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Test
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02.01.2018

Sonor 4000 Hardware Test

Becken-, Snare-, und Hi-Hat-Stativ

Arbeitstiere!

Den Ruf, panzerartige Hardware herzustellen, welche nicht nur unzerstörbar ist, sondern auch ein Abo beim Physiotherapeuten hätte beinhalten müssen, hat die Firma Sonor schon vor einigen Jahren abgelegt. Solide sind die Stative und Maschinen geblieben, beim Gewicht und der Handhabbarkeit hat man sich allerdings den Wünschen der arbeitenden Drummer angepasst. Heute haben wir uns einige Stative der 4000er Reihe angesehen, welche von Sonor als „Workhorse“-Hardware bezeichnet wird und im preislichen Mittelfeld angesiedelt ist. 

2014 wurde die Reihe erstmals vorgestellt, kürzlich kam sie in den Genuss eines moderaten Updates, nur die Bassdrum-Pedale (welche wir in einem separaten Test behandeln werden) wurden einer umfangreicheren Modifikation unterzogen. Dass man Bewährtes nicht ständig radikal verändern muss, zeigt der Erfolg der doppelstrebigen Stative. Besonders die Einführung der stufenlos neigbaren Beckenarme sowie die Quick Release Funktion für schnelles Auf- und Abbauen dürften viele Trommler überzeugt haben, zumal sich die Pedale und Stative im durchaus vertretbaren Preisrahmen bewegen. Zum Test liegen der MBS 4000 Galgen-Beckenständer, der SS 4000 Snaredrum-Ständer sowie die Hi-Hat-Maschine namens HH 4000 vor, darüber hinaus bietet Sonor noch einen Tom-Becken-Ständer, einen Doppel-Tomständer sowie einen Doppel-Beckenständer an, außerdem gibt es auch noch ein Komplettpaket.

Details

Eine gute Ausstattung ist natürlich eine tolle Sache, wenn es um Schlagzeugstative geht, aber mein erster Check gilt dem Gewicht. Mit etwa vier Kilogramm erreicht der Galgenständer einen Standardwert, ist also weder besonders leicht noch übermäßig schwer. Dasselbe gilt auch für die Hi-Hat sowie für das Snare-Stativ. Die doppelten Streben der Basisteile münden in dicke, rutschfeste Gummifüße, und überall dort, wo Tauchrohre verbaut sind, greifen kunststoffgefütterte Zwei-Segment-Klemmen, welche mit griffigen Flügelschrauben arretiert werden. Alle Stative stehen entsprechend solide und klapperfrei, die Verarbeitung ist durchweg sauber ausgeführt. 

Beim Galgen-Beckenstativ geht es komfortabel zu

Konzeptionell handelt es sich beim MBS 4000 um einen normalen, zweifach ausziehbaren Galgen-Beckenständer. Mit einer Mindestaufbauhöhe von etwa 65 Zentimetern wird er auch extreme „Low Rider“ zufrieden stellen, das Basisteil lässt sich sehr breit aufstellen. Im oberen Bereich hält das Testobjekt zwei praktische Features bereit. Da wäre einmal der stufenlos neigbare Becken-Tilter zu nennen, welcher nicht über eine herkömmliche Flügelschraube, sondern über einen einarmigen Hebel bedient wird, wie er auch von DW-Stativen bekannt ist. Zieht man ihn heraus, ist er drehbar, sodass er sich nicht mit dem Becken in die Quere kommt. Um einen schnellen Beckenwechsel zu erleichtern, verzichtet Sonor auch am Aufhängungsdorn auf Flügelschrauben. Stattdessen kommt die so genannte Quick Release Vorrichtung zum Einsatz, ein Kunststoffkranz, welcher sich durch Drücken eines seitlich angebrachten Knopfes schnell abnehmen und wieder anbringen lässt. Wer das MBS 4000 Stativ als geraden Beckenständer nutzen möchte, kann den massiven, geriffelten Galgen auch im oberen Tauchrohr versenken. 

Der Snaredrum-Winkel kann stufenlos verstellt werden

Auch der Snare-Ständer SS 4000 kommt ohne aufsehenerregende Gimmicks aus, allerdings ist er schnell als Sonor Produkt zu identifizieren. Das liegt an der stufenlosen Verstellmechanik des Snare-Korbes, welche in dieser Form schon bei Sonor-Stativen der Siebzigerjahre verbaut wurde. Auf die damals ebenso verwendete Schnell-Löse-Funktion des Korbes müssen 4000er Käufer jedoch verzichten. Wer die Trommel lösen oder fixieren möchte, muss zur bekannten Drehspindel greifen. Auf gute 50 Zentimeter Bodendistanz kommt der Korb bei maximal eingefahrenem Tauchrohr, was auch für acht Zoll tiefe Snares reichen sollte, sofern ihr nicht zu tief sitzt. 

Eine Trittplatte sieht rot

Den einzigen Hinweis darauf, dass es sich bei unseren Test-Stativen um Exemplare aus dem Facelift 2017 handelt, liefert die dreibeinige Hi-Hat-Maschine. Statt der schwarz-silbernen Trittplatten der 2014er Generation kommen jetzt glatte Aluplatten zum Einsatz. Die Worte „Sonor Germany Since 1875“ prangen in roten Lettern um den so genannten „Target Point“ herum gruppiert. Das sieht gut aus, dürfte den Unkundigen allerdings über den Umstand hinweg täuschen, dass die 4000er Serie in China hergestellt wird. Es gibt aber noch einen weiteren Unterschied zur älteren Generation, denn statt einer breiten Einzelkette sorgt nun eine Doppelkette für die Übertragung der Fußbewegung auf die Becken. Diese läuft bei der Testmaschine allerdings leicht schräg. In dieser Preisklasse gehört eine Verstellbarkeit der Federspannung zum guten Ton, im Falle der HH 4000 wird diese über ein Kunststoffrad realisiert, mit welchem sich der Federdruck stufenlos an das Beckengewicht und die Kraft des Spielers anpassen lässt. Über eine Bodenplatte verfügt die 4000er nicht, stattdessen kommt ein herkömmliches, in die Basis einhängbares Federgestänge zum Einsatz. Als typische Sonor Eigenart dürfen die sechseckige Hi-Hat-Stange und die dazu passende Clutch gelten, welche im Zusammenspiel dafür sorgen, dass sich das obere Becken nicht selbstständig lösen kann. Das ist nach wie vor ein ebenso praktisches Detail wie die einfache Winkelverstellung des Bottom-Beckens per großem Kunststoffrad am oberen Ende des Tauchrohrs. Eine Memory-Klemme merkt sich die Position der Höhe und verleiht zusätzliche Stabilität bei „Heavy-Tretern“. Drehbare Beine sorgen für ausreichend Platz beim Einsatz eines Doppelpedals. 

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