Test
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29.12.2020

Superlux UK82 Test

UHF Dual-Funksystem mit 2 Handsendern

Drahtlossysteme sind mittlerweile auch im Hobby- und Amateurbereich Standard, jedoch nicht immer wirklich günstig. Die Firma Superlux aus Taiwan überrascht allerdings jetzt mit einem Dual-Funksystem namens UK82, das den Dispo kaum mehr belastet als zwei kabelgebundene Shure SM58. Dabei ist die Ausstattung überraschend gut, was die Frage aufwirft, ob der Anwender dafür hörbare Einbußen bei der klanglichen Perfomance in Kauf nehmen muss. Von der Papierform her erhält man erstaunlich viel für wenig Geld: einen 19-Zoll-Doppelempfänger und zwei Handsender mit Metallschäften und Display. Dass Superlux durchaus gut klingende Mikrofone baut, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Ob die Taiwanesen auch ordentliche Drahtlossysteme bauen können, habe ich im Folgenden untersucht.

Details

Die Teststellung erreicht mich in einem robusten Karton. Nachdem ich den Deckel abgehoben habe, bin ich überrascht, was sich alles darin befindet: ein 19-Zoll-Dual-Empfänger mit abnehmbaren Rack-Winkeln, ein externes 12-Volt-Netzteil, zwei Handsender, zwei Antennen, ein Klinkenkabel, zwei Markierungsringe und ein Manual. Nicht schlecht! Bei einem Preis von 249,- Euro hätte ich lediglich eine Minimalausstattung vermutet. Schön, dass mich Superlux eines Besseren belehrt. Schauen wir uns zunächst den Empfänger an.

Der kompakte Empfänger im 19-Zoll-Format verfügt über ein Metallgehäuse mit Kunststoff-Front. Mit einer Einbautiefe von gerade mal 16 cm passt der Kandidat auch in kompakte FX-Racks, dazu braucht man lediglich die beiliegenden 19-Zoll-Rack-Ohren anzuschrauben. Passende Schrauben befinden sich ebenfalls im Lieferumfang. Wer den Empfänger ohne Rack verwenden möchte, dürfte die vier Gummifüße für einen festen Stand begrüßen.

Das moderne Frontplatten-Design stammt vermutlich aus der Bat-Höhle. Sieht fresh aus, allerdings fällt mir die genaue Identifizierung der Tastenbelegung schwer. Schwarze Tasten auf schwarzem Gehäuse mit dunkelgrauer Beschriftung sind schon bei Tageslicht schwierig abzulesen. Auf einer dunklen Bühne ist man ohne Taschenlampe aufgeschmissen, wenn man etwas gezielt einstellen möchte. 

Die verbauten Tasten dienen der Kanalanwahl, zur Einstellung des Audio-Ausgangspegels und der Synchronisation. Wie das genau funktioniert, beschreibe ich später im Praxisteil. Das mittig angebrachte Infrarotauge ist das einzige Ausstattungsdetail, das sich die beiden Empfängereinheiten teilen. Mit dem Auge lassen sich die Einstellungen des Empfängers auf den Sender übertragen.

Erstaunlich großzügig fallen die beiden Displays aus, je eines pro Sendestrecke. Diese bestehen aus zwei geteilten Anzeigen. Die kleinere, untere Anzeige ist zweifarbig und übermittelt die Daten des Handsenders. Ist der Handsender ausgeschaltet oder nicht im Sync, färbt sich das Display rot. Steht die Verbindung, dann wechselt die Anzeige ihre Farbe zu Amber (Bernstein). Angezeigt wird der Ausgangspegel, der sich über die Plus/Minus-Tasten am Empfänger im Bereich von 0 auf +10 dB anpassen lässt. 

Zudem wird der Batteriestatus des Handsender in einer Balkendarstellung angezeigt und ein etwaiger Mute-Zustand dokumentiert. Das zweite, größere Display zeigt den verwendeten Kanal und die exakte Frequenz an. Außerdem erhalten wir Auskunft über den AF-Level (Audio Pegel) und RF-Level (Feldstärke). Die Feldstärkenanzeige bezieht sich nur auf eine Antenne. Das bedeutet, das Superlux-System verfügt nicht über True Diversity. Es schaltet also nicht bei schlechtem Empfang zwischen beiden Antennen hin und her. Vielmehr verwendet jeder Empfänger nur eine Antenne. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, viele In-Ear-Strecken arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Der Netztaster auf der Vorderseite möchte drei Sekunden lang gedrückt werden, bis er in Aktion tritt. Gut, um eine unbeabsichtigte Betätigung zu vermeiden.

Hinten

Schauen wir uns die Rückseite an. Unspektakulär geht es hier zu. Zwei Antennenanschlüsse, je Empfänger ein symmetrischer XLR-Ausgang und ein „Mix A+B“-Ausgang im Klinkenformat stehen zur Verfügung. Der „Mix A+B“-Ausgang ist eine dankbare Option für kleine Veranstaltungen, wo man als DJ beispielsweise für ein Brautpaar zwei Handfunken benötigt, aber nur einen Mikrofoneingang am DJ-Mixer vorweisen kann. Da sich die Ausgangslautstärke jedes Empfängermoduls mit den besagten Plus/Minus-Tasten einstellen lässt, dürfte das für eine grobe Lautstärkenanpassung ausreichend sein. Als nicht ausreichend empfinde ich dagegen den Anschluss für das externe Netzteil. Der Netzstecker lässt sich weder verriegeln, noch gibt es Zugentlastung, was in puncto Betriebssicherheit einen Punktabzug bedeutet.

Handsender

Wer sich die Einsteiger-Handsender bekannter Platzhirsche wie Shure oder Sennheiser anschaut, erkennt schnell, dass diese bevorzugt aus Kunststoff gefertigt sind. Superlux leistet sich den Luxus, die Handsender des UK82-Systems aus Metall zu fertigen. Ausnahmen sind das beleuchtete Display und die untere, abnehmbare Kappe, hinter der sich die nicht sichtbare Antenne versteckt.

Die Konstruktion hinterlässt einen robusten Eindruck. Der Einsprechkorb erinnert entfernt an ein Sennheiser-Design und ist tadellos verarbeitet. Der Korb ist abschraubbar, die verbaute Mikrofonkapsel ist flexibel aufgehangen. Für den Betrieb benötigt man zwei herkömmliche AA-Batterien oder Akkus. Um an das Batteriefach zu gelangen, schraubt man einfach den Schaft ab und kann die Zellen einlegen. Auf der Rückseite des Batteriefachs befinden sich ein Infrarotempfänger zur Frequenzsynchronisation und ein Hi/Low-Schalter. Dieser schaltet bei Bedarf die Sendeleistung um.

Eine höhere Sendeleistung bietet eine größere Reichweite, verbraucht aber mehr Batterieleistung. Daher bietet es sich im Proberaum oder bei kleinen Gigs an, die Sender in der Low-Einstellung zu betreiben und nur auf größeren Bühnen die Hi-Einstellungen zu verwenden. Welche Einstellungen eingestellt ist, wird im beleuchteten Display des Handsenders angezeigt. Das Display erwacht zum Leben, indem man den versenkt angebrachten Power-Taster für mehrere Sekunden gedrückt hält. Anzeigt werden der eingestellte Kanal, der Batteriestatus und die Sendestärke. Um die Batterien zu schonen, schaltet sich die Hintergrundbeleuchtung des Displays nach wenigen Sekunden aus. Besteht erneuter Informationsbedarf, dann lässt sich die Hintergrundbeleuchtung mit einem kurzen Druck auf die Power-Taste erneut aktivieren.

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