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21.03.2019

Punkten mit Besonderheiten und Exoten

Neben den Brot-und-Butter-Instrumenten empfiehlt es sich, ein paar Besonderheiten zur Verfügung stellen zu können. Außergewöhnliche Klangfarben frischen manchmal ganze Songs auf, selbst dann, wenn es nur einfach zu spielende, kurz vorkommende Signale sind. Ein Sitar-Klang im Outro, ein Darabouka-Beat im C-Part? Warum nicht? Und nicht zuletzt liefert besonderes Equipment Inspiration. Während der Schlagzeuger mit dem Engineer noch um den Snaresound kämpft, entsteht vielleicht mit der Ukulele im Aufenthaltsraum endlich das Lick, das diesen einen Song aus der Langeweile und Belanglosigkeit reißt. Es sind schon tolle Sachen dadurch entstanden, dass jemand einfach ein neues Instrument in die Hand nimmt und damit herumprobiert

Exoten-Equipment: Gitarre

Gitarristen lieben Kram. Na, habe ich einen Nerv getroffen? Alles, was Saiten und einen Hals hat, ist nicht vor ihnen sicher. Steht also irgendwo eine 12-String (akustisch oder elektrisch), ein Banjo, eine Mandoline, eine Shovel Guitar, eine Sitar, Saz, Balalaika oder natürlich eine Ukulele, dann könnt ihr euch sicher sein, dass so gut wie jeder Gitarrist a) interessiert hinschaut und b) entweder vorsichtig fragt, ob er mal dürfte oder direkt mit dem kurzen Ausruf „Ah, geil!“ die ersten Töne aus dem Instrument holt. Also: Kreativbooster Nummer eins. Und wenn nicht: ein Grund, ihn in den Pausenraum zu schicken und zu beschäftigen, wenn in Regie und Aufnahmeraum andere Dinge passieren.

Folgende Ideenliste hätten wir hier:

Amps und Speaker dürfen auch gerne mal exotische und besondere vor Ort sein. Gerne auch kleine, etwa ein Pignose oder ein kleiner, spezieller Vollröhrenamp. Auch besondere Lautsprecher sind dann und wann nicht falsch! Beispiele Amps/Combos:

Lautsprecher:

Gitarristen lieben nicht nur Instrumente und Verstärker, sondern auch Zubehör. Abgefahrene Pedale wie die BluBox, aber auch beispielsweise ein E-Bow sind klasse Ideen. Aber Achtung: Derartigen Kleinkram vielleicht nicht einfach in Mengen im Nebenraum rumliegen lassen, sonst wird es schnell auch mal weniger…

Ideen:

Übrigens lassen sich Gitarreneffekte ja auch nachträglich anwenden, wenn die Gitarristen schon längst wieder zuhause sind. Entweder beim Reamping für die Gitarre oder aber ganz andere Signale (Workshop: Gitarreneffekte im Mixdown benutzen).

Exotische und spezielle Instrumente und Zubehör: Bass

Dass Bassisten wenig experimentierfreudig sind, ist ein böses Gerücht. Fretless, Halbresonanz- oder Akustikbass sind auch mal einen Versuch wert. Schön also, wenn die sanfte Ballade mal mit etwas anderem in den Tiefen unterstützt werden kann als mit dem bundierten E-Bass. Mehrsaiter sind eher kritische Instrumente, die kaum jemand am ersten Tag sicher groovend beherrschen wird, der sonst nur EADG-Bässe spielt. Vorschläge:

Exoten: Tasten

Steht irgendwo ein Theremin, dann wird es ausprobiert. Es „pitch perfect“ zu beherrschen, gelingt nicht mal Violinisten oder anderen Fretless-Künstlern, aber für interessante Soundeffekte taugt es allemal. Unsere Ideen:

Und auch darüber hinaus steht natürlich die ganze Welt offen. Man denke nur an umfangreiche Modularsysteme …

Drums: "Advanced" und "Exotisches"

Tolles Rockdrumkit. Aber da ist dieser Song, der etwas Kompaktes, Knackiges verlangt? Toll ist, wenn ein Jazz-/Bar-/Miniset zur Verfügung steht, etwa mit 16er- oder 18er-Bassdrum. Und selbst wenn nicht: Eine kleine, knusprige 12“-Snare ist immer praktisch als Soundalternative. Auch Effektbecken sind spitze. Tamtams und Gongs… toll, aber leider sehr teuer…

Ideen:

Percussion

Nicht nur für die Trommler, sondern für alle: viiiel Percussion! Wenn man bedenkt, was Shaker, Schellenkränze, Bongos, Congas, Daraboukas, Djemben, Agogo-Bells, Triller- und Effektpfeifen, Holzblocks, Boomwhackers und dergleichen für wichtige Aufgaben in Songs übernehmen können und wie prominent sie den Sound einer Mischung, ja einer ganzen Band prägen können, dann kann man davon eigentlich nicht genug haben. Auch einfache Stabspiele sind eine willkommene Erweiterung – und oft gar nicht so teuer. Klassiker: das Glockenspiel!

Dementsprechend ist hier eine riesige Ideenliste:

  

Ein letzter Gedanke zu studioeigenen Musikinstrumenten

Musikinstrumente sollten immer top gewartet sein! Die Strat hat eine Saitenlage, dass man zwischen den Saiten und den Bundstäbchen Limbo tanzen könnte, die Alusnare hat verschlissene Felle und einen unrunden Hoop, ein „a“ des Analogsynths muss man halt ein wenig fester drücken als die anderen Tasten? Nein, so geht's nicht.

Und wenn man an der Ausstattung erkennt, welches Instrument der Studioinhaber spielt, weil dreiundzwanzig tolle Gitarren zur Verfügung stehen, aber nur ein olles Schülerschlagzeug, dem Resonanzfelle und vernünftige Hardware fehlen, dann läuft da was verkehrt.

 

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