Test
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03.11.2010

Traynor K1 Keyboardverstärker Test

Hand aufs Herz: Als Keyboarder hat man es nicht unbedingt leicht, einen gewissen Glamour ins Setup zu bringen. Und ziemlich weit unten im Sortiment stehen Keyboardamps. Unscheinbare Helfer, die zudem um ihren Job nicht zu beneiden sind, denn sie müssen sich mit brüllenden Gitarrenamps messen, gleichzeitig aber souveräne Generalisten sein. Der kanadische Hersteller Traynor ist nun angetreten, dem Aschenputtel-Dasein dieser Gattung ein Ende zu bereiten und präsentiert die K-Serie mit drei Modellen, die angetreten sind, sowohl optisch wie akustisch eine gute Figur zu machen.

Am Anfang steht wie immer die Frage, was ich eigentlich von einem guten Keyboard-Amp erwarte. Dann und wann hört man den Wunsch, ein solcher könnte doch wie seine Gitarren-Kollegen mit einem eigenen Sound aufwarten. Das macht in Spezialfällen Sinn, wenn man beispielsweise ein Fender Rhodes durch einen Gitarrenamp schickt oder wenn man an das berühmte Duo Hammond/Leslie denkt. Als Generallösung ist ein solches Ansinnen aber eher Unfug. Die meisten Keyboardsounds, ob von E-Piano, Workstation oder Analog-Synth, sind dazu bestimmt, ohne weitere Soundbearbeitung verstärkt zu werden. Oftmals bringen sie sogar Amp-Emulationen mit. Und zudem decken sie klanglich wie frequenztechnisch ein extrem weites Spektrum ab. Das heißt: Ein Keyboard-Amp für den allgemeinen Gebrauch muss ein starker Alleskönner sein, der in der Lage ist, ein breites Frequenzspektrum möglichst druckvoll und vor allem weitgehend ungefärbt wiederzugeben. Nichts ist schlimmer als unser mit Schweiß und Tränen erarbeiteter, feiner Clavia-Pianosound, der von einem quäkenden Amp zugrunde gerichtet wird, ganz zu schweigen von fetten Moog-Sounds, die plötzlich klingen, als kämen sie durch einen Strohhalm.
Eine naheliegende Lösung der Verstärkungsproblematik sind deshalb z. B. aktive PA-Boxen, die genau die beschriebenen Kriterien erfüllen. Ich selber habe mir vor Zeiten einen Dynacord AM-12 zugelegt, der mit einem 12"-Speaker auf der Bühne einen sehr guten Job macht. Eine weitere Idee ist erstaunlicherweise die Verwendung von Bass-Combos. Einige eignen sich mit ihrem schönen Bass-Druck und einem recht weiten Frequenzspektrum auch hervorragend als Keyboard-Amp. Wichtige Fragen an unseren Testkandidaten wären also: Wie steht es um seine Durchsetzungskraft und seine Klangtreue? Und welche Features machen den Spezialisten möglicherweise überlegen gegenüber einem PA-Lautsprecher oder einem Bass-Amp?

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