Test
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04.12.2017

Soundcraft Notepad-5 und Notepad-12FX Test

Kompaktmixer

Very small, very british

Mit den Pulten der Notepad-Serie hat der englische Hersteller Soundcraft äußerst kompakte Mischpulte im Programm. Sie richten sich ebenso an Einsteiger wie an Profis, die ohne großen Aufwand wenige Signale zusammenführen und dabei auf eine USB-Schnittstelle nicht verzichten möchten. Wir testen das Notepad-5 und dessen großen Bruder das Notepad-12FX und klären, was diese zu leisten imstande sind.

Details

Die beiden kompakten Mixer kommen mit externen Netzteilen und gedruckten Sicherheitshinweisen. Einen Quick-Start-Guide oder ein Handbuchhätte der Autor sinnvoller gefunden, diese lassen sich aber auf der Soundcraft-Website herunterladen. Das Notepad-12FX ist etwa so groß wie ein DIN-A4-Blatt, das Notepad-5 passt sogar in meine Handfläche. 

Notepad-5 

Der Mixer ist klein, wirkt aber erstaunlich robust. Bis auf die Kunststoff-Seitenteile ist das Gehäuse komplett aus Metall gefertigt. Mir gefallen die großen Potis und Taster, die sich gut anfassen und nicht wackeln. Das ist in dieser Preisklasse durchaus nicht selbstverständlich. Alle Bedienelemente befinden sich auf der Geräteoberfläche, lediglich der Anschluss für das externe Netzteil sitzt auf der Rückseite, Zugentlastung inklusive. 

Das Notepad-5 verfügt über einen Mic/Line-Kanal mit Combobuchse, die alle Signaltypen akzeptiert: Mikrofone, Line-Signale und sogar eine Akustik- oder E-Gitarre können direkt andocken, da Soundcraft diesem Kanal einen Hi-Z-Taster spendierte. Soll der Eingang ein Mikrofon für Gesang oder Sprecher verwalten, entsorgt der Low-Cut-Taster (100 Hertz) lästigen Tiefbass. Der nachfolgende Kanalzug ist einfach, aber effektiv. Über ein Gain-Poti wählen wir die passende Vorverstärkung, vor Übersteuerungen warnt eine Clip-LED. Einen Solo/PFL-Bus gibt es in der Notepad-Serie allerdings nicht. 

Der Mic/Line-Kanal verfügt über einen zweibandigen Shelving-EQ (80 Hertz, 12 Kilohertz). Direkt darunter befinden sich ein Aux-Send- und Volume-Poti. Diese beiden Kameraden gibt es auch in den zwei Stereokanälen, der erste Stereokanal besitzt zusätzlich ein Trim-Poti (-20 bis +20 Dezibel).

Die restliche Ausstattung ist schnell aufgezählt. Wir notieren einen Aux-Master für den Monitorweg, der über eine Klinkenbuchse ausgespielt wird. Mittels Taster mutiert die Buchse zum Kopfhörerausgang, der wahlweise die Mischpultsumme oder den Monitorweg wiedergibt. Der Masterkanal besteht aus zwei XLR-Ausgängen, zwei vierstelligen LED-Metern und einem Lautstärkeregler. Last, but not least nehmen wir eine USB-Buchse zur Kenntnis, aber dazu später mehr.

Notepad-12FX

Der große Bruder bietet gleich vier Mic/Line-Eingänge, jeweils bestückt mit einem Dreiband-EQ mit Festfrequenzen (80 Hertz, 2,5 und 12 Kilohertz) sowie zwei Aux-Wegen. Dabei beschickt ein Aux-Weg das integrierte Lexicon-Effektgerät. Es bietet Hall, Delay und Chorus, auch in Kombinationen. Ferner verfügt der Mixer über drei weitere Stereokanäle. Ein vierter Stereokanal kann als Effekt-Return für das interne oder ein externes Effektgerät dienen.

Zwei Eingänge sind Hi-Z-tauglich und die Summe wird nicht über ein Volume-Poti, sondern einen 50-Millimeter-Fader ausgespielt. Oberhalb des Masterfader befindet sich ein Kopfhörerverstärker, der die Summe oder einen Stereo-Return der USB-Schnittstelle wiedergibt.

Die USB-Schnittstelle

Während ich mich durch eine Kabelkiste wühle, USB-Kabel gehören nämlich nicht zum Lieferumfang, lädt der Rechner den passenden Windows-Treiber. Mac-Jünger dürfen frohlocken, denn die Notepads sind unter Core Audio class compliant und können treiberfrei andocken. Das USB-Interface im Notepad-5 kann zwei Monosignale oder ein Stereosignal aufnehmen und wiedergeben, beim Notepad-12-FX sind es vier Spuren. Es gibt sogar einige Routing Optionen: Das Notepad-5 kann wahlweise den Mikrofonkanal und einen Mono-Line-Eingang aufzeichnen oder einen Stereokanal. Das Notepad-12FX dagegen vier Audiosignale, wobei die Spuren 1 und 2 stets von den Mikrofonkanäle 1 und 2 adressiert werden.

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