Test
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23.05.2008

Schwer ist er, der Technics. Knappe zwölf Kilogramm sind schon ordentlich für einen Plattenspieler. Aber eins ist sicher: Der SL-1210 wiegt nicht deshalb soviel, weil Technics irgendwelche Geheimverträge mit Paketdienstleistern und Rückenschulen geschlossen,hat. Für das üppige Gewicht gibt es eine ganz einfache Erklärung: Gerade bei hohen Abhörlautstärken (ohne die eine Disko nun mal keine richtige Disko wäre) ist die Gefahr groß, dass vor allem tieffrequente Schwingungen aus den Wiedergabesystemen sich zurück auf den Plattenspieler übertragen. Richtig: Feedback. Dieses kann sich in schwammigen Bässen niederschlagen, im Extremfall sogar für eine springende Nadel sorgen. Da freut sich der DJ, wenn ihn auf einmal alle fragend anschauen. Der Schwingungsübertragung begegnet man entweder mit berechneten Federsystemen (die allerdings den Nachteil haben, nicht breitbandig genug wirken zu können und auch gerne zum Aufschaukeln neigen, was den Effekt verschlimmert), oder aber - wie hier beim Brontosaurier - mit Masse.

Das Gerät ist 45,3 breit, und 35,5 cm tief. Mit dem Tiefenmaß lässt sich tatsächlich arbeiten, da Netzkabel, Cinch-Outs und Masse fest verdrahtet sind und somit keine Stecker überstehen. Etwas unpraktisch ist der Deckel -gerade dann, wenn man den Technics im Clubbetrieb oder sogar mobil einsetzt. Klar: Er lässt sich öffnen und schließen, wie man es von ihm erwartet. Auch das Abnehmen ist kein Problem. Und das ist auch grundsätzlich gut so, denn DJs wollen den Deckel in der Regel gänzlich aus dem Weg haben. Allerdings hat man es dann mit zwei herumliegenden Acrylteilen zu tun, die nirgendwo einen festen Platz haben. Schnell werden sie "verlegt" und somit ist der arme Technics fortan auch bei Nichtbetrieb den Einflüssen der Umwelt ausgesetzt.  Ein Rollmechanismus würde zwar sicher die Designsprache des Technics verändern, wäre der Praxistauglichkeit aber zuträglich.

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