Test
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30.03.2018

Twisted Electrons Crazy8 Beats Test

Drumsequenzer

Stay Crazy

Twisted Electrons Crazy8 Beats Test. (Foto: Mijk van Dijk)

Und es geht Schlag auf Schlag: Kaum hat sich der Twisted Electrons Crazy8 mit den Euroracks dieser Welt verknüpft, schiebt der französische Hersteller aus Nizza schon den Crazy8 Beats nach. Das Bedienkonzept wirkt zunächst ähnlich, aber es gibt sehr gravierende Unterschiede. Optisch unterscheidet sich der Drumsequenzer vom Crazy Bruder durch 16 weiß-hintergrundbeleuchtete Pads, anstatt einer angedeuteten Tastatur. Außerdem liegen alle Anschlüsse auf der Oberseite, denn der kleine Taktgeber kann problemlos auch in ein Eurorack geschraubt werden.

Details

Der Crazy8 Beats ist ein achtspuriger hybrider Drumsequenzer, der seine Sequenzen sowohl digital (MIDi) als auch analog (Trigger/CV) ausgibt, ebenso auch die Clock, die er per Trigger oder MIDI sendet oder empfängt. Er lässt sich als autarkes Desktopgerät wie auch als 40HP Eurorack Modul betreiben. Dazu muss einfach nur der Boden abgeschraubt werden, dort liegt ein Flachbandkabel zum Anschluß im Eurorack bereit. Wegen genau dieser Anwendung ist die Oberseite im Gegensatz zu anderen Twisted Electrons Desktopteilen wie Crazy8  oder Acid8 mit Miniklinkenbuchsen gepflastert, als da wären von links nach rechts: Netzteilanschluss (12 Volt, 100 - 240 Volt, kompatibel mit Acid8 und Crazy8), Trigger Sync in und out, acht Trigger und acht CV-Ausgänge, einmal MIDI in und zweimal MIDI out. Zwei der Twisted Electrons-üblichen MIDI-Adapterkabel liegen bei, so dass problemlos MIDI-Geräte mit 5-Pol-DIN-Anschluss verbunden werden können.

Und endlich gibt es nun auch, neben dem Netzteilanschluss, einen ganz unscheinbar kleinen Power-Button zum Ein-und-Ausschalten. Danke dafür. Aufgrund der obenliegenden Anschlüsse ist der Crazy8 Beats denn auch etwas tiefer als die Brüder Crazy8 und Acid8, mit den Maßen 20,4 x 12,8 x 2,4 cm allerdings auch etwas schmaler und flacher. Der Formfaktor ist aber prinzipiell der gleiche, ebenfalls wie das robuste mattschwarze Metallgehäuse.

Unter den Anschlüssen findet sich die bereits vom Crazy8 bekannte 4 x 16 LED-Matrix zur Kontrolle von bis zu vier Sequenzverläufen, die eigenständig umschaltet, sobald die Parts fünf bis acht angewählt werden. Der gummibezogene Endlosrdrehegler mit Push-Funktion ist ebenso ein alter Bekannter, wie die zwei mal drei Schalter links und rechts der brandneuen zwei mal acht hintergrundbeleuchteten nicht-anschlagsdynamischen Pads, die ebenso wie die 71 dezenten LEDs nur dezent weiß leuchten, was all jene Musiker zu schätzen wissen werden, die sich an allzu bunten RGB-Pads stören.

Play und Edit

Die Programmierlogik folgt weitgehend der Twisted Electrons-Philosophie. Soll heissen: Wer sich mit dem Crazy8 oder der Acid8 auskennt, findet sich auch flott auf dem Crazy8 Beats zurecht. Wieder gilt es, haarscharf zwischen den beiden Modi Play und Edit zu unterscheiden, die durch Druck auf den Endlosdrehregler geschaltet werden. Das sollte verinnerlicht werden, um Fehlbedienungen zu vermeiden. Sequenzerseitig stehen 16 Pattern mit jeweils 8 Spuren zur Verfügung. Diese können entweder gemeinsam umgeschaltet werden oder aber jede separat für sich. Und da jede der Spuren auch individuell mit den verschiedenen Playmodes des Crazy8 Beats abgeschmeckt werden kann, ist der kleine Franzose eine Spielwiese für experimentelle polyrhytmische Patterns, die Producer so wahrscheinlich niemals am Computer erfinden würde. Und darum geht’s bei Geräten wie dem Crazy8 Beats: Ein intuitiver und spontaner Zugang zu Sequenzen, das „Anfassen von Musik“. 

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