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27.07.2019

Tama S.L.P. New-Vintage Hickory - 3pc Bop Kit Test

Dreiteiliger Kesselsatz

Neues aus dem Sound Lab

Tama hat mit der S.L.P. (Sound Lab Project) Serie in den letzten Jahren ohne Frage Maßstäbe gesetzt. Nach einer ganze Reihe von Snares aus unterschiedlichen Kesselmaterialien kamen letztes Jahr auch erstmals Shell Sets innerhalb der Serie auf den Markt. Allen bisherigen Trommeln ist gemein, dass sie professionelle Features und hervorragend gute Verarbeitung zu einem stets sehr käuferfreundlich kalkulierten Anschaffungspreis vereinen. Kein Wunder also, dass es eine Vielzahl der Trommeln in das Arsenal von Profis und ambitionierten Hobby-Trommlern geschafft hat.

Die bisherigen regulär erhältlichen Sets sind das Studio Maple, das Dynamic Kapur und das Fat Spruce. Dieses Jahr kam noch ein Big Black Steel Set als limitierte Auflage dazu. Zu allen Kits gab es vorab eine Snare gleichen Namens im Portfolio, die für das Design des Sets Pate stand. Auch zu unserem heutigen Testkandidaten gibt es eine optional erhältliche Snare in 14“ x 5“, deren Test wir allerdings zu einem späteren Zeitpunkt nachreichen werden. 

Details

Klassische Jazz-Größen und gediegene Optik

Mit einem aktuellen Anschaffungspreis von 1498 Euro (Juli 2019) ist das dreiteilige Hickory Bop Set in der oberen Mittelklasse angesiedelt. Die Ansprüche in puncto Verarbeitung und Sound sollten also der Erwartungshaltung eines professionellen Spielers genügen. „New-Vintage“ und Hickory sind die zwei Schlagwörter im Produktnamen, die unweigerlich im Kopf hängen bleiben. Während sich der Titel „Vintage“ nach dem Studium der Specs vor allem auf das äußere Erscheinungsbild des Dreiteilers zu beziehen scheint, ist die verwendete Holzart, nämlich nordamerikanisches Hickory-Holz, doch deutlich interessanter. Bei Hickory handelt es sich um eine relativ harte, aber nicht zu schwere Holzart, die es zum am weitesten verbreiteten Material bei der Herstellung von Drumsticks gebracht hat. Und nicht nur amerikanische Stick-Produzenten wie Vic Firth, Pro Mark oder Vater setzen auf das heimische Gewächs, auch europäische Hersteller importieren Hickory für ihre Trommelstöcke.

Die Kessel sind in Schichtbauweise gefertigt, relativ dünn und haben keine Verstärkungsringe. Sechs Lagen und fünf Millimeter messen die Toms, die Bass Drum fällt mit acht Lagen und sieben Millimetern Wandstärke geringfügig kräftiger aus. Die Gratungen sind nach einem deutlich sichtbaren Gegenschnitt zwischen der dritten und vierten Lage platziert. Bei der Konfiguration handelt es sich um die klassischen Jazz-Größen 18“ x 14“ Bass Drum, 12“ x 08“ Tom und 14“ x 14“ Floor Tom. Allerdings ist das Set trotz der dünnwandigen, relativ kleinen Trommeln nicht federleicht, was mit Sicherheit an der verbauten Hardware liegt. Zu nennen wären hier vor allem die kräftig wirkenden 2,3 Millimeter starken Steel Mighty Hoops, die verchromten Tube Lugs aus Messing und die soliden Teleskop-Beine der Bass Drum. Sechs Spannschrauben gibt es pro Seite bei den Toms, auf acht kommt die Bass Drum.

Die Hardware macht einen äußerst soliden Eindruck

Das 12“ Hängetom hat eine sogenannte Fleximount-Halterung, dabei handelt es sich um eine mit einem Metallstift verbundene, gummigepufferte, zweigeteilte Konstruktion, deren Innenseite mit einer weiteren Gummiunterlegscheibe direkt am Kessel befestigt ist. Ein L-Arm mit Kugelgelenk verankert den Halter in der Bass Drum. Sämtliche Beschlagteile sind natürlich ebenfalls gummiunterlegt. Die Bass Drum hat dunkelbraun lackierte Spannreifen, in denen ein Inlay aus Vintage Marine Pearl Folie eingelegt ist. Diese Optik bildet einen schönen Kontrast zu den seidenmatt lackierten Kesseln und erinnert tatsächlich etwas an Vintage Drums. Einmal aufgebaut, steht das Set sehr „amtlich“ da, die Optik ist schick und alle beweglichen Teile laufen reibungslos. Alles in allem macht das Schlagzeug einen sehr zuverlässigen und robusten Eindruck. Ein kleines bisschen Flugrost an den Schrauben und auf der Oberfläche der Floortom-Brackets sowie ein nicht ganz perfekt festgeklebtes Folienstück an einem der Spannreifen mindern den ansonsten makellosen Eindruck etwas. Ebenso wurde (mal wieder) an einem Schutzsticker für den Bassdrum-Spannschreiben zur Montage der Fußmaschine gespart. 

Bei den Fellen setzt man, wie üblich in der SLP-Serie, auf Evans-Produkte. Die Bass Drum ist eher rockig ausgestattet, ein klares, doppelschichtiges EQ4 mit Patch und ein ebenfalls vorgedämpftes Resonanzfell liegen im Paket. Diese müssen, ebenso wie die Spannschrauben, noch montiert werden. Dazu gibt es den beiliegenden Stimmschlüssel, den man auch zur Anpassung der Beinlänge der Bassdrum-Füße benötigt. Die beiden Toms haben eine Mischung aus einlagigen Coated G1 Schlagfellen und klaren Powercraft II Resonanzfellen. Abgesehen von der verwendeten Holzart, den Gussreifen auf den Toms und der etwas größeren 20“ Bass Drum, ist das bereits seit einiger Zeit erhältliche Fat Spruce Kit von der Ausstattung her übrigens nahezu identisch mit dem SLP Hickory. Jetzt bin ich gespannt, wie das Set klingt.

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