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28.05.2014

sE Electronics X1 Studio Bundle Test

Kondensatormikrofon mit Zubehör

Halbes Studio für gut 200 Euro?

Das sE Electronics X1 Studio Bundle bei bonedo im Test – Auf die Frage, was man als Einsteiger benötigt, um im kleinen mit DAW, Interface und Abhöre ausgestatteten Homestudio professionell klingende Aufnahmen bewerkstelligen zu können, hat sE eine Antwort in Form eines großen Kartons: Das SE Electronics X1 Studio Bundle. Was dort “gebundelt” ist? Nun, Kernstück ist sicher das Großmemran-Kondensatormikrofon X1, ferner sind eine Mikrofonspinne, ein Poppschutz, ein Mikrofonkabel sowie, schwer zu übersehen, ein Reflexion Filter Bestandteil des Pakets. 

Es fehlt also eigentlich nur noch ein Mikrofonständer zum Loslegen in Schlafzimmer, Hobbykeller oder Proberaum. Ich habe mir das komplette Paket vom deutschen Vertrieb kommen lassen, um seine Qualitäten einem Test zu unterziehen – und um zu schauen, ob der Begriff “Studio” im Bundle nicht zu hoch gegriffen ist.

Details

Versionen und Pakete

Da der Hauptbestandteil des X1 Studio Bundles das namensgebende Mikrofon ist, will ich mich zunächst ihm widmen. Doch so viel noch kurz: Es gibt das X1 einzeln, mit Poppschutz, elastischer Halterung und Kabel sowie als vorliegendes Bundle. Und neben dem X1 ist auch ein Röhrenmikrofon X1 T verfügbar, zudem eine D-Version (für Schlagzeugaufnahmen) und eine, bei der Preamp, A/D-Wandler und USB-Schnittstelle direkt mit an Bord sind.

Kapsel und Gehäuse

Das X1 ist mit fester Richtcharakteristik ausgestattet. Auf dem Gehäuse prangt auf der Einsprechseite das deutlich erkennbare Nierensymbol, somit ist das Mikro genau auf der Rückseite am wenigsten empfindlich. sE Electronics kauft nicht etwa fertige Kapseln bei einem OEM-Hersteller, sondern fertigt sie in einer eigenen Fabrik in China. Die des X1 folgt der klassischen Bauform mit mittenkontaktierter, goldbedampfter Mylarmembran. Dicke Drahtmaschen schützen die Kapsel mechanisch, dahinter liegt eine feinere Gaze, die Poppgeräusche zu verhindern wissen wird. Das Housing des X1 ist aus kräftigem Messing – allerdings im unteren Bereich leer: Die Elektronik befindet sich zwischen der Höhe der Schalter und dem Beginn des Korbs. 

Einstellmöglichkeiten und Daten

Mit “20 Hz – 20 kHz” wird der Frequenzgang angegeben, die erfahreneren Leser unter euch wissen, dass dies im Grund nicht sonderlich viel über ein Mikrofon oder gar seinen Klang aussagt. Der grafische Frequenzgang hingegen bescheinigt dem X1 eine Anhebung oberhalb der 10 kHz, wie es für viele Großmembranmikrofone üblich ist. Zu den Randfrequenzen hin gibt die Übertragung leicht nach, was für ein Mikro dieser Bauart absolut normal ist. Über das Hochpassfilter erfährt man keine genaueren Daten, doch wird es einpolig sein, dafür aber eine Grenzfrequenz über 100 Hz haben. Mit dem linken Schiebeschalter wird die Tiefensperre aktiviert, der rechte Zwilling schaltet das Pad ein, eine Vordämpfung um 10 Dezibel, mit welchem der Grenzschalldruck von 127 dB(SPL) heraufgesetzt werden kann. Das Rauschen des sE X1 ist mit 16 dB(A) vertretbar viel, die Dynamik ist somit für die Vocal-Anwendung ausreichend. Zum Betrieb muss das X1 mit der bekannten 48V Phantomspeisung versorgt werden. 

Poppschirm, Spinne, Kabel… alles zum Glücklichsein?

Das Paket beinhaltet natürlich nur die oben genannten Zusätze. Das Mikrofonkabel ist wie zu erwarten recht einfach und mit drei Metern nicht übertrieben lang – hat aber die korrekte Länge für die meisten Anwendungen, also etwa am heimischen Schreibtisch. Da braucht eigentlich niemand sechs Meter. Der Poppschutz ist aus Metall, die Spinne folgt gestalterisch und funktionell dem Neumann-Vorbild und ist ebenfalls aus Metall.

Reflexion Filter

“Reflexion Filter X” ist das im Bundle mitgelieferte Modell. Diese Bezeichnung ist nicht unwichtig zu wissen, sind es doch insgesamt vier verschiedene Systeme, die sE Electronics im Angebot hat: den Reflexion Filter Pro (den ersten seiner Art!), den Project Studio Baby Reflexion Filter, den kleinen Instrument Reflexion Filter 2 sowie eben den Reflexion Filter X. Dessen Struktur besteht aus Plastik mit Lamellen, der konstruktive Aufwand scheint insgesamt deutlich geringer zu sein als bei dem teureren Pro (welcher das Unternehmen übrigens weit bekannt gemacht hat). Im Gegensatz zur großen Version wirkt der X-Filter recht einfach, auf der Innenseite ist geformter Schaumstoff zu finden. 

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