Test
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11.01.2021

Praxis

Der Einstieg in den Praxisteil stellt sich als erfreulich einfach heraus. Meine erste Amtshandling bestand darin, das USB-Kabel über einen passiven USB-Hub mit meinem Rechner zu verbinden. Die spannende Frage, ob der interne Akku der Sirus-DI-Box sich auch über einen passiven Hub laden lässt, ist schnell geklärt. Ja, das funktioniert. Die „Charge“-LED leuchtet rot auf, gleichzeitig installiert sich die USB-Audioschnittstelle und kapert die Audiowiedergabe meines Windows-10-Rechners vom Fleck weg. In der Windows-Sound-Ausgabe wird die DI-Box als „Alctron DI2750N“ aufgeführt. Keine Treiberinstallation, kein Firmware Terror – die DI-Box von Sirus funktioniert einfach. Ob tatsächlich Sound ausgegeben wird, evaluiere ich mit einem KRK-Kopfhörer, den ich an die Kopfhörerbuchse andocke. Bingo – hier ertönt Bugge Wesseltofts Piano aus den Ohrmuscheln.

Was mich überrascht, ist die erstaunlich gute Klangqualität. Transparent, aufgeräumt und frei von Artefakten wie Brummen oder Rauschen. Ich gebe zu, das hätte ich für diesen Preis nicht unbedingt erwartet. Die Lautstärke lässt bequem über das USB-Volume-Poti einstellen. Wenn es sein muss, dann gibt der Kopfhörerausgang sogar einen ordentlichen Pegel aus, mehr als man für normales Musikhören zu Hause benötigt. Für den DJ-Einsatz unter Vollgas im Club könnte der Maximalpegel vielleicht nicht immer reichen.

USB-Audio können wir mit Bestnoten von der Checkliste streichen. Wie sieht es in puncto Bluetooth aus? Ich drücke die Bluetooth-Power-Taste an der DI-Box und die Status-LED feuert eine kleine Light Show ab, indem sie zwischen Rot und Grün wechselt. Begleitet wird das von einer kleinen Melodie, die über den Kopfhörerausgang abgespielt wird. Ich öffne die Bluetooth-Einstellung in meinem iPhone X. Dort erscheint der Kandidat in der Geräteauswahl als „Sirus DI USB/BT“. Ich drücke auf „verbinden“ und eine Tonfolge im Kopfhörer und die nun grün leuchtende Status-LED an der Hardware bezeugen eine bestehende Verbindung. Respekt, auch die Bluetooth-Verbindung lässt in Puncto Klangqualität nichts anbrennen. Kein Rauschen, Knacksen oder andere Nebengeräusche, die den Musikgenuss schmälern.

Als Nächstes teste ich die Reichweite der Bluetooth-Verbindung. Maximal zehn Meter sind im Manual angegeben. Die Praxis zeigt: Dreizehn Meter und ein Mauervorsprung führen zu konstanten Verbindungsabbrüchen. Zehn Meter mit Sichtverbindung funktionieren tadellos, solange man nicht die Antenne abdeckt. In einem Umkreis von zwei Metern kann man die Antenne komplett mit einer Hand umschließen und die Verbindung bleibt trotzdem stabil. Ohne angeschraubte Antenne kommt dagegen keine Verbindung zustande. Die Sirus DI performt somit genau wie angepriesen. Keine Beanstandung meinerseits. Die XLR-Ausgänge agieren klanglich auf dem Niveau des Kopfhörerausgangs. Die Kippschalter für den Ground Lift und die Monosummierung möchten mit Nachdruck betätigt werden und das ist gut so. Eine unabsichtliche Aktivierung ist damit weitestgehend ausgeschlossen.

Wir müssen noch über den verbauten 1.200 mAh starken Lithium-Akku sprechen. Selbst mit einem optionalen USB-Netzteil dauert eine vollständige Aufladung wie angegeben sechs Stunden, was erstaunlich lang ist. Als Entschädigung performt die voll aufgeladene Zelle bis zu vierzig Stunden am Stück, weshalb sich Vor- und Nachteile hier die Waage halten. 

Ich habe die Sirus DI-Box fünf Stunden am Stück simultan mit USB- und Bluetooth-Audiosignalen gefüttert, ohne dass es Ausfälle oder Klangartefakte zu beanstanden gab. Ich gebe zu, das Teil gefällt mir und es empfiehlt sich für alle möglichen Standardaufgaben, wenn es um eine unkomplizierte Verbindung von Audiozuspielen an Mischpulte oder Ampracks geht. Dank der Kopfhörerbuchse, den beiden Volume-Potis und der langen Akkulaufzeit bietet sich das Teil auch zum Musikhören oder Binge-Watching mit Kopfhörern an. Zudem dürfte der simultane Betrieb beider Audioquellen in diesem Preissegment Seltenheitswert besitzen. Daher ein „Daumen hoch“ für die Sirus DI USB/BT!

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