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Test
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30.01.2014

Source Audio Hot Hand USB Test

Wireless MIDI-Controller

Ein Ring sie zu rocken

Mit der Entstehung eng verzahnter Soft- und Hardware wie NIs Maschine, der Traktor Kontrol-Serie, AKAIs MPCs, Ableton Push und Konsorten, tummeln sich mehr und mehr speziell auf ein Programm zugeschnittene MIDI-Kommandozentralen auf dem Markt. Dennoch gibt es von Zeit zu Zeit immer mal wieder innovative Allrounder, die ein völlig anderes Feeling bei der Performance ermöglichen, wie es bei Source Audios Hot Hand USB der Fall ist. Der akkubetriebene, drahtlose MIDI-Controller wird einfach um den Finger „gewickelt“ und übermittelt seine Position über einen integrierten Bewegungssensor an eine USB-Empfängereinheit, die diese Daten wiederum in MIDI-Befehle wandelt und weiterreicht.  

Im Gegensatz zum Wireless Ring Pack aus gleichem Hause, das sich primär an die Anforderungen von Instrumentalisten, insbesondere Gitarristen oder Keyboardern wendet, zielt das Hot Hand USB Pack auf den Computermusiker ab und fokussiert somit primär Software-Instrumente, DAWs wie Ableton oder Reason und natürlich auch DJ-Programme. Im Handumdrehen ein paar Modulationseffekte, Wobble-Bässe oder Filter-Sweeps dirigieren oder wild winkend Loops und Samples auf den Dancefloor abfeuern? Das klingt nach einem spannenden Tool für den Live-Einsatz!  

Der Hot Hand USB kostet knapp 100 Euro im gut sortierten Fachhandel, wofür man durchaus schon zwei Knöpfchenbretter Marke Korg Nano, einen Behringer CMD oder einen Numark Orbit bekommt und bewegt sich damit nicht mehr unbedingt im Schnäppchen-Segment. Möchte man bis zu vier der möglichen Ringe pro Empfänger einsetzen, kommt man gar auf annähernd 400 Euro. Aber Kohle ist ja nicht (immer) alles und Exklusivität hat bekanntlich ihren Preis.

Details

Im weiß-blau bedruckten Pappschuber finde ich neben einem Beipackzettel die drei Komponenten, die zum Betrieb des Hot Hand USB nötig sind: den Sender, den Empfänger und das Ladegerät. Der Source Audio läuft ohne Treiber nativ unter Linux, MacOS und Windows, weshalb auch keine Treiber-CD im Paket steckt. Die Konfigurations-Software ist von der Website des Herstellers herunterzuladen. Den Empfänger könnte man glatt für einen USB-Flashspeicher-Stick halten, wäre da nicht an seiner Seite die vierstufige LED-Leiste, die Auskunft über die Empfangsbereitschaft und die Anzahl der verbundenen Signalgeber gibt. Der nächste Bestandteil des Lieferumfangs ist ein 5-Volt/50-Milliampere-Netzteil mit fest verbautem Eurostecker der Qualitätsstufe „Standard“, das sich mit der dritten Komponente, dem Handsender verbinden lässt. Dieser residiert in einer Gummihülle und lässt sich im Bedarfsfall (Reparatur) mit ein wenig Fingerfertigkeit aus seiner Behausung gemäß nachstehendem Foto befreien. Beim Herausziehen fällt dem neugierigen Autor allerdings der Akku fast heraus. Also wenn es nicht zwingend erforderlich ist, vielleicht nicht unbedingt nachmachen! An der Hinterseite des Rings ist lediglich die Netzteilbuchse angebracht, oben prangt das Logo und eine kleine transparente Aussparung gibt die Sicht auf die Betriebs-LED frei. Der Einschaltknopf befindet sich links, wo auch die Schlaufe für den Gummizug sitzt. Die Unterseite schmiegt sich mit ihrer Wölbung elegant auf den Rücken des Fingers, dann heißt es Riemen durch die Schlaufe ziehen, festzurren und das Teil sitzt wie angegossen.

Obwohl das Gerät wie erwähnt ohne Treiberinstallation auskommt und ein Ausflug in den Editor wohl auch nicht unbedingt die erste Handlung ist, wenn man das Teil frisch ausgepackt in der Hand hält, gilt es den Lithium-Ionen-Akku des Transmitters erst einmal aufzuladen, bevor es an den Praxiseinsatz gehen kann. Dies erfolgt durch den Anschluss des mitgelieferten AC-Netzteils an die Ladebuchse auf der Rückseite des Rings. Nach rund 1,5 Stunden ist der Akku „voll“, was man daran erkennt, daß die zuvor blinkende, blaue LED nun endlich erloschen ist. Laut Herstellerangaben soll der Akku bis zu sechs Stunden leisten können und eine Übertragungsreichweite von bis zu 30 Metern gewährleisten.

Den Empfänger stecke ich einfach in einen freien USB-Port des Notebooks, woraufhin die innere der fünf LED-Lampen zu blinken beginnt. Ein Zeichen dafür, dass aktuell noch keine Verbindung zustande gekommen ist. Der Transmitter sitzt mittlerweile auf dem Zeigefinger und ich schalte ihn durch Antippen des seitlichen Power-Buttons ein, woraufhin beide Geräte ihre Konnektivität nach einem kurzen Moment durch einen dauerhaften Betriebszustand der Lämpchen bestätigen.

Im Inneren des Rings werkelt ein 3-Achsen-Bewegungssensor, der Drehungen der Hand um die X-, Y- und Z-Achse zum Empfänger überträgt, der diese Informationen wiederum in MIDI-Signale übersetzt. Wie „simpel“ die Inbetriebnahme des Tools auf dem Papier jedoch auch zu sein scheint, ein Ausflug zu Serato DJ, wo der Controller automatisch in den MIDI-Voreinstellungen auftaucht und die Achsen über einen ebenso unkomplizierten Klick auf die MIDI-Schaltfläche und den Programmbefehl zugewiesen werden sollten, bestätigt meine erste Skepsis bezüglich der (ungewollten) Befehlsübermittlung. Denn obgleich der Autor mit ziemlich ruhigen Händen gesegnet ist, passiert es ihm, dass bereits ein Parameter zugewiesen ist, obwohl er die Hand nicht absichtlich bewegt hat. Und ob das dann auch noch auf der richtigen Achse geschehen ist, ist auch nicht unbedingt garantiert. Also steht erstmal ein Ausflug in den Editor auf dem Plan, den es auf der Website des Herstellers zum kostenlosen Download gibt. Und siehe da: Von Haus aus übermittelt der Handsender drei unterschiedliche MIDI-Befehle – und zwar auf der X-Achse CC 7, auf der Y-Achse CC 8 und auf der Z-Achse CC 9.

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