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Test
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12.07.2017

Softube Console 1 Mk 2 Test

Hardware-Controller mit Software-Emulation

Console 2

Es liest sich wie inszeniert. Vielleicht haben unsere Leser aber einfach nur hellseherische Fähigkeiten. Unter dem alten Testbericht zur Console 1 „mark 1“ finden sich jedenfalls zwei Kommentare: einer wünscht sich UAD-Unterstützung, der andere hat seine UAD verkauft, weil sie sich nicht so gut wie Console 1 integriert. 

Was soll ich sagen? Softube Console 1 kann jetzt auch UAD2! Wie gut das funktioniert und was es sonst für Veränderungen dank MK2-Version gibt, klären wir im Folgenden!

Details

Plug-in im Plug-in mit Hardware-Controller

Softube Console 1 ist ein kombiniertes System aus Hardware-Controller und Software-Plug-ins für mixtypische Aufgaben wie Drive, Transient-Shaping, Gateing, EQing und Compression. Der USB-Controller ist wie ein typischer Channelstrip aufgebaut und kommuniziert mit seinen vielen LED-Kranz-Encodern und Lämpchen bidirektional mit einem Host-Plug-in. Unterstützt werden die Formate VST2, VST3, AU und AAXnative, wodurch sich das System mit so gut wie jeder DAW nutzen lässt.

Insert me!

Das Prinzip ist so simpel wie genial: In jede Spur kommt ein kleines Hilfs-Plug-in, das den Arbeitspunkt von Console 1 in der Spur festlegt. Man kann also auch weiterhin und wie gewohnt andere Plug-ins davor oder danach nutzen. In der Reihenfolge, wie man die Plug-ins hinzufügt, tauchen sie dann am Controller auf. Das erste ist dann die 1, das zweite die 2, usw. Sollte man in jede Spur das Plug-in insertieren, funktioniert sogar Solo mit dem Controller.

Für alle Hilfs-Plug-ins gibt es dann ein großes und beliebig skalierbares Overlay-Fenster, das alle Parameter des gerade im Fokus stehenden Plug-ins anzeigt. Verschiedene Darstellungsvarianten sind möglich, eine richtige Bedienung mit der Maus jedoch leider noch immer nicht.

Alles neu macht Mk2 ?!

Was sich angeblich geändert hat, ist die Hardware. Es handelt sich dabei aber offensichtlich nur um minimale, kosmetische Änderungen hinsichtlich der Beschriftungen. Es gibt also keine neuen Regler oder sonstiges. Das ist gut, denn so profitieren auch Kunden älterer Versionen von neuen Features.

Aber was hat sich denn nun mit der Mk2 geändert? Ganz klar, der Preis! Die Mk2 ist für rund 500 Euro zu haben, was rund 300 Euro weniger sind als noch bei der Mk1. 

Mittlerweile sind auch weitere Konsolen-Emulationen erhältlich, das heißt klangästhetische Variationen des Plug-ins, die den Klang der großen Mischpult-Klassiker simulieren sollen. Standardmäßig ist nach wie vor Solid State Logics SL 4000 E enthalten.

Optionale Flavours, etwas schlecht kommuniziert

Die Console 1 Erweiterungen „SSL XL 9000 K“ und „Softube British Class A“ sind optional erhältlich. Erstere ist eine moderne, deutlich cleanere, musikalischere „caps-free“ Variante der beliebten SSL – und etwas weniger crunchy und aggressiv. Drive gibt es aber trotzdem dank VHD-Feature, bekannt aus der Duality und den 500er Preamps. Hinzukommt Peak und RMS-Mode im Kompressor, sowie etwas abgewandelte, weichere EQ-Kurven mit mehr Over- und Undershots.

„Britisch Class A“ hingegen ist eine „weiche“ Neve 1073 und 2540 Emulation – allerdings darf Softube das aufgrund der fehlenden Namensrechte so nicht äußern, was sich aber auch positiv im Preis bemerkbar macht.

Der „Summit Audio Grand Channel“ hingegen bringt dicken amerikanischen Röhren-Sound in die Desktop-Konsole. Die Kommunikation ist hier allerdings etwas sonderbar, da der Summit nicht exklusiv für die Console 1 aufgelegt wurde, sondern auch weiterhin als normales Plug-in funktioniert und verkauft wird. Wie dem auch sei, mit diesen drei Erweiterungen sind die wichtigsten Flavours unter ein Dach gebracht – noch mehr Möglichkeiten würden irgendwann auch in Haarspalterei enden.

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