeignet sein soll. An einem Ende befindet sich das etablierte Duo aus vergoldetem 3,5mm-Klinkenstecker mit Schraubadapter auf 6,35mm, am anderen Ende ein dreipoliger LEMO-Anschluss. Wie bei den meisten Kopfhörern wird das Kabel ausschließlich an der linken Seite geführt. Zur Hilfe beim Anbringen neuer Ohrpolster ist ein kleines Werkzeug zur Befestigung beigelegt. Dieses habe ich bei meinem K812 bisher nicht vermisst und ist vielleicht ein erster Hinweis auf den anvisierten Einsatz des AKG K872 als Monitoring-Kopfhörer mit wechselnden Benutzern.

Technik und Kennzahlen

Die technischen Daten, welche in den Features am Ende dieses Testberichts explizit aufgelistet sind, entsprechen den Anforderungen an einen professionellen Kopfhörer der Spitzenklasse nicht nur, sondern übertreffen sie sehr großzügig. Erwähnenswert ist, dass AKG auch bei audiophilen Modellen den Trend zum niederohmigen Kopfhörer fortführt. Mit einer Nennimpedanz von 36 Ohm liefert der K872 an sämtlichen Zuspielern ein souveränes Bild ab und ist mit einer Empfindlichkeit von 112 dB SPL/V um 2 dB lauter als sein offener Zwillingsbruder. Der 1,5 Tesla Neodym-Antrieb und die 53 mm große Membran sind technische Besonderheiten der professionellen Spitzenmodelle von AKG. Dieser leistungsstarke Antrieb verspricht laut Hersteller eine beispiellose Wiedergabe.

Auf weitere Zahlenspiele möchte ich mich an dieser Stelle nicht einlassen, da technische Daten in den meisten Fällen so gut wie nichts über die Wiedergabequalitäten eines Kopfhörers aussagen, sondern potentielle Käufer auch gerne mal in die Irre führen. Meine ausführlichen Testeindrücke bezüglich der Wiedergabeeingenschaften erfahrt Ihr im folgenden Praxisteil dieses Testberichts.

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