Test
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05.02.2018

Praxis

20“ und 22“ Rides: edel und trocken

Beide Rides überraschen mit einem ungewöhnlich kurzen Sustain. Das 20 Zoll Modell öffnet sich dabei ein bisschen mehr, jedoch haben optisch vergleichbare Becken häufig einen wesentlich längeren Nachklang. So erinnert der Klang der Artisan Elite Rides ein wenig an dünne Becken, die zur besseren Kontrolle mit Tape gedämpft worden sind. Die Becken haben jedoch eine klare, holzige Stockdefinition mit einem unterschwelligen Wash, insofern vereinen sie einen klaren Klang mit dem Ausklingverhalten von trockenen, unbehandelten Becken. 

Die recht breite Bell erzeugt einen tiefen, im wahrsten Sinne des Wortes glockigen Klang, der sich homogen in den Klangcharakter einfügt. Anders als klassische, dünne Ride-Becken, die oft auch als Crash eingesetzt werden, wirken die Artisan Elite Rides etwas steif für einen ausgewogenen Crash Sound. Es bleibt abzuwarten, ob das Material an Spannung verliert und einen weicheren Klang und damit auch ein etwas angenehmeres Spielgefühl beim Ancrashen zulässt. Immerhin spielen wir hier nagelneue Becken an, die nicht jahrelanges Spiel auf dem Buckel haben. Grundsätzlich sind die Becken auch eher für leisere Musikrichtungen gemacht. Besonders in akustischen Situationen, bei denen ein langer Nachklang nicht unbedingt erwünscht ist, können diese Rides ein echter Gewinn sein.

14“ und 16“ Hi-Hats: ausgewogen und klar

Die Hi-Hats stehen den beiden Rides in nichts nach und liefern einen ebenso klassischen Sound. Dabei klingt das 14 Zoll Modell recht hoch und setzt sich dadurch sehr klar durch. Das gilt sowohl im direkten Spiel als auch beim getretenen Chick-Sound. Brillante, aber nie unangenehme oder schneidende Obertöne mischen sich mit dem hochwertigen Sound handgehämmerter Becken, die im traditionellen Stil gefertigt sind. Im leicht geöffneten Spiel klingen die Becken komplex und recht hell, aber nicht zu klar. Der zwei Zoll größere Durchmesser des 16 Zoll Modells wirkt sich sehr auf die Tonalität der Becken aus, da diese im Vergleich wesentlich tiefer klingen. Durch die dunklere Charakteristik entsteht ein tiefer und satter Chick-Sound. Im halb geöffneten Zustand erzeugen die Becken einen Wash, der besonders breit und erdig klingt. Die Stockdefinition ist auch bei diesem Modell sehr klar, aber nicht überpräsent. Spielt man die Becken mit dem Schaft des Stocks, offenbart sich ein angenehm mittenbetonter Sound. Gerade bei neuen Modellen hört man hin und wieder einen surrenden Oberton, der oft verschwindet, wenn das Material nach einiger Zeit an Spannung verliert. Dies ist bei beiden Testinstrumenten schon ab Werk nicht der Fall, und sie klingen hervorragend ausgewogen.

In den folgenden Klangbeispielen hört ihr nun alle Becken der Artisan Elite Serie im Zusammenspiel.

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