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Test
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15.04.2021

TC Electronic ICON MIDAS DYN 3000-DT & PEQ 3000-DT Test

EQ und Kompressor-Plugins mit Controller

Die wahrscheinlich kleinste Konsole der Welt?

Die Midas Heritage 3000 war eine fette analoge Konsole für große Bühnen, Shows und Touren. Mit dem MIDAS DYN 3000-DT und dem PEQ-3000 DT werden Plugin-Versionen des Equalizers sowie des Kompressors bzw. Gates angeboten.

Außerdem gibt es passende Controller der TC ICON Series dazu, die sogar erstmals einen kleinen Bildschirm enthalten haben. Mit einem Straßenpreis von je rund 100 Euro inklusive Controller ist das preislich ein absoluter No-Brainer – Zeit, beide genauer auszuprobieren!

Details

What's up?

Die tc electronic DYN 3000-DT und PEQ-3000 DT sind Plugins mit passenden USB-Controllern, die auf der alten MIDAS Heritage 3000 basieren. Ich kenne das Original nicht gut, um Vergleiche ziehen zu können, weiß aber, dass MIDAS grundsätzlich hochwertigen und sauberen Sound liefert. Eine derartige Neugier wie etwa bei Neve o. ä. bleibt bei mir also aus.

Theoretisch kann man die Plugins auch ohne Controller kaufen, praktisch macht es aber wenig Sinn, da dies aktuell teurer kommt – irgendwie nicht ganz schlüssig, aber nun gut. Ähnlich verhielt sich die Situation übrigens auch beim TC Brickwall und dem Master-X HD, die frisch herausgekommenen TC System 6000 Plugins scheinen hingegen aber keine Controller abbekommen zu haben.

TC Icon Series / MIDAS-powered

Der Controller wird per Micro-USB verbunden, misst 54 x 42 x 135 mm und wiegt 200 g. Ein 19-Zoll-Rahmen für mehrere Units mit eigenem Netzteil ist optional erhältlich. 

Die Plugins laufen als native 64-Bit-Plugins unter den Formaten VST, AU und AAXnative ab Windows 7 oder OSX 10.13. Geschützt wird mit iLok. Aktuell gibt es nur eine Lizenz zur Aktivierung pro Kauf, das sollte sich ändern!

Kompressor DYN 3000-DT

Der DYN 3000 vereint Kompressor und Gate mit fein dosierbarem Sidechain-Filter. Die Grafik ist hübsch und übersichtlich, die Größe ist frei skalierbar. Der Comp kennt die vier verschiedene Modes: Corrective, Adaptive, Creative und Vintage Modes, während das Gate die Unterarten Duck, Transient und Normal bietet. 

Hinzu kommen viele Parameter wie die Compressor-Classics Ratio, Threshold, Make Up, Attack und Release sowie Range, Threshold, Accent, Attack, Release und Hold beim Gate. Zusätzlich gibt es einen Parallel-Mode und zuregelbare Presence. 

Es sind niemals alle Bedienelemente sichtbar, was den Look zwar clean macht, aber auch mehr Klicks beim Tunning erfordert. Überrascht war ich allerdings darüber, wie flink sich das Plugin mit dem Controller bedienen lässt – in Anbetracht der vielen Parameter hätte ich das nicht vermutet. Die Gruppierungen sind logisch und praxisgerecht gestaltet, das Display dank der modernen Farbgebung ebenfalls gut zu erkennen.

12-Band Equalizer PEQ 3000-DT

Die Bedienung des EQs verläuft mit dem passenden Controller sogar noch intuitiver! Das Display ist groß, sodass sich Änderungen gut nachvollziehen lassen. Auch die Bedienung im Plugin ist unkompliziert: Band anklicken, und schon ploppen die entsprechenden Band-Optionen unten statisch auf. So kommt es auch nicht zu Grafikfehlern, bei denen etwa das Overlay auf einmal den Band-Button verbirgt. Der EQ lässt sich also grafisch bedienen, der Q auch im Verbund mit CMD und der Maus anpassen. Kurzum: Der EQ lässt sich äußert zackig bedienen – ein fettes Plus beim wichtigsten Tool des Audio-Engineers.

Der EQ selbst zeigt sich ansonsten recht pragmatisch: Es gibt Stereo, L/R- oder M/S-Modes sowie maximal 12 Bänder. Außerdem gibt es ein variables Phase-Tool bis 180°. Dynamische Bänder, Linear Phase, Smart/KI-EQs oder dergleichen gibt es nicht. Aber auch Solo-Bands und ein Input-Gain fehlen. Kriegsentscheidend ist das aber alles nicht.  

Unter den zwölf Bänder kann man bequem aus High/Low-Cuts mit je drei wählbaren Flanken (6,12,24 dB/Oct) sowie aus zwei Shelfs in den Geschmäckern Deep/Classic/Warm bzw. Bright/Classic/Soft wählen. Frequenz und Gain bis 16 dB sind außerdem frei wählbar, bei der Glocke ist die Width ferner von 0,1 bis 5,3 Oktaven regelbar. Ein High-Res-Mode und Analyser runden das Spektakel ab.

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