Fussmaschine_Pro_Tama_HP900_2015
Test
4
08.12.2015

Praxis

Wer die Vorgängergeneration kennt, wird auch bei den 2015er Schlangen keine Überraschungen erleben, alles fühlt sich gewohnt kompakt und solide an. Die Befestigung am Spannreifen funktioniert komfortabel, nur bei der Anpassung des Beater-Kopf-Winkels an das Fell ist etwas Nachdruck erforderlich, da die Toleranzen bei der Rasterung recht straff ausgelegt sind. Das manuelle Zurückziehen der Beater erzeugt ein langes Ausschwingen, auch die Slave-Seiten schlagen sich in diesem Punkt beachtlich, solange die Verbindungswelle nicht zu stark geknickt wird.  

 

Bezüglich Laufruhe und Stabilität können die neuen Schlangen zulegen

Da die Cobras jedoch am liebsten mit Füßen getreten werden, wird es nun ernst. Alle vier Testmodelle vermitteln das Gefühl verlustfreier Kraftübertragung, man kann also eine Menge Punch mit den Eisenschlangen generieren. Dazu tragen auch die neuen Beater bei, die einen sehr präzisen, dabei aber wuchtigen Ton erzeugen. Besonders bei kräftigen und schnellen Schlagfolgen scheint sich zudem die zusätzliche Stabilität der breiteren Rahmen und Bodenplatten bemerkbar zu machen, die Pedale liegen einfach etwas ruhiger als ihre Vorgänger. Apropos liegen: die Slave-Pedale der Doppelfußmaschinen bewegen sich auf teppichartigen Untergründen kaum, selbst provokant wilde Spielweise vermag sie nicht zur Wanderschaft zu animieren.

Die Unterschiede zwischen den beiden Antriebsvarianten Rolling Glide und Power Glide fallen wie erwartet aus, ohne jedoch den leichtgängigen Grundcharakter der Eisen-Cobras zu verändern. Freunde schneller, mit angehobener Ferse gespielter Figuren werden sich möglicherweise mit der Power Glide Übersetzung etwas wohler fühlen. Wer hingegen den Beater oft über den gesamten Weg bewegt oder einfach ein etwas gleichmäßigeres Trittgefühl mag, könnte zur Rolling Glide Maschine tendieren. Dies sind aber sehr allgemeine Einschätzungen, in der Praxis funktionieren beide Typen schnell und präzise, vielen Drummern dürfte der Unterschied im Blindtest gar nicht auffallen. Wer jedoch über sensible Füße verfügt und möchte, dass die Pedale die eigene Spieltechnik möglichst optimal unterstützen, sollte sich ein bisschen Zeit für einen direkten Praxisvergleich nehmen. 

Wie ihr schon im Test der letzten Iron Cobra Generation nachlesen könnt, ist die Wirkung der Cobra Coil stark abhängig von persönlichen Spielweisen und Vorlieben. Je härter man die reguläre Federspannung einstellt, desto geringer fällt der unterstützende Effekt der Coil beim Zurückbringen der Trittplatte aus. Für mich persönlich wirkt sie eher wie ein Gimmick ohne große Auswirkungen auf Spielgefühl und Schnelligkeit. Dem einen oder anderen Schnellspieler mit einer Vorliebe für sehr lockere Federspannungen mag die Cobra Coil jedoch leichte Vorteile bringen.

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