Gitarre Hersteller_Strandberg
Test
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23.07.2018

Praxis

Sound

Wenn die Gitarre trocken angespielt wird, zeigt sie sich recht antrittsschnell mit klarem Attack. Was die Ergonomie anbetrifft, gibt es auch sehr Positives zu vermelden, denn sie lässt sich in den vorher beschriebenen unterschiedlichen Sitzpositionen sehr gut spielen und beim Stehen sind 2,4 kg Gitarre am Gurt natürlich erstklassig. Damit funktionieren auch lange Gigs ohne Rückenprobleme. Beim ersten Anblick des Halses war ich etwas skeptisch wegen des eher eckig anmutenden Profils, aber auch das löste sich schon beim ersten Anspielen auf. Lagenwechsel sind durch die glatte Rückseite problemlos zu bewältigen und durch die Schräge am Halsrücken ergibt sich ein recht stabiler Halt für den Daumen.

Nun geht es an den Amp und für die Cleansounds kommt ein Fender Twin zum Einsatz, dessen Speaker mit einem Beyer Dynamic M160 Bändchenmikrofon abgenommen wird.

Die Pickups liefern einen recht höhenbetonten Sound, der für meinen Geschmack etwas dünn klingt mit einer leichten klinischen Tendenz, was allerdings immer vom jeweils eingesetzten Amp abhängig ist. Der Humbucker am Steg liefert mehr Mitten und weniger Höhen. Für Freunde von Vintage-Sounds würde ich die Gitarre nicht unbedingt empfehlen, aber die drahtigen Cleansounds können sich gut im Bandgefüge durchsetzen, vor allem bei perkussiven Rhythmus-Parts.

Nun geht es weiter in den schmutzigen Bereich mit Vox AC15 und Marshall Plexi. Auch hier kommt es eher schlank aus den Speakern, was mitunter nicht schlecht ist. Der Bassbereich ist sehr aufgeräumt, aber mir fehlen bei den klassischen Rocksounds etwas die warmen, tiefen Mitten. Außerdem komprimiert der Humbucker recht stark, was man im dritten Beispiel ganz gut hören kann. Der Singlecoil am Hals klingt recht offen, und bei ihm lässt sich bei Mid-Gain-Ampsounds der Zerrgrad recht gut über den Anschlag (Finger/Pick) steuern. Wird auf den Humbucker am Steg geschaltet, zeigt sich der Klang insgesamt etwas dichter, aber im Höhenbereich fehlt etwas. Was gut funktioniert, ist die Steuerung des Zerrgrades über das Volume-Poti an der Gitarre.

Auf den Fächerbünden lässt es sich auf den hohen Saiten entspannter spielen und auch mit kürzeren Fingern sind in der 5. Lage Streckungen über fünf Bünde möglich, wie man auch im Video sehen kann (2:50). Bei einer Les Paul oder Strat sieht das bei meinen Fingern nicht so entspannt aus. Andererseits kann das auch ein Nachteil sein, denn bestimmte Akkorde, wie zum Beispiel das Em9 aus dem zweiten Beispiel mit Cleansounds (Video bei 1:06) ist nicht so komfortabel zu greifen. Wer gerne Leads mit hohen Fingerstreckungen spielt, wird auf jeden Fall seine Freude mit dem Instrument haben. Das Tremolo-System ist recht stimmstabil, die Stimmung geht auch bei heftigeren Einsätzen nicht aus dem Leim, lediglich der Stimmvorgang mit den zum Teil etwas schwergängigen Tunern ist nicht ganz optimal. Hier sind noch zwei Beispiele mit High-Gain-Sounds.

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