Hersteller_Yamaha
Test
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05.01.2017

Praxis

Einen ersten Höreindruck des Yamaha Junior Kit Manu Katché vermittelt euch das folgende Video:

 

Die Hardware ist grundsolide und dennoch angenehm leicht

Das mitgelieferte Hardware-Set ist, wie von Yamaha gewohnt, qualitativ gut und zudem durch das geringe Gewicht leicht zu transportieren. Die fehlende Möglichkeit einer regulierbaren Spannung der Hi-Hat-Maschine ist zu verschmerzen, denn vermutlich wird man als junger – oder auch älterer – Besitzer eines solchen Sets nicht auf die Idee kommen, 15er Extra Heavy Hi-Hats zu verwenden, sondern eher mit kleineren, leichten Becken arbeiten. Auch die lediglich einfach ausziehbaren Beckenständer reichen locker so hoch, dass selbst große Erwachsene die für sich optimale Spielhöhe damit einstellen können. Die Fußmaschine läuft angenehm leicht und gibt ebenfalls keinen Anlass zur Kritik, letzteres gilt auch für den Snareständer. 

Im hohen Tuning fühlt sich vor allem die Snare wohl

Kleine Trommeln assoziiert man im allgemeinen mit hohem Tuning, also spanne ich die Felle auf Toms und Snare zunächst relativ stramm, gerade so, dass sie noch einen runden, vollen Ton erzeugen und nicht abgewürgt klingen. Das Bassdrum-Fell ist geschlossen, auf eine Dämpfung verzichte ich bei sämtlichen Trommeln komplett. Die relativ dünnen Felle erzeugen auf den Birkenkesseln in diesem Tuning einen konkreten Attack, der aber nicht allzu sehr dominiert und in einem gesunden Verhältnis zum Kesselton steht. Auch bei leichten Anschlägen mit Besen reagieren die Trommeln sensibel und klingen tonal schön definiert. Auffallend ist das im Vergleich zu den Racktoms verhältnismäßig lange Sustain des 13“ Floortoms. Hier hätten die 10“ und 12“ Toms durch die Ausstattung mit Y.E.S.S.-Aufhängung mit Sicherheit besser mithalten können, was sich positiv auf die Balance innerhalb des Sets ausgewirkt hätte. Die Bassdrum klingt etwas dumpf, was daran liegt, dass der eingearbeitete Dämpfungsring die Obertöne, die bei höherer Stimmung entstehen und dem Sound letztlich seinen Charakter verleihen, zu stark eliminiert. Für hohe, jazzige Tunings wäre ein ungedämpftes, weiß beschichtetes Fell die bessere Wahl. 

Die Snare gefällt mir ohne Dämpfung in dieser Stimmung sehr gut. Der singende Oberton verleiht ihr eine individuelle Note, und die Ansprache des Snareteppichs ist tadellos. Der trommelnde Nachwuchs wird sich darüber freuen, und auch in den Bereichen Hip Hop, Drum & Bass oder auch Reggae lässt sich damit sicher gut arbeiten, wenngleich die Rimclicks beim geringen Kesseldurchmesser von zwölf Zoll naturgemäß etwas mager ausfallen. 

In tiefer Stimmung kann das Set auch rocken

Nun will ich wissen, ob die Bude auch rocken kann und gehe mit der Stimmung ein gutes Stück runter. Die Bassdrum hat jetzt ein Loch im Resonanzfell, bleibt aber ohne zusätzliche Dämpfung. Lediglich Snare und Floortom bekommen jeweils ein kleines Stück eines ausgeschnittenen Fellrings als Dämpfung verpasst. Es zeigt sich bereits nach den ersten Schlägen, dass das Junior Kit auch mit einer tiefen Stimmung sehr gut zurecht kommt. Die Toms gefallen mir hier sogar besser als vorher. Tief und satt klingen die Trommeln, und die Unterschiede bezüglich des Sustains sind kaum noch wahrnehmbar. Die Bassdrum profitiert in dieser Stimmung vom vorgedämpften Fell und wirkt nun wesentlich druckvoller und attackbetonter, auch wenn sie aufgrund ihrer Größe natürlich kein Bassmonster ist. Die Snare spricht nicht so sensibel an wie in der hohen Stimmung, macht aber, wenn es nicht allzu filigran zur Sache geht, dennoch einen guten Job. Ihre Stärken kommen bei strammerer Fellspannung allerdings besser zur Geltung.

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