Hersteller_Yamaha 2012_Jahresrueckblick
Test
4
24.02.2012

PRAXIS

Dieses Set klingt anders als alle anderen Drumsets und besteht trotzdem völlig selbstverständlich in allen musikalischen Situationen. Kein Wunder, dass Yamaha daraus einen neuen Standard gemacht haben, nämlich das Club Custom. Maßgeblich für den neuartigen Sound verantwortlich sind das Holz, die Kesseltiefe und die Gratung.

Ähnlich wie bei alten Gretsch-Drums bestechen vor allem die Toms durch einen warmen, vollen Ton. Die runde Kante bietet dem Fell eine große Auflagefläche, was den Kessel kontrolliert in Schwingung bringt. Das harte Karpur-Holz mengt eine leicht dunkle Tonfärbung in den Sound und die kurzen Kessel sorgen für einen kompakten Punch, da die Luftmasse zwischen den Fellen schneller komprimiert wird als bei tiefen Kesseln. Das Ergebnis ist ein Drumset, das vor allem seinem Schöpfer Steve Jordan sehr gut gefallen dürfte, der eindeutig in der amerikanischen Soul- und Bluesmusik verwurzelt ist, denn die Trommeln verströmen viel vom Vibe des schwarzen Clubsounds.

Wieder ist Yamaha ein geschmackvoller Mix aus Punch, tiefem Bass und Attack gelungen, nur eben mit einer ganz eigenen Färbung. Etwas deutlicher als sonst tritt nämlich der trockene Charakter in den Vordergrund, ohne Sustain oder Volumen vermissen zu lassen. Das eignet sich exzellent für satte Hip-Hop-Grooves oder eben den modernen Popsoul. Mit ein bisschen Tuning-Geschick lässt sich aus der Bassdrum extrem viel Tiefbass herausholen, gleichzeitig kann der Attack minimiert werden, ohne dass die kurze Trommel dabei an Definition verliert. Zu sattem Punch ist das gute Stück bei angemessener Befellung trotzdem fähig. Die 13“ breite Hängetom klingt fast wie eine Snare mit gelockertem Strainer, nämlich präzise und durchsetzungsstark. Dabei schwingt der Kessel derart mit, dass sich die tiefen Frequenzen mit dem hohen Attack zu einem perfekten Klangvolumen verbinden. Das bewährte Y.E.S.S.-System tut sein übriges, denn auf einem Snareständer montiert kann die Tom ihre Qualitäten nicht ganz so gut entfalten. Insgesamt ist die kleine Trommel sehr gut kontrollierbar und spricht auffallend wenig an, wenn andere Instrumente spielen.

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