Test
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08.09.2019

Praxis

Trashiger Sound mit hoher Auflösung

Im Einsatz bestätigen sich meine Vermutungen bezüglich Sounds und Spielbarkeit der Blast Extra Dry Becken. Sowohl die Crashes als auch die Hi-Hats sprechen unmittelbar an und entfalten ihr Potenzial schon bei geringer Anschlagstärke. Durch die massive Hämmerung besitzen sie große Mengen „Trash“, also einen tendenziell tonlosen Sound mit vielen Rauschanteilen. Gleichzeitig wirkt keines der Becken matschig oder undefiniert, was wahrscheinlich auf die besondere Fertigungsart zurückzuführen ist. Stattdessen fallen die Extra Drys mit einer mittigen, „festen“ Grundtonalität auf, die es auch bei anderen Ufips zu hören gibt. Darüber hinaus lösen sie im Ausklang sehr hoch auf, was ihnen - trotz des „Drecks“ - durchaus edlen Charakter verleiht. Vor einiger Zeit hatte ich die Ufip Est.1931 Becken hier zum Test, die Blast Extra Dry können klar als rauschigere, explosivere Geschwister durchgehen. 

Die Crashes: viel Trash, gute Abstimmung

Bei den ersten Schlägen auf die Blast Extra Dry Crashes fühle ich mich sofort an meine Sabian HHXtreme Crashes erinnert. Hier geht es explosionsartig zur Sache, aufgrund der geringen Masse gehen die Becken sofort auf und verklingen schnell. Damit erinnern sie natürlich ein bisschen an China-Becken. Aufgrund ihrer schwach ausgeprägten Tonalität lassen sich die Cymbals in vielen musikalischen Kontexten verwenden, wo eben eher ein Rauschen statt eines metallischen Akzents passt. Im Verbund mit anderen, klarer klingenden Crashes bekommt man so ein sehr vielseitiges Crash-Becken-Setup. Was die Extra Dry Crashes nicht wirklich gut können, sind klare Ride-Sounds. Einzig das 20er liefert Ansätze der typischen Stick-Definition, die Kuppen jedoch wirken wiederum extrem integriert und besitzen damit kaum glockige Klanganteile. Dies bringen so dünne und stark gehämmerte Becken aber nun einmal mit sich. Wer auf der Suche nach klassischen Crashride-Fähigkeiten ist, wird woanders besser bedient. Sehr gut gefällt mir die Abstimmung der vier Becken zueinander. 

Gute Mischung aus Tightness und „retro“: die Hi-Hats 

Wie fast alle leichten Hi-Hats, sprechen unsere Blast Extra Dry Modelle sehr schnell an. Gleichzeitig besitzen sie, geöffnet gespielt, die gleiche raue Explosivität wie ihre Kollegen aus der Crash-Abteilung. Anders als einige Konkurrenzprodukte, wirken die Ufips jedoch nicht zu weich und undefiniert. Im Gegenteil verfügen beide Größen über einen eher mittigen Grundton, der ihnen nicht nur einen klassischen, funky Charakter verleiht, sondern auch dafür sorgt, dass die Hi-Hats im Kontext mit anderen Instrumenten nicht vorzeitig untergehen. Auch der präsente Chick-Sound beim Treten gefällt mir sehr gut. Während die 15er erwartungsgemäß etwas dunkler und trashiger daher kommt, wirkt die 14er noch etwas leichtfüßiger und klarer. Je nach Geschmack können die beiden Instrumente durchaus als Allrounder mit Retro-Einschlag durchgehen.

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