Gitarre
Test
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05.06.2015

Two-Rock Bi-Onyx Test

Röhrenverstärker Topteil

Ehrlich röhrt am besten

Der Two-Rock Bi-Onyx im bonedo-Test - Mit dem Two-Rock Bi-Onyx hat sich ein zweikanaliger Boutique-Amp der Oberklasse zum Test eingefunden, der mit einer schnörkellosen Architektur, zwei komplett getrennten Kanälen, einem Federhall und genau genommen einem tatsächlichen Extra aufwarten kann. Wenn Gitarristen wie John Mayer oder Joe Bonamassa Two-Rock Amps auf der Bühne und im Studio benutzen, dann setzen sie auf die Qualität der handgefertigten Verstärker aus dem kalifornischen Rohnert Park, einer Stadt etwa 80 km nördlich von San Francisco.

1999 gegründet, ist die Marke bis heute nicht unbedingt jedem Gitarristen ein Begriff, zumal es die edlen Combos und Tops verständlicherweise nicht zum Schnäppchenpreis gibt. Um so gespannter bin ich, was das Bi-Onyx Topteil von anderen zweikanaligen Röhrenamps unterscheidet und ob und wo sich die Investition von runden zweieinhalbtausend Euro tatsächlich auszahlt.

Details

Gehäuse/Optik

Das Topteil kommt mit schwarzem Tolex-Überzug und Schonern aus Metall an allen Ecken. Das Bedienfeld findet man oben an der Frontseite über einer Fläche mit Boxenbespannstoff, die von einem weißem Keder umrahmt wird. Für stabilen Halt auf den Lautsprecherboxen sorgen vier große Gummifüße, die gegenüberliegende Oberseite bietet einen Kunstledergriff, mit dem sich der 19 kg schwere Verstärker gut ausbalanciert tragen lässt.

Eine mit Gitter versehene Öffnung in der Rückwand erlaubt den Blick auf die glühenden Glaskolben. Hier sind fünf 12AX7 und zwei EL34 im Einsatz. Wer eher die 6L6 Variante vorzieht, der kann die EL34 recht unproblematisch gegen seine Wunschkolben austauschen, denn es gibt einen sogenannten Tube-Compliment-Schalter der in der entsprechenden Stellung die Röhrensockel mit den nötigen Spannungen und Belegungen versorgt. Der Schalter hat eine eingebaute Sicherung, damit man nicht versehentlich die falsche Wahl trifft - man muss ihn ziehen, dann erst lässt er sich umlegen. Danach ist allerdings eine neue Justierung des Bias notwendig, bevor man mit dem neuen Paar Endstufen aufs Spielfeld gehen kann. Der Amp macht einen sehr soliden Eindruck, die Regler sind stabil verankert und alles ist absolut roadtauglich.

Bedienfeld

Der Name verrät es bereits, der Bi-Onyx hat zwei komplett getrennt regelbare Kanäle, deren Regeleinheiten am Bedienfeld übereinander angeordnet sind. Jeder Kanal verfügt über identische Parameter, die Unterschiede liegen in der Struktur des jeweiligen Grundsounds.

Ganz traditionell ist auch hier der Clean-Kanal für die unverzerrten Klänge zuständig, während der Lead-Channel härter zur Sache geht. Pro Kanal steht eine Dreiband-Klangregelung aus Bass, Middle und Treble zur Verfügung, für den Zerrgrad ist der Gain-Regler zuständig und die Endlautstärke des jeweiligen Kanals bestimmt das Master-Poti. Die Kanalumschaltung übernimmt der Master-Regler des Lead-Kanals, der als Push/Pull-Poti ausgelegt ist. Bei herausgezogenem Regler ist der Lead-Kanal aktiviert und die untere Kontroll-LED leuchtet rot. Beim cleanen Kanal leuchtet die obere LED blau. Neben den Master-Potis finden wir die Regelmöglichkeiten für die Boost-Funktion, ebenfalls per Push/Pull aktivierbar. Der Booster sitzt hinter der Gainstufe und hebt bei Bedarf die Lautstärke für Soloaktionen etwas an. Der Bi-Onyx ist mit einer klassischen Hallspirale bestückt, der Effekt wird per Reverb-Regler dem Originalsound beigemischt. Auf der Rechtsaußen-Position finden wir schließlich den Contour-Regler, der direkten Einfluss auf den Klangcharakter des Kanals nimmt. In der 12-Uhr-Position ist er neutral, dreht man ihn nach links, werden die Höhen leicht abgesenkt und die Bässe und tiefen Mitten angehoben. Man erhält so einen eher Vintage-mäßigen Ton, während bei Werten nach 12 Uhr der Sound moderner wird, der Bassbereich wird straffer und die Höhen etwas angehoben. Experimentieren mit dem Contour-Poti ist angesagt, und zwar, bevor man mit der Klangregelung arbeitet, denn mit ihm lässt sich der Amp sehr gut an scharf klingende Gitarren oder Lautsprecherboxen anpassen.

Rückseite

Der Bi-Onyx ist mit fünf Lautsprecheranschlüssen bestückt, wodurch alle erdenklichen Kombinationen mit einer oder zwei Lautsprecherboxen möglich werden. Weiterhin finden wir auf der Rückseite auch die Anschlüsse (Send, Return) für den integrierten passiven Effektloop, der seriell zwischen Preamp und Endstufe geschaltet ist. Der Hersteller empfiehlt hierfür zur besseren Signal-Anpassung Effektgeräte mit Buffer-Amp zu verwenden. Rechts wartet der Anschluss auf den mitgelieferten Dreifach-Fußschalter, mit dem man knackfrei die Kanäle umschalten und für jeden Kanal einzeln den Boost aktivieren kann.

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