Test
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15.05.2020

Praxis

Jetzt bin ich natürlich sehr gespannt, wie die Trommel klingt, die ich euch in insgesamt sieben Stimmungen aufgenommen habe. Die Snare erweist sich insgesamt als relativ unkompliziert am Stimmschlüssel, lediglich in sehr tiefen Lagen muss man sich etwas geduldig zeigen, und durch den leicht konvex geformten Kessel kommt es klanglich zu einigen Besonderheiten. Mit den starren Messingreifen hat die Trommel genug Power und Durchsetzungskraft, der Klang ist breit und präsent, gleichzeitig kann sie aber auch in leiseren Dynamikstufen mit feiner Ansprache überzeugen. Durch die reduzierte 8er-Teilung klingt die Trommel sehr resonant und charakterstark.

Klanglich ganz klar eine Messingsnare - aber alles andere als Nullachtfünfzehn

Meine Highlights sind ganz klar die mittleren Stimmungen aufwärts, wo die Symbiose aus leicht exotisch schwingendem Kesselton und dem komprimiert wirkenden Attack der Messingspannreifen gnadenlos aufgeht. Aber auch in hohen bis ganz tight gestimmten Lagen gibt die Snare sich keine Blöße, sie klingt mit steigender Fellspannung naturgemäß zunehmend kompakter, und der „Klingel-Anteil“ in den Obertönen bei Rimshots beherrscht immer mehr das Gesamtsignal.

Auch in der mittleren Stimmung hat die Trommel immer noch vergleichsweise viel Ton, den ich aber nicht als penetrant empfinde, an den man sich allerdings erst einmal gewöhnen muss.  Aber, und das ist die gute Nachricht: Für musikalische Situationen, in denen kompakte Signale oder stereotypische Stimmungen, wie beispielsweise eine 70er-Jahre Disco-Snare, gefragt sind, liefert die Trommel trotzdem gnadenlos ab und wird mit einem Dämpfungsring belegt zwar trocken, aber nicht leblos. Mit crisper Teppichansprache, sattem Bauch und knackigen Rimclicks macht die Snare jede Menge Spaß.

In ganz tiefen Stimmungen kommt man um Dämpfung nicht herum 

Am anderen Ende der Stimmskala, also in den tiefen bis ganz schlaff gespannten, nassen Stimmungen, wie sie seit geraumer Zeit bei Pop-Produzenten so gefragt sind, kann die Trommel ebenfalls mit ordentlich Fundament und dem notwendigen Bauch überzeugen – vorausgesetzt, man packt die nötige Dosis an Dämpfmaterial auf das Schlagfell, denn sonst bestimmt der wabernde Kesselton das Geschehen zu stark und stört das Teppichsignal, und auch der Attack des Backbeats geht ohne Dämpfung in einer Klangwolke unter. Auch empfinde ich das Feinstimmen aufgrund der etwas modulierenden Begleittöne hier am schwierigsten.

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