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Test
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25.03.2019

TC Electronic June-60 Test

Chorus Effektpedal

Chorus-Legende

Das analoge June-60 Chorus-Pedal von TC Electronic orientiert sich am Choruseffekt des legendären Roland Juno-60 Synthesizers, der 1982 das Licht der Welt erblickte und heute den Status eines heißbegehrten Vintage-Sammlerstücks besitzt. Nicht ganz unschuldig am legendären Status des Synths war dabei der im Juno-60 verbaute Chorus, der mit nur zwei Sound-Modi auskam, die sich über zwei Taster einzeln oder auch gemeinsam aktivieren ließen.

Ein erster Blick auf unseren Testkandidaten verrät dann auch sofort, welches Vorbild Pate gestanden hat. Wir haben uns das June-60 Pedal für euch genauer angeschaut.

Details

Das sehr robust wirkende Pedal kommt mit den Maßen von 56 x 86 x 137 mm und wurde in Anlehnung an das legendäre Vorbild an den Seiten sogar mit einer Holzverkleidung verziert. Das analoge June-60 arbeitet mit einer Eimerkettenspeicher-Schaltung und lässt sich sowohl mit einem optionalen 9V-Netzteil als auch mit einer 9V-Batterie betreiben. Beim Batteriewechsel muss allerdings etwas umständlich zunächst die Holzverkleidung abgeschraubt werden. Die Stromaufnahme des Gerätes liegt bei 45 mA und auch dieses Exemplar arbeitet mit einem True Bypass. Mithilfe eines TRS Y-Adapterkabels kann über die Output-Buchse das Signal auch in stereo ausgeben werden.

Praxis

Die Bedienung des June-60 Chorus ist wie beim Original kinderleicht. Um zu sehen, ob der Effekt angeschaltet ist, empfiehlt es sich, immer schon eine der möglichen Einstellungen aktiviert zu haben.

Wir starten den Test-Durchlauf in einem typischen Mono-Setup vor einem clean eingestellten Amp. Zunächst hören wir das Pedal im Bypass. Anschließend aktiviere ich Modus 1, dann Modus 2 und am Ende beide Modi zusammen.

Das June-60 Pedal erzeugt einen warmen, vollen und sehr präsenten Chorus-Sound, der für eine dezente Anhebung des Gesamtpegels sorgt. Generell sollte das Ausgangssignal des Amps nicht zu voluminös sein, da es sonst im Zusammenspiel mit dem Effekt mitunter etwas schwammig im Bassbereich wird. Mode 1 und 2 unterschieden sich beim ersten Hören vor allen Dingen in ihrer Modulationsgeschwindigkeit. Interessant wird es dann erneut, sobald man beide Modi gemeinsam aktiviert. Der hieraus resultierende Sound pulsiert eindeutig stärker, folgt dabei einem nicht ganz gleichmäßigen Muster und erinnert mich ein wenig an Chorus-ähnliche Sounds, die sich mit so manchem Flanger-Pedal erzeugen lassen.

Hat was! Ansonsten gibt sich das Pedal im Nebengeräuschaufkommen erfreulicherweise unauffällig, was man wohl vom Vorbild nicht behaupten konnte. Inwieweit der Sound dieses Pedals mit dem Original übereinstimmt, kann ich dennoch nicht abschließend sagen, da mir leider kein Juno-60 zur Verfügung steht.

Die typischen und etwas kitschigen Rhythmus-Gitarren aus dem Geburtsjahrzehnt des Vorbilds lassen sich mit diesem Exemplar aber auf jeden Fall sehr authentisch umsetzen, wie das erste Praxisbeispiel zeigt.

Obwohl der Chorus schon sehr dick aufträgt, verträgt er sich dennoch recht gut mit angezerrten Sounds. Im folgenden Beispiel hängt das Pedal dafür im Einschleifweg meines Marshall Amps. Wir hören erst Mode 2 und anschließend erneut beide Modi gemeinsam.

Nun wollen wir aber auch noch den Effekt in Stereo hören. Genau wie zu Beginn des Praxis-Checks hören wir erst das Bypass-Signal und anschließend alle drei Optionen des Chorus-Pedals.

Ein wenig vermisse ich dann aber doch die Option, den Chorus in seiner Intensität bzw. in seinem Mischverhältnis regeln zu können. Natürlich würde die gewollte Authentizität des Produkts unter solch einem Eingriff leiden. Ohne Frage wäre das Signal mit etwas weniger Effektanteil aber auch transparenter.

Wer gern dick aufträgt, wird auf jeden Fall nicht enttäuscht werden. Ich habe euch zum Abschluss noch zwei weitere Hörbeispiele aufgenommen.

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