Software
Test
10
03.07.2019

Praxis

Action UI in Action

Eigene Shortcuts vergeben zu können ist bei Leibe nichts Neues. Aber eigene Schnellzugriffe und Makrofunktionen erstellen zu können hingegen schon – eine Funktion, in die man sich nach der Einarbeitung zweifelslos verliebt. Die Action UI ist kontextsensitiv, das heißt, es werden je nachdem, ob ihr einen Audioclip, einen MIDI-Clip oder ein Plugin angewählt habt, andere Schnellzugriffe gezeigt. Unter diesen kann man dann noch Favoriten auswählen und sich nur noch diese anzeigen lassen. Quasi die „Collections“-Funktion von Ableton Live 10, nur eben mit Bearbeitungsfunktionen und nicht mit Plugins. Sehr nützlich.

Auch die Gruppierungsfunktion hilft im Arbeitsalltag sehr. Egal ob man eine Gruppe von Schlagzeugspuren (klassischerweise Kick, Snare, zwei Overhead-Spuren und diverse Raummikrofone) nur gemeinsam im Pegel verarbeiten oder phasengenau schneiden möchte – blitzschnell sind Gruppen angelegt. Pro-Tools-Nutzer werden sich ganz zu Hause fühlen in diesem Bereich. 

Stichwort Pro Tools: Eine beliebte Funktion in dem Recoring-Schwergewicht ist der Beat Detective. Mit ein paar wenigen Anpassungen lassen sich minimale Temposchwankungen bei einer Schlagzeugaufnahme quasi per Knopfdruck transientengenau schneiden und dann auch quantisieren. Diese Funktion gibt es jetzt in Waveform unter dem Namen „Groove Doctor“. Sie funktionierte im Test tadellos. Drums wurden sauber geschnitten, auf Wunsch geradegerückt und dann wieder als neuer Audioclip gerendert.

Die Qual der Wahl – die „Range Selection“

Eine unscheinbare Neuerung ist das „Range Selection“-Tool. Mit gedrückter ALT- und SHIFT-Taste lassen sich, ganz dem Namen nach, ganze Bereich auswählen. Ein Beispiel: Ich möchte alle Clips zwischen Takt fünf und neun auf allen Spuren auswählen und diesen Bereich verschieben. Mit diesem Tool ist das nun möglich, im Test funktionierte es ohne Probleme.

Die vielen Effekte von AirWindows bringen die versprochene Wärme, das analoge Kratzen, das eventuell bei zu digitalen Sounds fehlen kann. Die Designentscheidung, den meisten der Plugins nicht viel mehr als einen Inputregler, manchmal noch einen zweiten zur Intensität und ansonsten nur Dry/Wet-Regler mitzugeben, macht es allerdings nicht immer leicht, bei jedem der Spielzeuge überhaupt genau rauszufinden, was es denn so mit dem Sound macht. Auch die Dokumentation schweigt sich hier darüber aus.

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