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Test
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29.11.2018

Sonuscore Free HD Orchestra Chords und Sustained String Chords Test

Kostenlose Kontakt-Library

Orchestrale Akkorde aus der Konserve

Orchester-Libraries für Native Instruments Kontakt gibt es von diversen Herstellern und in verschiedensten Variationen. Möglichst nah mikrofonierte, authentische Samples, bei denen der Grundcharakter noch formbar ist, gibt es beispielsweise mit der Symphony Orchestra Collection von Native Instruments oder den Spitfire Studio Strings. Aber auch moderne Layering-Konzepte wie die Heavyocity Modern Strings zieren das Angebot an orchestralen Sample-Libraries. Doch auch kostenlose Alternativen lassen den Sampler KONTAKT mit Streichern erweitern, die eigene Konzepte mitbringen.

Die Sampleschmiede Sonuscore wurde von den Machern der Boom Library gegründet, welche nicht zuletzt durch ihre FX-Sample-Kollektionen einen guten Ruf unter Sounddesignern und Scoring Producern genießt. Mit den Free HD Orchestra Chords und den Free Sustained String Chords liefert Sonuscore zwei Gratis-Libraries, die hochwertige Orchesterstreicher in die Produktion bringen, die fertige Akkorde spielen. Im Rahmen unseres Freeware-Specials haben wir gecheckt, was die Libraries draufhaben und wie sie klingen.

Noch mehr kostenlose Plugins findet ihr in unserem großen Freeware Software Synths und Plugins Special.

 

Details + Praxis

Download und Installation

Die Libraries erfordern Native Instruments Kontakt 5.5.2 oder neuer. Nichts im Leben ist umsonst, heißt es ja so schön: Wie es bei kostenloser Software oftmals der Fall, muss auch hier eine Mailadresse angegeben werden, um den Downloadlink zu erhalten. Der Download beider Libraries ist insgesamt nicht einmal 400 MB groß (68 MB Orchester und 311 MB Sustained Strings), was für Orchester-Libraries wirklich gering ist.

Wie es für nicht zertifizierte Kontakt-Libraries üblich ist, wird nicht installiert, sondern lediglich die entsprechende Library (NKI-Datei) per Drag and Drop in den Sampler gezogen.

Bedienoberfläche und Konzept

Die Bedienoberflächen beider Libraries sind gleichermaßen aufgebaut und von simpelster Struktur. Nur einen einzigen Regler findet man auf dem Interface, mit dem sich ein integrierter Hall hinzumischen lässt. Die wesentlichen Parameter werden anderweitig gesteuert: Per Velocity wird zwischen Dur und Moll unterschieden – einfacher geht’s kaum. Das bringt zwei Vorteile mit: Zum einen spielt man auch ohne Vorkenntnisse von Tonarten immer den passenden Akkord. Zum anderen kann man via Anschlagstärke zwischen Dur und Moll Akkorden wechseln, was live sehr praktisch ist. Schön ist auch, dass die Akkorde in den Samples enthalten sind. Anders gesagt: Statt einen Akkord der Violin-Sektion zu spielen, bildet das gesamte Streicherensemble gemeinsam den Akkord. So spielen die jeweiligen Instrumente die Noten, die zum Akkord passen – das Ergebnis ist dementsprechend authentisch und voll. Anders als die Produktnamen es vermuten lassen, spielen beide Soundlieferanten nicht nur Akkorde, sondern auch einzelne Noten ab. Ob Akkorde eines gesamten Ensembles oder nur einzelne Noten einer Ensemble-Sektion (Bässe, Celli, Violinen und Co.) gespielt werden, hängt davon ab, welche Oktave man spielt. Das ist zwar praktisch, bedeutet aber auch, dass die jeweilige Ensemble-Sektion auf die zugewiesene Oktave festgenagelt ist und somit jede Sektion nur in einer Oktave gespielt werden kann. 

 

Im Vergleich zu käuflich erhältlichen Orchestra Libraries weisen die beiden Testkandidaten bei dieser Bedienoberfläche keine tiefgreifenden Einstellungen auf. Ebenso muss man beim Spielen natürlich auf Multisamples mit diversen Anschlagstärken verzichten, da die Velocity als „Dur-Moll-Switch“ verwendet wird. Weitere Einstellungen, beispielsweise Artikulationen via Keyswitch, gibt es ebenfalls nicht. Besonders durch die Akkorde eignen sich die Libraries vielmehr als Grundbaustein für Scorings. Die beiden Kontakt-Instrumente harmonieren gut miteinander und sind besonders in Kombination zu empfehlen. Das gesamte Orchester ermöglicht es, anhaltende Akkorde zu spielen, die einen wirklich sehr authentischen Charakter des Spiels liefern. Die Libraries lassen tiefe, mittlere und hohe Sektionen des Ensembles spielen und bleibt dabei immer authentisch. 

Mit dem Mod-Rad kann die Dynamik der Chords gesteuert und bei der String-Library zwischen Sustain- sowie Tremolo-Akkorden gemischt werden. Im Zusammenspiel klingen die Ergebnisse sehr authentisch und bieten eine gute Basis für Scorings.

Fazit


Sonuscore liefert mit den Sustained Strings und den Orchestra Chords zwei brauchbare Streicherlibraries, die neben vorgefertigten Dur- und Moll-Akkorden auch solo gespielte Ensemble-Sektionen beinhalten. Die Libraries triggern Dur- und Moll-Akkorde mit Hollywood-Charakter, die sich leicht kombinieren lassen und eine gute Basis für Kompositionen und Arrangements bieten. Die Bedienung ist simpel und in puncto Klangqualität brauchen sich die Libraries nicht verstecken. Daher eignen sich die beiden Freebies aus dem Hause Sonuscore nicht nur für Bedroom Producer, sondern auch für alle, die mit wenigen Handgriffen authentische Orchester-Akkorde in ihrer Produktion benötigen. Beide Libraries gibt es kostenlos gegen eine Anmeldung zum Newsletter. Downloaden und ausprobieren! Das kostenlose Plugin findet ihr hier.

  • Pro
  • authentischer, hollywoodreifer Orchestersound
  • ganze Ensemble-Akkorde triggern über einzelne Noten
  • Dur- und Moll-Akkorde via Velocity wechselbar
  • Einzelnoten diverser Sektionen in Oktaven
  • Contra
  • kein Contra
  • Features
  • kostenlose Kontakt-Libraries
  • automatisches Akkordspiel
  • via Velocity steuerbare Dur- und Moll-Akkorde
  • Einzelnoten über weitere Oktaven spielbar
  • Reverb-Effekt
  • Systemvoraussetzungen: Native Instruments KONTAKT Version 5.5.2 oder neuer, macOS.10.9 oder neuer, IntelCore 2 Duo, Windows 7, AMDAthlonTM64X2, 4 GB RAM, 90 MB bzw. 300 MB Festplattenspeicher
  • Preis
  • kostenlos

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