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Test
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07.12.2017

Toontrack The Rock Foundry SDX Test

Erweiterung für Superior Drummer 3

Bob-Rock-Drums

Die Leute von Toontrack lassen nichts anbrennen! Nur wenige Wochen nach dem Release des Superior Drummer 3, und damit fast noch in dessen monumentalen Schatten, liefern die Schweden ein erstes Erweiterungspack mit frischen Sounds für die neue Version des virtuellen Drum-Studios. Im Angebot stehen sechs gewohnt aufwendig mikrofonierte Drumsets und ein zusätzliches Mono-Kit, die allesamt von Produzenten-Legende Bob Rock aufgenommen wurden. Wer sein Arsenal an gesampelten Rock-Drums durch eine zusätzliche Lastwagenladung ergänzen will, der könnte hier also fündig werden.

Details

Exklusiv für Superior Drummer 3

Bei der Rock Foundry SDX handelt es sich um die erste Erweiterung für den Superior Drummer, die exklusiv für Version 3 entwickelt wurde. Der Superior Drummer 2 wird also nicht mehr unterstützt. Da sich die älteren SDX-Libraries dank entsprechender Updates auch auf der neuen Plattform noch verwenden lassen, gibt es aber ein bereits recht umfangreiches Angebot an zusätzlichen Sounds, in das sich die Rock Foundry SDX als die elfte ihrer Art einreiht.

Vergleich mit den weiteren Superior-Libraries

Fast alle SDX-Libraries wurden von unterschiedlichen Teams in unterschiedlichen Studios aufgenommen und folgen zum Teil ganz unterschiedlichen Philosophien. Einen Überblick über die klanglichen Unterschieden bieten die folgenden Audio-Beispiele, für die ein Midi-File über die jeweiligen Default-Presets aller bisher erhältlichen SDX-Pakete und der Core-Libraries abgespielt wurde.

Die Rock Foundry SDX gehört mit ihrem Grundklang zu den tendenziell stärker vorbearbeiteten Libraries. Man darf ruhigen Gewissens unterstellen, dass beim Recording der eine oder andere EQ und Kompressor zum Einsatz kam, um den Sound vorab ein wenig aufzupolieren und ihm einen eindeutigeren Charakter zu verleihen. In diesem Sinne zeigt sich eine Verwandtschaft zur Rock Warehouse SDX, der Music City SDX oder auch der alten Core-Library des Superior Drummer 2. In der Praxis bedeutet dies einerseits, dass man weniger an den Einstellungen des internen Mischpults schrauben muss, um zu einem fertigen Drumsound zu gelangen, der sich gegen eine fette Gitarrenwand behaupten kann. Andererseits ist der Klang aber natürlich nicht mehr so ultra-flexibel wie bei den weniger deutlich prozessierten Libraries. Im Vergleich zum schlankeren EZdrummer 2 und dessen Erweiterungen ist die Freiheit zur Klangformung aber nach wie vor sehr groß.

Umfangreicher Sample-Pool und schlanke Groove-Library

In Hinblick auf das reine Datenvolumen präsentiert sich die Rock Foundry mit etwa 65 GB als die bisher umfangreichste SDX (Stand: November 2017), wobei ihr die Progressive Foundry SDX und das Roots SDX Bundle knapp auf den Fersen sind. Dass sie nicht an die Core-Library des Superior Drummer 3 heranreicht, die mit ihren unerhörten 230 GB eine Sample-Materialschlacht par excellence veranstaltet, ist sicher verzeihlich.

Etwas schade ist dagegen, dass die enthaltene Groove-Library nicht so dick wie gewohnt ausfällt. Die älteren SDX-Pakete bieten eine reiche Auswahl an Midi-Files, die als zusammengehörige Grooves und Fills in üblicherweise 10 bis 15 „Songs“ organisiert werden. Die Rock Foundry SDX ist hier spärlicher ausgestattet und bietet nur drei solcher Songs. Zum Erstellen der weiteren Audio-Beispiele dieses Reviews wurde also ein zusätzliches Midi-Pack mit dem Titel Hard Rock Grooves verwendet, das zeitgleich mit der Library veröffentlicht wurde.

Back to the Warehouse

Wenn es um die Produktion von SDX-Libraries geht, haben sich die Leute von Toontrack bisher nie an einen früheren Tatort zurückbegeben. Mit der Rock Foundry SDX ändert sich das, denn für das Recording der Samples wurde das Warehouse Studio in Vancouver gebucht, wo auch schon die Rock Warehouse SDX aufgenommen wurde. Besitzer der Räumlichkeiten ist kein Geringerer als Bryan Adams, und in dem 170 Quadratmeter großen Live-Room mit sieben Metern Deckenhöhe wurden Drums für Rock-Ikonen wie AC/DC, R.E.M., Slayer und Muse aufgenommen. Technisches Herzstück ist eines von drei weltweit existierenden Neve Air Custom Mischpulten, die in den 1970er Jahren für George Martin und Geoff Emerick gebaut wurden.

Die erneute Entscheidung für diesen Aufnahmeraum, der natürlich maßgeblichen Einfluss auf den letztendlichen Klang hat, geht auf den Produzenten Bob Rock zurück, der sich für die Rock Foundry SDX als Engineer verdingte. Er produzierte unter anderem das Black Album von Metallica und arbeitete außerdem mit Künstlern wie Aerosmith, Mötley Crüe, Bon Jovi, The Cult und vielen anderen. Und gerade die klangliche Handschrift dieser schillernden Persönlichkeit der Rockgeschichte macht diese SDX interessant.

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