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24.08.2017

Vic Firth Modern Jazz Collection Drumsticks Test

Verschiedene Drumstick-Modelle

Ein Herz für Jazzer

Vic Firth gilt als einer der renommiertesten Drumstick-Hersteller der Welt und ist als solcher natürlich bestrebt, mit unterschiedlichsten Handwerkszeugen die komplette musikalische Palette zu bedienen. Nachdem offenbar über die Jahre unzählige Prototypen für verschiedene Jazzdrummer entwickelt wurden, beschloss man nun, aus diesen Kreationen fünf Modelle auszuwählen, um sie als Modern Jazz Collection ins reguläre Programm aufzunehmen.

Mit Jeff Ballard, Greg Hutchinson, Joe McCarthy und Lewis Nash, allesamt prominente Vertreter des zeitgenössischen Jazz, standen bei der Auswahl gleich vier verschiedene Drummer beratend zur Seite, und dementsprechend vielfältig fällt die Kleinserie dann auch aus. Zwei verschiedene Hölzer kommen zum Einsatz, ein Modell mit Nylon Tip ist dabei, und auch bezüglich der Form der Spitzen und der Materialstärken ist die Palette bunt gemischt. Da sich all diese Aspekte bekanntlich mehr oder weniger stark auf den Klang des Ride-Beckens, welches bekanntlich das zentrale Instrument am Jazz-Drumset darstellt, auswirken, demonstrieren wir euch die Unterschiede anhand von Klangbeispielen. 

Details & Praxis

Rein äußerlich hinterlassen die Sticks einen sehr guten Eindruck

MJC1 bis MJC5 lauten die Bezeichnungen der Testkandidaten. Bis auf den Maple-Stock Nr. 4 sind alle Sticks aus Hickory-Holz gefertigt, wobei allen fünf Modellen eine makellose Verarbeitung bescheinigt werden kann. Die Stockenden sind jeweils in herkömmlicher Weise abgerundet. Alle Exemplare fallen exakt gerade aus und sind mit einer sauber aufgetragenen, dünnen Lackierung versehen. Neben dem schwarz-roten Firmenlogo prangt in Form eines roten Punktes das Erkennungsmerkmal der Modern Jazz Collection. Außer einer guten Verarbeitung ist auch das jeweilige Gewichtsverhältnis der beiden Stöcke eines Paares von großer Bedeutung, und hier zeigt sich ein weiteres Mal, dass bei Vic Firth auch in diesem Aspekt äußerst sorgfältig gearbeitet wird. Die Toleranzen betragen maximal ein Gramm, somit hat der Firmen-Slogan „The Perfect Pair“ durchaus seine Berechtigung.

Für die Soundfiles wählte ich ein relativ dünnes 24“ Paiste Formula 602 Ride-Becken aus den 60er-Jahren aus, da dieses erfahrungsgemäß sensibel auf unterschiedliche Stockvarianten reagiert. Im folgenden Soundfile hört ihr alle Modelle von Nr. 1 bis Nr. 5 hintereinander angespielt, im nächsten Abschnitt dann die Einzelaufnahmen.

Vic Firth MJC1

Der MJC1 Stock liegt in der Stärke zwischen 5A und 5B – ein Format, das häufig auch mit 55A bezeichnet wird. Der Übergang vom Schaft zur oval geformten Spitze, genannt Taper, ist mittellang, wodurch eine ausgewogene Balance erzielt wird. Insgesamt fällt der MCC1 m Vergleich zum 55A minimal länger aus.

Dem Ride-Becken entlockt der Stock ein breites, gleichmäßiges Frequenzspektrum, woraus ein warmer, weicher, angenehmer Klangteppich resultiert.

Modellbezeichnung: VFMJC1

Holzsorte: Hickory

Gewicht pro Stock: 51 / 52 Gramm

Länge: 40,96 cm (16 1/8“)

Durchmesser: 1,47 cm (.580“)

Form der Spitze: Oval

Vic Firth MJC2

Etwas dünner als ein 5A-Modell fällt der durch seinen langen Taper und die langgezogene pfeilförmige Spitze sehr elegant wirkende MJC2 aus. Aufgrund der griffseitigen Gewichtsverteilung spielt sich der 16 Zoll lange Stock sehr leicht. 

Durch die dünne Spitze klingt das Ride mit diesem Stock deutlich feiner, höhenbetonter und weniger satt als mit dem MJC1 Modell.

Modellbezeichnung: VFMJC2

Holzsorte: Hickory

Gewicht pro Stock: 48 / 48 Gramm

Länge: 40,64 cm (16“)

Durchmesser: 1,4 cm (.550“)

Form der Spitze: Arrow

Vic Firth MJC3

Als Vorlage für den MJC3 Stock diente ein 8D-Modell – traditionell bei Jazzern sehr beliebt –, welches leicht verlängert wurde. Aufgrund des mittellangen Tapers entsteht ein ausgewogenes Feeling, die Spitze ist bei diesem Modell oval. 

Der MJC3 Stock produziert auf dem Ride einen Sound, der prinzipiell dem schwereren MJC1 Modell ähnelt, aber durch eine Reduzierung der tiefen Frequenzen etwas schlanker wirkt. 

Modellbezeichnung: VFMJC3

Holzsorte: Hickory

Gewicht pro Stock: 49 / 49 Gramm

Länge: 41,43 cm (16 5/16“)

Durchmesser: 1,37 cm (.540“)

Form der Spitze: Oval

Vic Firth MJC4

Nicht nur am etwas helleren Farbton kann man das einzige Maple-Modell unter den Testkandidaten erkennen, auch das Verhältnis zwischen Durchmesser und Gewicht fällt aufgrund der geringeren Dichte des Ahornholzes anders aus. Somit wiegt der Stock, bezüglich der Stärke immerhin auf 5B-Niveau und zudem relativ lang, nicht mehr als der wesentlich filigranere MJC2 aus Hickory. Von den anderen Modellen der Modern Jazz Collection unterscheidet sich  der MJC4 auch durch die kleine, faßförmige Spitze.

Beim diesem Stock hört man auf Anhieb, dass hier eine andere Holzsorte auf das Ride-Becken trifft. Obwohl die ganz hohen Frequenzen schwächer ausgeprägt sind als bei den Hickory-Modellen, setzen sich die Stockaufschläge deutlich vom Body ab, wodurch der Sound insgesamt klar und aufgeräumt wirkt. 

Modellbezeichnung: VFMJC4

Holzsorte: Maple

Gewicht pro Stock: 47 / 48 Gramm

Länge: 41,59 cm (16 3/8“)

Durchmesser: 1,51 cm (.595“)

Form der Spitze: Barrel

Vic Firth MJC5

Das MJC5 Modell ist im Test der einzige Stock mit einer Nylonspitze, deren Form in diesem Fall einer Mischung aus Barrel (Faßform) und Oval Tip entspricht. Die Stärke ist identisch mit dem MJC3 Stock, allerdings wurde die Länge gegenüber diesem etwas reduziert. Ein mittellanger Taper sorgt für eine angenehme Gewichtsverteilung des Hickory-Stocks.

Die Nylonspitze des MJC5 Modells vermag, im Vergleich zu den anderen Testkandidaten, besonders die Höhen stärker aus dem Ride-Becken heraus zu kitzeln. Ansonsten ähnelt die Klangcharakteristik dem MJC3 Stock.

Modellbezeichnung: VFMJC5

Holzsorte: Hickory

Gewicht pro Stock: 47 / 48 Gramm

Länge: 40,64 cm (16“)

Durchmesser: 1,37 cm (.540“)

Form der Spitze: Barrel/Oval (Nylon)

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