Hersteller_Tama
Test
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23.04.2016

Praxis

Das G-Walnut Klanglabormaterial wird im einfachen Karton inklusive Stimmschlüssel und ohne viel Schnickschnack geliefert. Die hochwertigen Hardware-Bauteile funktionieren durchweg tadellos, und durch die vorgefetteten Stimmschrauben lassen sich beide Felle leichtgängig spannen.

Das Handling der Abhebung ist denkbar einfach. Ich drehe zunächst bei angezogenem Spannhebel beide Rändelschrauben lose und erhöhe dann gleichmäßig von beiden Seiten wieder die Spannung bis zum gewünschten Teppichrascheln. Somit liegt der Teppich nicht nur exakt mittig auf dem Fell, sondern wird auch gleichmäßig gespannt. Beim Drehen der Schrauben fällt mir ein weitere Funktion der Abhebung auf. Um eine Lockerung des Teppichs durch Vibrationen beim Spielen zu verhindern, sind beide Schrauben mit einer Rasterung versehen worden. Im folgenden Video habe ich die Snare in verschiedenen Stimmungen angespielt:

 

Tiefe Stimmung: Satter Sound

Für eine optimale Teppichansprache stimme ich trotz gewünschter tiefer Stimmung das Resonanzfell sehr hart an. Da Resonanzfelle bei Snaredrums sehr dünn sind, tragen sie nur geringfügig zur Tonalität der Stimmung bei, garantieren aber bei höherer Spannung auch in tiefer Stimmung des Schlagfells eine sensible Ansprache. Gerade für dynamisches Spiel ist das unverzichtbar. Um das Schlagfell in die tiefstmögliche Stimmung zu bringen, ziehe ich alle Spannschrauben gleichmäßig nur so weit an, bis das Fell keine Falten mehr wirft. Da in dieser Lage trotz gleichmäßiger Stimmung oft anstrengende Obertöne den Spielspaß trüben, dämpfe ich das Fell mit zwei etwa dreifingerbreiten Streifen Gaffa. Dadurch entsteht ein breiter, satter Backbeat. Hier zahlt sich die Kesseltiefe von sechseinhalb Zoll voll aus. In den weiteren Klangbeispielen entferne ich die Dämpfung dann wieder weitestgehend und spiele auch vermehrt Rimshots. Der verhältnismäßig dicke Kessel sorgt für einen ordentlichen Punch und eine gehörige Portion an Low End.

Mittlere Stimmung: Holziger Charakter

Vor allem in mittlerer Stimmung zeigt die Snare, woraus sie gemacht ist. Zu dem immer noch warmen Sound mischt sich ein ausgesprochen holziger Charakter, der vor allem bei Rimshots besonders deutlich wird. Diese „Kesselschläge“ erlangen durch die „Sound Arc Hoops“ eine hohe Durchsetzungsfähigkeit, die an Gussspannreifen denken lässt. Dennoch erinnert das Spielgefühl eher an leichte, gewöhnliche Stahlspannreifen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Die nach innen geflanschten Spannreifen hinterlassen selbst an meinem neuen Paar Stöcke kaum Spuren. In dieser mittleren Tonalität wird die Snare spürbar lauter und hat einen sehr kontrollierten Oberton, der nicht zu aufdringlich wirkt. Der breite Snareteppich sorgt hier zusätzlich für einen kompakten Sound.

Hohe Stimmung: Lass knacken!

Um in den höheren Tuning-Bereich zu gelangen, der stilistisch für Funk und Soul relevant ist, ziehe ich alle Spannschrauben nochmal ein gutes Stück an. Der holzige Charakter ist immer noch sehr präsent und die Rimshots messerscharf bei ausgeprägter Lautstärke. Je höher ich die Snare stimme, desto stärker verkürzt sich das Sustain. In sehr hoher Lage beginnt sie dadurch abgewürgt zu klingen. Hier ist dann irgendwann deutlich eine Grenze erreicht, aber natürlich soll eine sechseinhalb Zoll tiefe Snare auch nicht den Sound einer Piccolo Snare bedienen. 

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