Test
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30.08.2018

Praxis

Verarbeitung und Finish

Wie gewohnt ist die Qualität der Triad-Orbit-Produkte sehr hoch. Sie sind größtenteils besonders schwer, die Verarbeitung erfolgte auf hohem Niveau. 

Triad-Orbit IO-Vector ist ein super Helfer

Triad-Orbits neues Werkzeug gefällt. Das liegt vor allem daran, dass es sehr offensichtlich durch genaues Beobachten der Notwendigkeiten im Produktionsalltag entstanden ist. Neben dem Tisch IO-Desk ist es vor allem der IO-Vector, in den ich mich verliebt habe. Ich bin zwar durchaus Fan des Shure A27M (Link zum Produkt im Thomann-Shop), aber das Triad-Orbit-Teil ist (vor allem in Zusammenarbeit mit den Kugelgelenken Micro M1 und Micro M2) eine wahre Wonne. Sowohl beim Ausrichten für Kleinmembraner für ein XY oder ORTF, zum Einrichten meines „Lieblings-MS“ aus Audio-Technica AT5045 für das M- und Schoeps CMC68xt für das S-Signal, als auch für „große“ Aufgaben wie Doppelmikrofonierung aus MG UM 92.1S und Coles 4038 – das geht alles. Irgendwo lässt sich das Grundteil einschrauben und mit Kugelgelenk so ausrichten, dass es passt. Ein wenig dreidimensionale Vorstellungskraft hilft dabei und verringert die Fehlerquote beim Ausprobieren. Halten tut alles sehr gut, da der IO-Vector wirklich massiv ist. Ich hatte auch einen kleinen Ausleger an einer Seite befestigt, als Alternative zum O2X.

  

Es liegt auf der Hand, dass der IO-Vector alleine nicht viel bringt. Aber in Kombination mit den vielen anderen Accessoires ist das kleine Ding ein tolles Allzwecktool. Ob für Kleinmembraner, Großmembraner, Side- oder End-Fire-Mikrofone, auf einem T3 mit T-ES hoch über dem Drumkit oder am TM mit zwei Bassdrum- oder Amp-Mikrofonen wird das Ding zum genialen Helfer. Ein Schnäppchen ist es mit aktuell 89 Euro beileibe nicht, preiswerter als ein zweites Stativ oder so manche ordentliche Stereoschiene aber allemal.

Nicht zu unterschätzen: die Verlängerungen von Triad-Orbit

Das Maß an Innovationskraft ist bei den beiden Verlängerungen naturgemäß etwas geringer als beim grundsätzlichen Stativsystem selbst. Während der T-ES ein einfaches „Höher“ erlaubt, um beispielsweise einen T1 oder sogar TM auf eine größere Betriebshöhe zu bringen oder – dank der Tilting-Fähigkeiten – auch ohne Ausleger leichtere Mikrofone weit über das Drumset oder andere Instrumente bringen kann, ist IO-A2A ein wirklich an vielen Stellen einsetzbares Stück Metall. Die flexible Höhe erlaubt die erweiterte Nutzung von TM und T1, in Verbindung mit dem Orbit Arm V2 wird er zum Ausleger. Auch mit Wand- oder Tischadapter IO-W und dem Orbit Arm kann die Verlängerung ganze Dienste leisten.  

Super praktisch ist die Skala – besonders dort, wo es auf Symmetrie ankommt, also beispielsweise bei Stereoaufnahmen. Was ich mir wünsche, ist eine Skalierung wirklich überall. Bei Kugelgelenken mag das zwar schwierig sein, doch wäre es sicher nicht verkehrt, ein „Total Recall“-Prinzip zu haben und somit Mikrofonpositionen wieder herstellen zu können. Übrigens: Mit drei Verlängerungsrohren und einem IO-Vector bekommt man einen stabilen Decca-Tree aufgebaut! Von „preiswert“ will ich bei beiden eigentlich nicht reden. In Relation zu den anderen TO-Preisen sind weniger als 50 Euro jedoch fast schon Schnäppchen.

