Test
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16.08.2021

the t.bone SC 1200 Test

Großmembran-Kondensatormikrofon

“Bombastisch” oder einfach nur gut?

the t.bone SC 1200 ist ein neues Großmembran-Kondensatormikrofon von Thomanns Hausmarke, welches wie die anderen t.bone-Mikros in China hergestellt wird. Auffällig ist die Pillenform, ansonsten glänzt es eher durch die Abwesenheit von Features: Es ist nicht umschaltbar, bietet keine Filter oder Besonderheiten.

Details

Formvorbild

Zunächst: the t.bone hat die Gehäuseform natürlich nicht erfunden. Der wohl bekannteste Urahn ist wohl das etwas länglichere Bändchenmikrofon RCA 77DD, dessen Formgebung unter anderm vom MXL R77 und dem Cathedral Pipes Seville nachgeahmt wurde und sich mit R84 und R92 auch in modernen AEA-Mikrofonen wiederfindet. Ein Bügel, der das Stativgewinde im Fuß beinhaltet, greift den eigentlichen Mikrofonkorpus, der sich auf der Achse, die die beiden Verbindungspunkte erzeugen, drehen lässt. Der obere Teil, durch ein Lochblech geschützt, beinhaltet die Kapsel, im unteren Teil ist die Elektronik untergebracht. Dort wird auch das Signale herausgeführt, das man wie üblich per XLR-Kabel zum Preamp leitet. Mit fast einem Kilogramm ist das SC 1200 reichlich schwer. Geliefert wird das Mikrofon im kleinen Koffer mit einem passenden Windschutz und einer separaten Schutztasche.

Kürzelkritik

Gute Gerätschaften werden ja oft als “Granate” bezeichnet, was bei dieser Formgebung ebenfalls naheliegend ist. Allerdings ist es eher eine Bombe, denn die “SC 1200” war tatsächlich eine Sprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Es ist jedoch so gut wie sicher, dass es sich um Zufall handelt, schließlich beginnen viele t.bone-Mikros mit “SC” und lassen eine Zahl folgen. Dennoch musste ich mich vor einigen Jahren über unbewusste oder sogar bewusste (wie bei “Bomblet”!) Produktbezeichnungen echauffieren.

SC 1200 als Grundlage für Aging

DIY-Workshop: the t.bone SC 1200 im Rat-Style

Datendinge

Abgesehen von Äußerlichkeiten ist das the t.bone SC 1200 von einfacher Natur. Die Kapsel ist eine mittenkontaktierte Großemembrankapsel, welche ausschließlich die Richtcharakteristik Niere bereitstellt. Die Elektronik, die sich darunter befindet, ist mit ordentlichen Bauteilen aufgebaut. Natürlich wird die 48V-Phantomspeisung benötigt, um die Apparatur zum Leben zu erwecken. Die Rauschwerte gehören mit 16 dB (A?) nicht zu den besten für ein Mikrofon dieser Bauart, sind aber für viele Anwendungen absolut in Ordnung. Der Grenzschalldruck steht mit einem Pegel von 134 dB im Datenblatt, hier kann von einer THD+N von 0,5% ausgegangen werden, was absolut in Ordnung ist.

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