Test
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18.11.2019

Zildjian FX Stacks Cymbals Test

Effekt-Becken Serie

Bi-Metall für Stack-Freunde

Zildjian FX Stacks lautet der Name unserer heutigen Testobjekte, alle fünf aktuell erhältlichen Größen hat uns der deutsche Vertrieb M&T geschickt. Nach wie vor erfreuen sich kurze, trashige Sounds bei Drummern allergrößter Beliebtheit, kein bedeutender Beckenhersteller kann es sich leisten, die gestapelten Becken zu ignorieren. Allerdings sind nicht alle Soundfreunde bereit, für ein kurzes „Ksch“ die gleichen Summen auszugeben wie für das edle Jazzride. Statt auf kostenintensivere, gehämmerte B20-Bronze zu setzen, begannen einige Firmen also, mit günstigeren, einfacher bearbeiteten Metallen zu experimentieren. Auch das Kombinieren unterschiedlicher Legierungen führte zu interessanten Ergebnissen. Ein gutes Beispiel dafür sind Paistes PSTX Modelle

Nun hat sich also auch Zildjian dieser Philosophie bedient. Stahl und Messing kommt bei den FX Stacks zum Einsatz, neu sind auch die speziellen Halterungen, welche statt der vorhandenen Stativdornen und Filze verwendet werden können. Damit sollen die FX Stacks zu echten Allroundern in Sachen „Trash“ werden, aber auch als Hi-Hat sollen sie eine gute Figur machen. Mal gucken, ob das stimmt. 

Details

Die FX Stacks bestehen aus Stahl und Messing

Aktuell gibt es die FX Stacks in fünf Größen, nämlich 8, 10, 12, 14 und 16 Zoll. Alle Modelle liegen mir zum Test vor, machen wir uns also ans Auspacken. In jedem der schicken Kartons verbergen sich jeweils zwei Becken, die spezielle Haltevorrichtung namens „Cymbolt“ sowie eine Montageanleitung, aber dazu später mehr. Zwei Dinge fallen direkt ins Auge: zunächst die Tatsache, dass die Becken in der Farbe variieren. Das untere Becken besteht nämlich aus Stahl, das Top-Becken hingegen ist aus der derselben Messinglegierung gefertigt wie die Low Volume Modelle von Zildjian. Optisch wird das obere Becken zudem von vielen, unregelmäßig gesetzten Bohrungen dominiert, deren Anzahl mit steigender Cymbalgröße zunimmt. Der Bohrungsdurchmeser ist jedoch bei allen Modellen identisch und beträgt etwa 13 Millimeter. Allerdings besitzen die FX Stacks noch ein paar weitere Besonderheiten. So werden alle Oberflächen nach der Bearbeitung sandgestrahlt, was ihnen einen leicht glitzernden Look und eine raue Haptik verleiht. Alle Top-Becken weisen ein relativ stark gewölbtes Profil auf, die maschinelle Hämmerung wird in regelmäßigen, konzentrischen Kreisen aufgebracht. Dasselbe gilt auch für die stählernen Bottoms. Merkwürdig: Beim 14er fällt die Hämmerungstiefe des Bottoms extrem gering aus, auf den ersten Blick wirkt es, als wäre überhaupt keine vorhanden. Ein recht konventionelles Abdrehmuster kommt bei den Oberseiten der Becken zum Einsatz, die Unterseiten bleiben hingegen glatt.

Bei den Bottom-Becken sticht das wesentlich flachere Profil ins Auge, die Ränder sind sogar komplett plan ausgeführt, um die Auflagefläche zwischen beiden Becken zu vergrößern. Da die genauen Gewichte bei solchen Becken nur wenig Aussagekraft besitzen, habe ich nur das 16er mal auf Digitalwaage gelegt. 1150 Gramm beim Bottom bewegen sich im Bereich eines mittelschweren Crashes beziehungsweise einer leichten Hi-Hat. 1030 Gramm zeigt die Waage beim – wohlgemerkt gelochten – Top an. Insgesamt gefällt mir die Verarbeitung ganz gut, allerdings sind einige Ränder nicht gut entgratet und daher etwas scharfkantig. 

Die Cymbolt-Halterung 

Natürlich lassen sich die FX Stacks Becken ganz herkömmlich auf Becken- oder Hi-Hat-Stativen befestigen, trotzdem hat sich Zildjian die spezielle „Cymbolt“-Halterung ausgedacht. Sie besteht aus einer etwa neun Zentimeter langen Metallröhre mit Außengewinde, an deren oberem Ende ein runder Kunststoffgriff befestigt ist. Mithilfe von vier Beckenfilzen lassen sich die beiden Cymbals des Stacks nun sowohl flächig aufeinander gelegt, als auch im Stile einer Hi-Hat montieren. Hat man sich für eine Konfiguration entschieden, fixiert man die Becken mit einer weiteren Rändelschraube auf der anderen Seite der Gewinderöhre. Diese geht bei einigen Exemplaren aus unserem Testkonvolut etwas schwergängig auf das Gewinde. Gleichzeitig lässt sich so der Anpressdruck und damit das Sustain und Spielgefühl des Stacks regulieren. Die ganze Einheit wird anschließend auf den nackten Haltedorn eines vorhandenen Beckenstativs gesteckt, wo sie sich frei drehen kann. 

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