Test
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04.08.2016

Twisted Electrons Acid8 MkII Test

8-bit Synthesizer und Sequencer

Pfefferscharf!

Ein weiterer 303-Klon im schicken kleinen Schwarzen? Weit gefehlt: Der Twisted Electrons Acid8 MkII borgt sich lediglich ein wenig von der Funktionalität und der Haptik des berühmten Roland Synthesizers. Der Sound wird allerdings von einem digitalen, monophonen 8-Bit-Modul generiert, mit DSP-Effekten manipuliert und schließlich mit einer analogen Signalkette, bestehend aus Filter und rudimentärer Hüllkurve, abgeschmeckt. In Sachen Programmierung und Sequenz-Manipulation bietet der Acid8 MkII viele innovative und intuitiv bedienbare Möglichkeiten.

Schon während der Superbooth16 in Berlin hatte ich die Gelegenheit, einen Prototypen des Acid8 MkII kurz anzutesten. Twisted Electrons’ Mastermind Alex Smith führte mir das Gerät vor und sowohl die Funktionalität als auch die Verarbeitungsqualität hatten mich schwer beeindruckt. Umso mehr freue ich mich nun, eines der ersten Seriengeräte für Bonedo testen zu dürfen.

Details

Äußerlichkeiten

Selten hatte ich ein so kleines und leichtes und dennoch so solides Gerät in den Händen. Man traut der kleinen Box auf den ersten Blick gar nicht zu, was alles in ihr steckt. 20,5 cm breit, 9,8 cm tief und nur 2,5 cm hoch ist das mattschwarze, gebürstete Aluminiumgehäuse, noch einmal 2 cm hoch sind die geriffelten, solide wirkenden Metallpotis. In einer Zeit, in der wir es gewohnt sind, dass die Regler kleiner Grooveboxen nur noch als nackte Plastikachsen aus der Oberfläche des Geräts herausragen, sind die fest mit dem Gehäuse verschraubten Potis des Acid8 MkII ein erfreuliches Zeugnis von Qualität.

Die erste Version des Acid8 war noch etwas größer, hatte Seitenteile aus Holz und Regler mit griffigen Gummikappen. Laut Entwickler Alex Smith war sie ein DIY-Projekt „mit einem Plastikgehäuse, lasergeschnitten und von Hand geformt, viel Arbeit und nicht gerade die professionellste Ausführung“. Das neue, industriell hergestellte Gehäuse ist nicht nur deutlich kleiner als die MkI-Version, es macht tatsächlich einen super-robusten Eindruck. Vier runde Gummifüße geben dem kleinen Kästchen eine festen Halt auf dem Studiotisch.

Bedienfeld

Die fünf Regler für Cutoff, Resonanz, Envelope Modulation, Decay und Accent kennt man so auch von der Roland TB-303, sie sitzen oben auf dem Gerät. Links davon befinden sich noch die Regler für Lautstärke und FX. Am rechten Rand befindet sich ein Push-Encoder, der im Gegensatz zu den Metallausführungen der übrigen Potis eine robuste Gummierung erhalten hat. Mit dem Push-Mechanismus wechselt man zwischen Patternauswahl und Stepauswahl hin und her, eine weiße LED markiert den jeweiligen Status.

Unter der Reglerreihe sind 16 weiße LEDs zu finden, die bei spielender Sequenz durch die bis zu 16 Steps laufen. Wird allerdings mit dem Encoder ein neues Pattern angewählt, so verharrt die LED-Anzeige für 2 Takte auf der angewählten Sequenz, bis sie wieder die einzelnen Steps abläuft. Die 16 LEDs haben keine Nummerierung, aber die typischen Downbeats 1, 5, 9 und 13 sind zur besseren Übersicht mit einem weißen Kreis umrandet. Hier hat wahrscheinlich die Designästhetik über den puren Funktionalismus gesiegt. Alle LEDs sind übrigens sehr angenehm dezent beleuchtet. Braucht man hellere LEDs (z.B. bei Betrieb im Tageslicht), kann man sie mit einem Reboot bei aktivierter Accent-Taste deutlich heller einstellen.

Die untere Hälfte des Acid8 wird von einer angedeuteten, einoktavigen Tastatur mit acht weißen und fünf grauen angenehm fest klickenden Tastern ausgefüllt. Links von der Tastatur befinden sich drei graue Taster für Run, Chain und Shift, rechts fünf ebenfalls graue Taster für Down/Copy, Up/Paste, Rest, Accent, Slide (TB-303-Kenner wissen Bescheid) sowie Tempo.

Anschlüsse

Der kompakten Größe geschuldet sind die Anschlüsse auf der Rückseite des Acid8 MkII im Miniklinkenformat ausgeführt. Ähnlich wie beim Arturia Beatstep Pro liegen Sync In und Out und auch MIDI In und Out jeweils in Form einer Miniklinkenbuchse vor. Zwei entsprechende Adapterkabel werden mitgeliefert. Sie sind kompatibel mit dem Korg MIDI-Adapterkabel HNS-4331 für SQ-1 und electribe 2. Der Mono-Audioausgang des Acid8 ist ebenfalls eine Miniklinkenbuchse. Ein passendes Audiokabel ist leider nicht dabei, sollte aber in Zeiten der Modularsystem-Hochkonjunktur nicht allzu schwer zu besorgen sein. Dank eines eingebauten Brückengleichrichters soll der Acid8 mit jeder Gleich- oder Wechselstromversorgung zwischen 7 und 15 V und 1200 mA befeuert werden können, was musikalische Globetrotter freuen wird. Das mitgelieferte Netzteil liefert 12V DC und 1000 mA. Einen An- und Ausschalter gibt es leider nicht.

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