Beschwerde: GB3 Grav Bags

Das gilt nicht unbedingt für das „GB3“-Bundle, denn über 50 Euro für drei Gewichte ist nicht gerade preiswert. Dafür gibt es die gewohnte Triad-Orbit-Funktionalität und -Qualität. Funktionalität? Genau: Die Möglichkeit zum Anbringen außen an den Füßen, an der Mitte oder aber mehrerer auf der Gegenseite beim Tilting der T-Stative ist schon praktisch. Und man kann im Zweifel sogar sechs GB3 anbringen – das sind dann 9 kg „Beschwerde“! Wichtig auch zu wissen, dass der Inhalt der Säcke „ruhig“ bleibt. Da raschelt, klingelt oder resoniert nichts.

Um wirklich sehr hoch hinaus zu kommen, erscheint mir eine große Standfläche vertrauenserweckender als ein schweres (oder sogar beschwertes) TO-System, weshalb ich mich von meinen K&M 20811 mit den 21231-Auszügen nicht so recht trennen will. Diese, eventuell sogar nicht mit zwischen den drei Beinen angebrachtem Zusatzgewicht versehen, erlauben eine enorme Höhe, bei Bedarf durch das große Gegengewicht auch mit Ausleger. Ein Gegengewichtsystem im klassischen Sinne kennt Triad-Orbit nicht, da Positionierung jenseits des Schwerpunktes entweder über Tilting geschieht (bei extremen Höhen nicht empfehlenswert) oder aber mit dem Auslegearm (O1), der über das Orbitalsystem mit dem Ball verfügt und ein „eingebautes“, kleines Gegengewicht besitzt. Auch hier könnte man improvisieren. Allerdings hat Triad-Orbit durch Kauf und Modernisierung ein Stativ wiederbelebt, welches vor allem auf Fotos der 50er und 60er zu sehen ist und dort über viele Meter schwere Mikros wie Neumänner, AKGs oder die dicken Bändchenmikrofone von RCA positioniert: den Starbird. Dieser ähnelt dann auch auf den ersten Blick einem Werkzeug aus dem Geräteschuppen von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk oder dem städtischen Bauhof und kostet in den USA weit über 1000 Dollar. Und fragt nicht nach Transportkosten!

Triad-Orbit O2X mit Ansage

… Ansage? Genau. Denn zum Triad-Orbit O2X muss ich feststellen: 359 Euro Straßenpreis sind wirklich eine Ansage! Zum Set gehören natürlich direkt zwei Auslegerpärchen, die auch auf anderen Stativen genutzt werden können, etwa auf TM oder T1, mit denen man nicht so hoch hinaus kommt. Und man spart sich an vielen Stellen der Mikrofonierung einen zweiten Ständer, etwa wenn es um das Miking innerhalb eines Drumsets geht: Tom und Snare oder sogar in Verbindung mit dem IO-Vector oder der Klammer IO-C Tom, Snare oben und unten sind denkbar. Dank der stabilen, standfesten und aufbauflexiblen Grundständer kommt man auch mit dem Ständerwerk des Schlagzeugs nicht so schnell ins Gehege. Was ebenfalls generell sehr praktisch und ein Vorteil gegenüber den klassischeren Auslegern O1 und Orbit Mini ist: Da ragt nichts weit in die andere Gegenrichtung. TO ist eben auch in räumlich besonders beengten Verhältnissen eine geniale Lösung. Wohl kaum ein Studio wird drei oder vier dieser Erweiterungen benötigen, mit einem O2X und ein oder zwei O2 lässt sich der Großteil an Aufgaben abdecken. Und vielleicht ist stattdessen doch die Anschaffung eines kleinen TM sinnvoller und flexibler? Das muss man selber entscheiden.

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