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Test
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02.05.2014

Praxis

Ob man die Touch-Pads nun mag oder nicht, muss man selbst ausprobieren. Wichtig im Live-Betrieb ist, dass man auch aus einiger Entfernung das Display und die Schaltzustände gut erkennen kann. Meine Bedenken bezüglich der Touch-Bedienung habe ich ja schon oft genug geäußert. Man darf alles ganz anders sehen als ich und sich über die “moderne” Bedienweise freuen. Deutlich ist auf jeden Fall, dass “100% Re-Designed”, mit dem der VoiceLive 3 beworben wird, in erster Linie bedeutet, dass viel Technologie aus Rack und Touch übernommen wurde. 

Beim Test von Geräten, die mit Echtzeit-Pitching und Stimmengenerierung zu tun haben, fällt auf, dass Tonhöhenkorrektur und Harmoniestimmengenerierung noch recht junge Technologien sind und daher von Versionsnummer zu Versionsnummer deutliche Verbesserungen zu erwarten sind. Genau das erfüllt TC Helicons VoiceLive 3. Korrekturen scheinen ein weiteres Mal ein wenig schneller und sicherer zu sein. Natürlich kann man dem Tuning das Leben schwer machen, indem man die Skalen stark einschränkt, tonal öfters genau zwischen Rasterpunkten singt und tendenziell unnatürlich kurze Zeitparameter einstellt. In den Beispielen wird das deutlich:

Für den Bühneneinsatz ist die Klangqualität mehr als ausreichend, selbst im Studiobetrieb kann man über die Verwendung nachdenken, wenngleich Editierungen in Softwaresystemen durchaus bequemer vonstatten gehen. Wirklich großes Lob verdienen die Effektsounds, die wie üblich bei Helicon mit guten Presets für sich werben. 

Im Sinne einer einfachen Bühnenlösung ist vielleicht auch mancher Gitarrist glücklich, ein Amp-Modeling vorzufinden und ohne Amp direkt auf PA und Monitoring gehen zu können. Ich habe mir den Spaß erlaubt und nach dem Modeling mit dem VoiceLive die “echte” Kette über Hiwatt-Amp und Gefell-Mikrofon benutzt - das Ergebnis fällt zwar zugunsten letzterer Lösung aus, allerdings ist diese bekanntlich nicht die transportfreundlichste. Schön ist weiterhin, dass viele praktische Effekte verfügbar sind, die sich tief genug editieren lassen. Und noch viel wichtiger: Für eine gelungene Live-Performance lassen sich Vocal- und Gitarrensettings passend programmieren und dann auf der Bühne kinderleicht aufrufen. “Fußlogik”: Note 1!

Allerdings kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, wieso der Looper keine Tempoinformation mit der Außenwelt austauschen will. Es wäre sicher keine für die Ingenieure unbezwingbare Aufgabe gewesen, MIDI-Clocks zu integrieren, die an Slaves gesendet oder von einem Master empfangen werden. Ihr Fehlen schränkt die Nutzbarkeit in einem modernen Bandgefüge doch enorm ein.

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