Test
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27.01.2018

Praxis

Klang

Kommen wir nun zu einem der fundamentalsten Merkmale einer Abhöre, nämlich dem Klang. Mit einem Frequenzgang von 5 Hz bis 30 kHz bietet der DXP ein besonders weitläufiges und hoch aufgelöstes Spektrum. Mit einem maximalen Kernschalldruck von 115 dB und einer Nennimpedanz von 32 Ohm sorgt der 50-Millimeter-Mylar-Treiber außerdem für die nötige Lautstärke, die auch bei aufgerissen Volumeregler nicht verzerrt.

Die eigenentwickelte und patentierte „S-Logic Plus Technologie“ hat nicht nur einen positiven Einfluss auf das Stereobild und die Tiefenstaffelung, sondern transportiert auch das Hörempfinden eines Lautsprechers. Aus diesem Grund und weil durch diese Technologie etwa 3 bis 4 dB Schalldruck eingespart werden, um dieselbe Lautstärke zu erzielen, ist laut Hersteller ein längeres und dementsprechend ermüdungsfreies Arbeiten möglich, was vor allem auch das Hörorgan schont.

Der für einen DJ-Kopfhörer wichtige Bassbereich ist differenziert und druckvoll, ohne zu sehr zu färben. Auch die Höhen und Mitten wirken klar und detailreich. Besonders hervorzuheben ist auch das detailreiche Stereobild und die Ortbarkeit. In puncto Tiefenauflösung macht das Produkt aus Bayern zudem eine überdurchschnittliche gute Figur.

Insgesamt ist dieses professionelle Werkzeug klanglich so abgestimmt, dass es nicht nur den Ansprüchen eines DJs gerecht wird, sondern man den Kopfhörer auch anderweitig nutzen kann. Vielleicht ist er nicht die erste Referenz im Studio, aber sicherlich ein sehr nützlicher Helfer, um mögliche Schwächen beim Mixing gegenzuprüfen.

Abschirmung und Tragekomfort

Eine weitere Kernkompetenz eines brauchbaren DJ-Kopfhörers sollte die Abschirmung von Umgebungsgeräuschen sein. Der Ultrasone Signature DXP ist als dynamisch, geschlossener Kopfhörer konstruiert. Die beiden Kapseln umschließen das gesamte Ohr, wir sprechen hier also von sogenannten Over-ear Headphones. Durch diese Bauform sorgt er für eine ausgezeichnete Isolation im DJ-Booth. Ein wichtiges Merkmal in diesem Zusammenhang ist der vorhandenen hohe Anpressdruck am Kopf bzw. am Hörorgan. Mit einem sehr geringen Gewicht von ca. 290 g gehören diese DJ-Headphones zu den leichteren Vertretern ihrer Spezies. Ich empfinde den Tragekomfort auch durch die bequeme Polsterung an Kopf und Ohr sowie durch die hochauflösende Klangwiedergabe als sehr ansprechend.

Ultrasone Signature DXP vs. Sennheiser HD 25

Um eins gleich klarzustellen, natürlich ist dieser Vergleich etwas unfair, da der Sennheiser HD 25 mit etwa 150 Euro deutlich günstiger zu erwerben ist. Nichtsdestotrotz, wer sich auf dem Markt für DJ-Kopfhörer etablieren möchte, muss es mit dem allzeit beliebten und weit verbreiteten Produkt aus dem Hause Sennheiser aufnehmen. Die Ikone ist seit mehr als 25 Jahren erfolgreich auf dem Markt erhältlich und war ursprünglich für den Rundfunk entwickelt worden. Durch erstklassige Eigenschaften wie einem neutralen Frequenzgang sowie einen angenehmen Tragekomfort, einen sehr hohen Anpressdruck und eine robuste Bauweise hat er sich auch zu einem beliebten Standardwerkzeug im DJ-Bereich gemausert.

Ein signifikanter Unterschied ist, dass der Sennheiser HD-25 als On-ear Kopfhörer konzipiert ist, die Ohrmuscheln sitzt direkt auf dem Hörorgan auf. Das Modell aus dem Hause Ultrasone ist dagegen wie bereits angesprochen ein Over-ear Kopfhörer, die Ohrmuschel umschließt bei dieser Bauart das Hörorgan. Der Klassiker hat unter Beweis gestellt, dass er in puncto Dämpfung und Abschirmung die Latte weit nach oben hängt. Aber auch der DXP kommt hier auf die volle Punktzahl. Ich persönlich empfinde den Over-ear Bauweise sogar als bequemer, insbesondere das Umschließen des Ohres fühlt sich weniger beengend an, trotz einer vergleichbaren Isolation.

Durch die Möglichkeit, die Headphones der bayrischen Manufaktur kompakt und flexibel zusammenklappen zu können, der Option, die praktische Transportbox zu nutzen und die beiden Kabelvarianten leicht auszutauschen, sammelt das seit Ende 2017 erhältliche Produkt weitere Pluspunkte. Der einzige Wermutstropfen ist, dass sich das Gelenk des DXP nicht vertikal verstellen lässt. Für mich persönlich wäre so ein optimales Abhören auf einem Ohr möglich.

Klanglich empfinde ich das gesamte Klangbild des HD-25 als etwas unaufgeregter. Der DXP klingt dagegen breiter, satter und angepasster an aktuelle Mischungen moderner Musikveröffentlichungen. Verantwortlich hierfür ist die bereits angesprochen exzellente Wiedergabe der räumlichen Ebene sowie des Stereobildes.

Der DXP klingt einfach vieldimensionaler und man hat das Gefühl, auf einer Bühne zu stehen. Auch der Bassbereich ist klarer und druckvoller, insbesondere bei Club-Musik kommt entsprechend Stimmung auf. In diesem Vergleich darf man fairerweise aber auch nicht vergessen, dass der Sennheiser HD-25 mehr als zweieinhalb Jahrzehnte auf dem Buckel hat und somit auch klanglich aus einer anderen Ära stammt. Ein Hinterfragen lang bewährter Werkzeuge und ein Öffnen gegenüber neuen Produkte ist also durchaus sinnvoll.

Allrounder

Der DXP kann durchaus auch als Allrounder bezeichnet werden. Er ist nicht nur flexibel als DJ und Lifestyle-Kopfhörer einsetzbar, sondern bietet sich auch für die Arbeit im Studio an. Durch die geschlossene Bauweise sorgt er nicht nur für eine bestmögliche Abschirmung, sondern lässt auch nur sehr wenig Schall nach außen dringen. Was übrigens auch ein großer Vorteil im öffentlichen Raum ist, da man seine Mitmenschen so nicht belästigt. Um ein Übersprechen bei der Aufnahme zu vermeiden, kommen bei Aufnahmen daher auch Modelle dieser Bauweise zum Einsatz. Viele Instrumentalisten und Sänger mögen keine typisch nüchtern ausgelegten Studiokopfhörer, sondern Fabrikate, die eine gewisse Empfindungsebene mit warmem und breitem Klangbild übertragen. Des Weiteren kann man ihn als alternative Referenz nutzen, um insbesondere den Bassbereich zu prüfen oder einfach Spaß beim Jammen und Musikmachen zu haben. 

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