Test
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19.04.2016

Syrincs PA Bundle Test

Passives PA Komplettset

Sie kommen wieder!

Der Braunschweiger Firma Syrincs gelang mit ihrer MPA-Boxenserie das Kunststück, nahezu uneingeschränktes Lob aus der Tontechnikergilde einzufahren. Die Hochzeiten des MPA-Systems liegen allerdings schon einige Jahre zurück und es ist recht ruhig um den Hersteller geworden. Umso interessanter ist es daher, dass sich Syrincs mit der passiven P-Serie wie aus dem Nichts zurückmeldet. Angetrieben mit einem System-Amp aus dem Hause QSC und dem Musikhaus Thomann als Alleinvertrieb im Rücken, stellt man sich den Herausforderungen eines hart umkämpften Marktsegmentes. Wir sind gespannt, was das Syrincs PA Bundle, bestehend aus den Boxen P4 und P6W sowie der QSC PLD 4.5 Endstufe, in die Waagschale wirft und schauen uns die Systemkomponenten genauer an.

Details

Bei der Farbgestaltung geht die P-Serie eigene Wege. Frisch aus dem Karton geschält, überrascht die Boxenkombination mit der Braunschweiger Trendfarbe schlechthin: Grau! Um Anwender mit diesem Farbton nicht zu überfordern, sind alle Anbauteile in schwarz gehalten. Dem Autor gefällt die Optik und auf den zweiten Blick lassen sich viele Details entdecken, die der Entwicklung eine eigene Note verleihen.

So werden die beiden angenehm ausbalancierten Griffe des Topteils P4 durch eine Griffmulde auf der Rückseite ergänzt. Die guten Griffeigenschaften werden auch benötigt, denn mit 26 Kilo zählt das Topteil nicht zu den Leichtfüßen. Dafür gibt es gute Gründe: Verbaut wurden ausschließlich Ferrit-Treiber in einem massiven, teilverstärkten Multiplexgehäuse. Eine sehr solide Konstruktion, was auch für die Anbauteile gilt. Auf der Oberseite befindet sich ein sauber eingelassener Metallsteg, der zwei M10-Flugpunkte beherbergt. Diese sind so platziert, dass die Box entweder gerade oder geneigt aufgehängt werden kann. Zwei weitere Flugpunkte befinden sich an den Seiten des Gehäuses. Alle M10 sind im Gehäuse mit großzügig dimensionierten Stahlwinkeln und Flacheisen verstärkt, was den professionellen Anspruch der Serie unterstreicht.

Dazu passt die hochwertige Treiberbestückung mit einem massiven 12-Zöller und einem drehbaren Metallhorn samt Hochtontreiber des italienischen Herstellers 18Sound. Um die Treiber aufeinander abzustimmen, besitzt das Topteil eine massive Passivweiche, deren Bauteile mit Kabelbindern gesichert sind. Auf eine aktive Hochton-Schutzschaltung wurde ebenfalls nicht verzichtet. Eine ausreichende Menge Dämmmaterial dämpft Gehäuseresonanzen. Auf der Unterseite entdeckt der Autor die breitesten Gummifüße, die wohl je an einer Box befestigt wurden. Damit sollte diese auch auf glatten Oberflächen stets sicher stehen. Soll die P4 dagegen auf einer Distanzstange thronen, kann diese an den bewährten Hochständerflansch SM-707 von Adam Hall andocken. Der erlaubt es, das Top in Vier-Grad-Schritten im Bereich von +/- 18 Grad zu justieren. Somit lässt sich der Schall zielgerecht aufs Publikum richten, auch wenn die Voraussetzungen für eine passende Platzierung der PA weniger gut sind.

Syrincs P6W

Ein sattes Pfund verspricht der kompakte P6W-Subwoofer mit 18-Zoll-Chassis. Sein Gehäuse besitzt das gleiche Design wie das Topteil. Eine doppelte Hochständeraufnahme mit M20 Gewinde gewährt Flexibilität bei der Topteilplatzierung. Obwohl der Tieftöner nur 45 Kilo wiegt, besitzt das Gehäuse zwei Griffe pro Seite und ist damit sehr gut tragbar. Klasse, dass der Bass für die Anbringung von 100-Millimeter-Transportrollen vorbereitet ist.

Die Frontseite verrät dem erfahrenen Anwender zwei Dinge. Da kein Lautsprechergitter montiert ist, handelt es sich beim P6W zweifellos um ein Bandpasskonstrukt. In der Theorie haben Bandpass- gegenüber Bassreflex-Konstruktionen einen höheren Wirkungsgrad und etwas mehr Ausgangspegel. Dafür sind Bandpässe oftmals bei Gruppenlaufzeit und Phasengang kompromissbehaftet. Um diese Probleme in nicht hörbare Bereiche zu verschieben, braucht es einen erfahrenen Entwickler.

Dass die Entwickler ganz nah an der Praxis sind, beweist die Speakon-Buchse auf der Frontseite des Subwoofers. Möchte man mit mehreren Subwoofern ein cardioides Setup bauen, müssen einige der Bässe um 180 Grad gedreht aufgestellt werden. Dann aber zeigen die Anschlüsse dieser Bässe in Richtung Publikum. Das sieht nicht gut aus und ist weniger betriebssicher, da man der experimentierfreudigen Jugend Speakon-Stecker samt Kabel sehr exponiert präsentiert. Also sind zusätzliche Speakon-Anschlüsse auf der Frontseite überaus sinnvoll. Professionell ist zudem die Treiberbestückung des P6W. Der 18-Zoll-Neodymtreiber stammt aus der Pro-Serie des italienischen Herstellers Faital und gilt als Experte für amtliches Hosenflattern.

QSC PLD 4.5

Damit die Buxe amtlich in Bewegung gerät, gibt es bei der Verstärkung keine Kompromisse. Zum Einsatz kommt eine QSC PLD 4.5 , eine moderne Vierkanal-Endstufe mit satter DSP-Unterstützung. Da sich die Endstufe flexibel programmieren lässt und sich die vier Kanäle in nahezu jeder Kombination betreiben lassen (selbst das Brücken von Kanälen ist möglich), bedeutet das einen deutlichen Mehrwert für den Anwender. Kann dieser doch mit der PLD 4.5 auch Boxen anderer Hersteller betreiben. Obwohl der Amp viele Funktionen bietet, ist die Menüführung einfach. Wer des Öfteren einen DSP-Amp oder PA-Controller bedient, wird kaum einen Blick in das beiliegende Handbuch werfen müssen. In den Settings befinden sich zudem viele Presets für Boxen unterschiedlicher Hersteller. Das Erstellen eigener Presets unterstützt auf Wunsch eine Wizard-Funktion. Wer lieber einen Computer zum Programmieren hinzuzieht, kann diesen über einen USB-Port andocken. Die kostenlose Remote-Software „Amplifier Navigator 2.0“ lässt sich auf der QSC-Website für Mac und PC downloaden. Mit einem Gewicht von elf Kilogramm und ihrem Zwei-HE-Gehäuse ist die QSC ein kompaktes Kraftwerk für unsere Test-PA.

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