Gitarre Hersteller_TC_Electronic
Test
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04.11.2011

DETAILS

Das Äußere des Hall Of Fame besteht aus einem schmalen roten Spritzgussgehäuse, auf dessen Oberseite sich vier zweireihig angeordnete Regler befinden. Weiterhin finden wir noch einen Mini-Schalter zwischen den oberen beiden Reglern sowie einen Fußschalter mit der dazugehörigen LED, die den Betriebszustand anzeigt. Die Anschlüsse sind seitlich angebracht: links die Ausgänge, rechts die Eingänge, jeweils in 6,3 mm Klinkenbuchsen-Format mit der Möglichkeit, Stereosignale ins Gerät einzuspeisen und wieder auszugeben.

Auf der Rückseite befindet sich die Buchse für ein 9-V-Standard-Netzteil, daneben ein kleiner USB-Anschluss. Moment mal: Ein Gitarren-Effekt mit USB? Richtig! Der Hall Of Fame kann mit dem Rechner via USB (Universal Serial Bus) kommunizieren, um so weitere Sound-Settings ins Pedal zu laden. Das Ganze nennt sich „Toneprint“, Details dazu später im Test. Die Bodenplatte mit den vier Gummifüßen lässt sich an einer großen Schlitzschraube entriegeln und ermöglicht so einen problemlosen Batteriewechsel. Das funktioniert sogar mit einem etwas dickeren Gitarrenplektrum. Ein Batteriebetrieb ist hier jedoch weniger empfehlenswert, da der Hall Of Fame als digitales Gerät ordentlich Strom zieht (100mA) und man so schon mal schnell „im Trockenen“ spielt.

Ist die Bodenplatte abgeschraubt, findet man neben dem Batteriefach zwei DIP-Schalter, mit denen sich zusätzliche Einstellungen am Signalverlauf vornehmen lassen. Das Pedal hat eine True Bypass-Funktion, bei der das Signal direkt zum Ausgang weitergeleitet wird, wenn das Pedal ausgeschaltet ist. Dabei findet logischerweise keine AD/DA-Wandlung statt. Die zweite Einstellung „Buffered Bypass“ bietet die Möglichkeit, das Direktsignal auszuschalten. Das ist dann sinnvoll, wenn der Hall Of Fame beispielsweise über einen parallelen Effektweg am Amp betrieben wird. Das pure Signal wird hierbei vom Amp intern weitergeleitet, und der Hall Of Fame liefert dann ausschließlich den Halleffekt. Man merkt, die Entwickler haben sich intensiv an den Bedürfnissen der Gitarristen orientiert und diese sehr gut und praxisorientiert umgesetzt.

Lediglich vier Regler sind zur Bedienung eines hochwertigen Hallgerätes nicht als besonders luxuriös anzusehen, vor allem, wenn einer davon noch ein Raster-Poti ist, mit dem sich zehn verschiedene Modi abrufen lassen. Da muss der Hersteller natürlich schon eine gute Vorauswahl für die einzelnen Hall-Modi treffen. Das mag man als eine Art von Bevormundung ansehen, gleichzeitig aber auch als Erleichterung. Würde man eine Meinungsumfrage unter Gitarristen starten, so glaube, dass der Großteil der Befragten froh sind, sich nicht mit Parametern wie Density, Low Cut Frequency, Pre-Delay Setting etc. rumschlagen müssen.

Folgende Parameter sind mittels der drei Potis im direkten Zugriff:


Decay: Regelt die Länge der Nachhallzeit, je nach Reverb-Typ ändert sich diese Zeit

Tone: Hiermit wird die Klangfarbe des Halls eingestellt

FX Level: Bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen Direkt- und Effektsignal

Das Einsetzen des Hall-Effekts kann mit dem kleinen „Long-Schalter“ noch verzögert werden. Kommen wir zu den unterschiedlichen Halltypen, die sich mit dem Raster-Poti aufrufen lassen. Hier die Auflistung inklusive kurzer Beschreibungen zu den einzelnen Modes. Wie das Ganze letztendlich klingt, erfahrt ihr dann im Praxisteil.

ROOM: Simulation eines kleinen Raums

HALL: Simulation eines großen Raums

SPRING: Simulation eines Federhalls

PLATE: Die Nachbildung eines Plattenhalls, wie er früher in Studios benutzt wurde

GATE: Hall-Effekt, bei dem die Hallfahne abrupt abgeschnitten wird

MOD: Hallsignal mit Modulationseffekt

LOFI: das Gegenteil von einem hochwertigen Studio-Reverb

TILE: kleiner Raum mit vielen Erstreflexionen, der „Badezimmer-Sound“

AMB: steht für Ambience und bringt einen kleinen räumlichen Effekt

CHURCH: das Gegenteil von Ambience: der große Nachhall einer Kathedrale

Wie man sehen kann, gibt es eine Menge verschiedener Hallmodi, die den Bedarf des Gitarristen an Reverb großzügig abdecken. Aber stopp, eine Einstellung des Rasterpotis fehlt noch: Toneprint. Hierbei handelt es sich um einen besonderen Service von TC Electronic, der es möglich macht, weitere Hall-Programme in das Pedal zu laden. An der vom Hersteller zur Verfügung gestellten Library haben sich neben TC selbst eine illustre Schar namhafter Gitarristen beteiligt. Um die „Prints“ nutzen zu können, benötigt man einen internetfähigen Rechner, denn die Daten werden von der TC Electronics Website heruntergeladen. Das Ganze läuft ohne separaten Editor, alle Informationen sind bereits in den Dateien enthalten. Man muss sie lediglich öffnen und dann einfach „Update“ anklicken – schon werden die Einstellungen per USB-Verbindung in das Pedal übertragen. Der Clou an der Sache ist, dass hier nicht einfach ein paar gute Leute an dem Pedal herum geschraubt und ihre Sounds gespeichert haben. Es geht einen ganzen Schritt weiter. Die Klangtüftler hatten nämlich zusätzliche Parameter zum Einstellen des Reverbs zur Verfügung und waren dadurch in der Lage, Sounds zu erzeugen, die mit der normalen Bedienung des Pedals nicht möglich sind.

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