Test
2
11.07.2020

Sennheiser e604 Test

Dynamisches Instrumentenmikrofon

Das Tom-Mikrofon

Dieser Test behandelt das Sennheiser e604. Endlich, könnte man sagen, denn von einer Neuheit kann auch beim besten Willen nicht mehr gesprochen werden. Ende der 90er Jahre vorgestellt, es ist allerdings zumindest deutlich jünger als ein anderes, sehr bekanntes Sennheiser Mikro, welches gern für dieselbe Anwendung her genommen wird. Die Rede ist vom MD421 und die Anwendung lautet: Toms aufnehmen!

Nun muss man natürlich aufpassen, dass keine Missverständnisse aufkommen, denn das MD421 wurde zu einer Zeit vorgestellt, als Mikrofone fast ausschließlich an professionelle Anwender verkauft wurden, entsprechend teuer waren und deswegen möglichst viele Quellen gut übertragen sollten. All das stand so nicht mehr im Pflichtenheft bei der Entwicklung des Klemmmikrofons e604. Stattdessen möchte das Testobjekt aus Sennheisers Evolution-Serie ein Spezialist sein, was schon allein an der Form, der Größe und der Ausstattung abzulesen ist. Außerdem kostet es ziemlich genau ein Drittel dessen, was man für den Studioklassiker auf den Ladentisch legen muss. Wie das Teil an Toms und der Snaredrum klingt, findet ihr auf den folgenden Zeilen heraus.

Details

Auf praktisch getrimmt

Ob sich in der kleinen Schachtel, in der das Sennheiser e604 zum Soundfreund kommt, auch tatsächlich ein Mikrofon befindet, lässt sich nur durch das Öffnen derselben herausfinden, denn mit etwa 60 Gramm ist der Schallwandler wirklich extrem leicht – Halterungsgelenk und EU-Gewindeverkleinerung inklusive. Und sehr klein ist es noch dazu, denn nur sechs Zentimeter misst das Kunststoffgehäuse in der Länge. Bedienelemente gibt es keine, und überhaupt wirkt alles an dem Mikro, als wäre es darauf hin entwickelt worden, bloß keine Aufmerksamkeit zu erregen. Im Einsatz am Drumset dürfte sich das als großer Vorteil erweisen. Um dort ohne Stativ positioniert werden zu können, liegt dem e604 noch eine Spannreifenhalterung bei, welche sich an die meisten Metallreifen anbringen lassen soll. Dies geschieht per einfacher Klemmvorrichtung, nur das Mikrofon selbst wird per Rändelschraube befestigt. Den Lieferumfang komplettieren eine Anleitung und eine einfache Nylontasche.

Auch technisch gibt es keinen Schnickschnack

Die optische Zurückhaltung des Sennheiser e604 setzt sich bei den technischen Daten fort. Wir haben es mit einem dynamischen Mikrofon mit Nierencharakteristik zu tun, sein nutzbares Frequenzband gibt Sennheiser mit 40 bis 18000 Hertz an. Das zugehörige Diagramm zeigt eine ab 100 Hertz sanft ansteigende Kurve, die ihren Peak dort erreicht, wo der Anschlagston des Stocks liegt, also bei 5000 Hertz. Anschließend fällt der Graph langsam ab. Konstruktionsbedingt läßt sich der Nahbesprechungseffekt gut nutzen, eine nahe Positionierung über den Fellen sorgt für eine deutliche Anhebung der Frequenzen unterhalb von 500 Hertz. Klassentypisch ist auch die eher geringe Empfindlichkeit von 1,8 mV/Pa, schließlich haben wir es mit sehr lauten Quellen zu tun.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare