Hersteller_Sonor
Test
4
19.11.2009

PRAXIS
Die Snare knallt rein, und zwar ganz gehörig! Egal in welcher Stimmlage, ob tief, mittig oder hoch gestimmt, dieses Signature-Modell hat eine enorme Power. Das Sustain ist klar und konstant, ohne jedoch glockig zu klingen. Der aufgrund des Kesselmaterials warme Grundklang ergänzt sich wunderbar mit den klaren Obertönen und dem crispen, sehr knackigen Attack der Snare. Jede Snaredrum klingt in einem bestimmten Frequenzbereich besonders gut. Bei diesem Modell fand ich heraus, dass die Snare mittig-tief gestimmt ihre wahre Größe entfaltet. Jede Trommel, ob Tom-Tom, Snare, Bass-Drum oder Conga, klingt aufgrund der Konstruktion, den Maßen und Materialien in einer bestimmten Stimmlage am besten. Was nicht bedeuten soll, dass das jeweilige Instrument nicht auch in anderen Stimmlagen gut klingen kann. Dies ist dann der Fall, wenn Kessel und Felle optimal in Schwung gebracht werden und der ''Grundton'', den jede Trommel besitzt, durch gezieltes Stimmen gefunden wird. Ihr solltet hierbei nicht zu schnell vorgehen, euren Ohren und eurem Instinkt vertrauen. Die positiven Stimmeigenschaften von Careys Trommel machen es euch in diesem Falle einfach. Doch auch in anderen Stimmlagen, ob offen oder gedämpft, kann die Snare durch gute, variable und voluminöse Sounds überzeugen.

 


Was mir besonders gut gefällt, ist der Rimshot-Sound. Selten empfand ich es einfacher, einen guten und sauberen Rimshot auf einer Snare zu spielen, was vor allem mit der Kombination von Power-Hoops auf der Schlagseite und dem Bronzekessel zusammenhängt. Der Sound setzt sich durch den extrem knackigen Attack mit Sicherheit in jeder auch noch so harten Prog-Rock-Death-Metal-Industrial-Grunge-Band durch.


Die Obertöne lassen sich durch gezieltes Dämpfen hervorragend kontrollieren, daher kann man dem bauchigen Grundklang der Snare immer eine beliebige Dosis Obertöne hinzufügen. Dies geht recht leicht von der Hand, da unser Testkandidat sehr sensibel auf den Einsatz eines Stimmschlüssels reagiert. Ich komme mir fast vor wie ein Koch, der nach der optimalen Gewürzmischung für seine Suppe sucht und eine Prise Salz und noch einen Hauch Estragon hinzufügt. Meine Gewürzmischung besteht aus feinsten Dämfungsmaterialien, gut dosierten Obertönen und der richtigen Portion Snareteppich-Ansprache. Tauscht man die nicht gerade hochwertigen Werksfelle aus und ersetzt den Teppich zum Beispiel durch einen Sonor ''Soundwire'', lassen sich durchaus klanglich noch bessere Ergebnisse erzielen. Mit einem hochwertigeren Teppich optimiert man die Snare, denn gerade leise angespielt habe ich zu Beginn des Tests feine Nuancen in Bezug auf die Teppichansprache vermisst. Die Snare klang etwas dumpf, was sich aber durch den Einsatz eines hochwertigeren Teppich sofort änderte.

 

Überrascht– besser gesagt: begeistert! – war ich, als ich den ersten Sidestick gespielt habe. Präzise, klar und voluminös erklingt die Snare mit aufgelegtem Stick, was auch, wie schon beim Rimshot, mit der Materialkombination aus Stahlspannreifen und Bronzekessel zu tun hat. Besonders im musikalischen Genre der Schwermetaller werden Trommeln mit einem recht hohen Kraftaufwand bearbeitet. Doch muss das nicht bedeuten, dass die Drums dann auch gut klingen. Gezielt und ohne übermäßig großen Kraftaufwand angespielt, macht diese Snare Alarm und präsentiert sich als reinstes Powerhouse. Sie hat es verdient, immer mit viel Gefühl behandelt zu werden. Zugegebenermaßen macht es aber auch einfach Spass, die Snare ordentlich ranzunehmen. Als Stick habe ich übrigens einen Vater Hickory 5A-Los-Angelos verwendet. Manch einer behauptet, unterschiedliche Stickmodelle würden sich im Gegensatz zur Spielweise nicht besonders auf den Klang einer Trommel oder eines Beckens auswirken. Dem kann ich definitiv nicht zustimmen. Dies ist mir bei dieser Snare in besonderer Weise beim Spielen eines Sidesticks aufgefallen, da dieser extrem klar und artikuliert wiedergegeben wird. Vergleicht mal ein Hickory- mit einem Sugar-Maple-Modell. Sound ist eine sehr persönliche Angelegenheit, deswegen sollte jede Klangkomponente Beachtung finden. Danny Carey ist nicht nur wegen seines Spiels, sondern auch wegen seines eigenständigen Sounds berühmt geworden. Nach fünf bis zehn Sekunden eines Tool-Songs erkennt man die Band an ihrem Sound.

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