Test
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20.04.2016

Praxis

Dank des komplett zusammenlegbaren Tragebügels wird die Marching Snare in einem erstaunlich handlichen Karton geliefert. Durch den mitgelieferten Sechskant-Schraubenschlüssel lassen sich die einzelnen Teile sehr einfach montieren. Lediglich das Einhaken des Tragebügels in die Halterung der Snare erfordert ein wenig Geschick. Die Hardware-Bauteile bestätigen auch in der Praxis den guten optischen Eindruck. Alle Schrauben laufen leichtgängig, die Abhebung ist simpel zu betätigen und der Teppich bereits vorgespannt. Der Tragekomfort des Bügels ist anfangs gewöhnungsbedürftig und drückt durch seine beiden Bügel etwas unter den Schultern. Dem ungeübten Anfänger dürfte das Gewicht der Snare im wahrsten Sinne des Wortes auf den Rücken schlagen. Zwar ist die Trommel mit zehn Kilogramm Gesamtgewicht mitsamt des Tragegestells im Vergleich zu ähnlichen Marching Snares kein Schwergewicht, aber an einen stundenlangen Festumzug muss sich der Rücken sicher erst gewöhnen. Zum Üben passt die Snare jedoch in jeden gewöhnlichen Snare-Ständer und kann dank der Kesseltiefe auch gut im Stehen gespielt werden. Für einen authentischen Marching Snaresound stimme ich das Fell sehr hoch. Das folgende Video demonstriert die Snare kurz im Band-Kontext sowie im Einzelsound.

Schon beim ersten Anspielen fällt auf, wie laut diese Trommel im Vergleich zu einer gewöhnlichen Drumset Snare ist. Durch die hohe Fellspannung entsteht, neben einem Practice Pad-ähnlichen Rebound, auch ein unglaublich scharfer Attack, der einen geradezu nach Gehörschutz schreien lässt.

Der Teppich des Resonanzfells dämpft durch die „Gut-Snares“ aus Nylon den relativ schmalen Kesselton zusätzlich und sorgt für einen breiten Grund-Snaresound. Bringt man den oberen Teppich mit dem Hebel unter dem Schlagfell in Position, entsteht durch die Dämpfung des Fells ein kurzer, messerscharfer Ton. Das Zusammenspiel dieser beiden völlig unterschiedlichen Teppichkonstruktionen sorgt für den authentischen Marching Snaresound. Durch die hohe Fellspannung und den Einsatz beider Teppiche hat die Snare stets eine optimale Ansprache. Die Gussspannreifen sorgen für kräftige Rimclicks und verleihen auch den Rimshots extreme Durchsetzungskraft.

Im ersten Solo-Klangbeispiel hört ihr die Snare mit dem aufgezogenen Werksfell. Alle übrigen Soundfiles sind mit dem 14“ Remo Black Max Fell gespielt, das im Bundle mit der Snare angeboten wird.

Die hervorragende Teppichansprache zeigt sich bei Rolls vor allem im Zusammenspiel der beiden Teppiche im dritten Soundfile.

Für Solo-Stücke liefert die Trommel einen stilechten Sound. In den folgenden Klangbeispielen hört ihr erst drei Versionen mit den verschiedenen Sound-Optionen durch die Snare-Teppiche, sowie drei improvisierte Stücke mit Rolls, Flams und dem schneidend scharfen Rimclicksound.

Auch im Kontext einer Marching Band besticht die Snare durch einen amtlichen Sound.

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