Software Hersteller_SPL
Test
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28.01.2020

Praxis

Cleveres Bedienkonzept


Die Bedienung des SPL Hermes erschloss sich mir nicht unmittelbar sofort, aber es hat dann wirklich nur einen kleinen Hinweis des Manuals gebraucht und der Rest war dann auf Anhieb klar und somit selbsterklärend: „Durch das Betätigen des Tasters NEW kann eine neue Bearbeitungskette erstellt werden.“ Ach, so!

Fangen wir also an: Unten links gibt es diesen Taster NEW. Diesen drückt man am besten mal als erstes und befindet sich somit direkt im Patch-Mode. Das bedeutet, genau in der Reihenfolge, in der man die Taster A-H drückt – die für je einen der rückseitigen Stereo-Inserts stehen – werden auch die Inserts verschaltet.

Simples Beispiel: Drücke ich erst B und dann A, geht unser Signal erst in den Insert B und dann in den Insert A. Um das hübsch zu visualisieren, taucht nun über den Buchstaben eine entsprechende Zahl auf, die nun genau diese Position verrät. Bleiben wir bei unseren simplen Beispiel: Über dem B leuchtet nun eine 1 und über dem A eine 2. Die restlichen Buchstaben bekommen einen Strich, denn sie werden aktuell ja nicht verwendet. Deaktiviert man den NEW-Taster, kann man nun mit den Buchstaben-Tastern per Bypass die entsprechenden Inserts umgehen. Genial! Sich das Ganze analog mit bis zu acht Inserts vorzustellen, sollte nicht weiter schwierig sein.

Jetzt möchte man vielleicht auch verschiedene Reihenfolgen miteinander vergleichen? Kein Problem, dafür sind die drei Speicherplätze 1-3 da. Kurz STORE vorher drücken, einen Speicherplatz auswählen und schon ist das aktuell Szenario safe! Was will man mehr? Vielleicht noch die Inserts beschriften? Auch kein Problem, man kann jeden Insert, der per Default „Device A-H“ heißt, selbst beschriften und die acht 7-Segment-Anzeige merkt sich das. Apropos merken: Trennt man Hermes vom Netzt, merkt er sich trotzdem alle Einstellungen – sehr gut!

Nochmal zur Sicherheit: Die amber beleuchteten Taster sehen wirklich extrem gut aus, sind wunderbar zu bedienen und zeugen von höchster Qualität. Auch die mehrstellige „Old-School“-7-Segment-Anzeige ist richtig groß, top zu lesen und kein bisschen anstrengend für die Augen. Es gibt auch keine blauen LEDs – danke SPL, danke!

Lediglich zwei blaue Taster gibt es, aber selbst die leuchten dezent. Sie beziehen sich auf die Aktivität der beiden Parallel-Mix-Funktionen. Außerdem gibt es in der Mitte zwei Taster, namens POSITION. Drückt man diese entsprechend oft, werden die Insert-Buchstaben A-H im Display darüber durchgeschalten und die Parallel-Mix-Funktion den einzelnen Inserts zugewiesen. Offensichtlich gibt es also zwei Parallel-Bus-Funktionen und diese können beliebig verteilt werden. Zur Sicherheit bekommt die entsprechende 7-Segment-Anzeige des Inserts auch noch einen Punkt. 

Zurück zu den blauen Tastern: Diese aktivieren/bypassen diese Parallel-Funktion und mit dem großen, fein gerasterten Drehregler wird der Mix von Dry zu Wet eingestellt. Darüberhinaus lässt sich eine zusätzliche Gain-Funktion aktivieren und zwischen -10 dB und +10 dB fein regeln. Dreht man Parallel voll auf Wet, kann man den Gain auch losgelöst von der Parallel-Funktion nutzen, falls man beispielsweise alte Vintage-Kisten nutzt, die keine eigene Out-Pegel-Regelung kennen. Gain Staging und so. 

Absolut cleaner Sound


Und das war es im Prinzip auch schon. Mehr kann die Kiste selbst nicht – aber wie sie es macht, ist schon mehr als beeindruckend! Und um die Frage zu beantworten, was der Hermes mit dem Signal macht, hab ich einfach mal alle Inserts mit kurzen XLR-Kabeln verbunden und so alle Inserts auf Kabel gelegt. Und wie ihr hört, hört ihr keinen Unterschied!

Ebenfalls bemerkenswert: Die Gains aller I/O sowie L und R waren absolut präzise. Der Gain stimmte auf die Kommastelle genau und es gab keine Veränderungen  – egal in welcher Konstellation ich gemessen habe!

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