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14.04.2019

Roland TM-1 Trigger Module Test

Trigger-Modul

Grundausstattung für Hybrid-Drummer

Mit dem TM-1 Trigger Module bietet der Hersteller Roland einen günstigen Einstieg in die Welt des Hybrid-Drummings. Das Modul kommt im Design eines kompakten Bodentreters, verfügt über zwei Kanäle für Trigger oder Drum Pads und ermöglicht den Import eigener Sounds.

Um Kick und Snare bei Live-Shows mit Samples zu unterlegen, ist diese einfache Grundausstattung bereits vollkommen ausreichend. Und auch wenn es darum geht, eigene Samples über Drum Pads anzusteuern, kann das TM-1 eine günstige (und natürlich drastisch funktionsreduzierte) Alternative zu einem Multi Pad wie dem Roland SPD-SX SE darstellen. Im Review finden wir heraus, was die kleine Box drauf hat!

Details

Geschaffen für die Bühne

Dass Roland das TM-1 im Gegensatz zu den größeren Trigger-Modulen TM-2 und TM-6 als Bodentreter konzipiert hat, wirkt auf den ersten Blick ein wenig eigentümlich, ist bei näherer Betrachtung aber ausgesprochen sinnvoll. Wir Trommler legen zwischen zwei Songs nun einmal ungern die Stöcke aus der Hand, um an kleinen Bedienelementen herumzufummeln. Kurz einen Fuß vom Hi-Hat Pedal zu nehmen und tretenderweise durch Sounds zu schalten, kommt dem natürlichen Fluss der Bewegungen am Instrument da wesentlich näher und ist prinzipiell sogar während des Spielens möglich.

Wenn ein Gerät dazu ausgelegt ist, mit Füßen getreten zu werden, dann sollte natürlich auch die Qualität der Verarbeitung stimmen – und diese Erwartung kann das TM-1 problemlos erfüllen. Das petrolblaue Kunststoffgehäuse wird auf der Oberseite und an den Flanken von einer dicken Metallplatte geschützt und bleibt dank seiner Gummifüße auch auf glatten Oberflächen weitgehend rutschfest an seinem Platz. Über zwei robuste Fußtaster navigiert man durch die insgesamt 15 Kits, triggert im Preview-Modus die Sounds der beiden Kanäle oder schaltet das Modul durch gleichzeitiges Drücken von beiden Tastern stumm. Auch die sensibleren Bedienelemente zum Anpassen von Trigger-Sensitivität, Pitch, Decay und Lautstärke der beiden Kanäle erzeugen ein durchaus hochwertiges Bediengefühl und sind zudem durch eine kleine, aber stabile Metallstange vor Ausrutschern geschützt.

Das puristische Digital-Display zeigt standardmäßig die Nummer des aktuell ausgewählten Kits an und sorgt mit seinen rot leuchtenden LEDs für einen Hauch von Retro-Charme. Da hier keine mehrstelligen Zahlen angezeigt werden können, hat Roland sich ganz zweckdienlich dazu entschieden, nach der Ziffer „9“ mit den Buchstaben „a“ bis „f“ weiterzumachen. Hier wurde also wirklich gespart, und das TM-1 zeigt an dieser Stelle ganz offen, dass ihm günstiger Preis und Funktionalität wichtiger sind als ein geglättetes Erscheinungsbild.

Anschlüsse auf der Rückseite

Über die beiden Trigger-Eingänge auf der Rückseite des TM-1 lassen sich zwei Trigger (bzw. Drum Pads) mit jeweils einer Zone anschließen. Wer stattdessen einen Trigger mit zwei Zonen verwenden möchte, um die beiden Kanäle des Moduls beispielsweise über Schläge auf Fell und Spannreifen einer Trommel separat anzusteuern, der kann das mit Hilfe eines Y-Kabels erreichen. Ein solcher dualer Trigger kann auch ohne Y-Kabel verwendet werden, in diesem Fall wird aber natürlich nicht mehr zwischen den beiden Zonen unterschieden.

 

Obwohl das TM-1 zwei Stereo-Ausgänge bietet, werden Sounds und Samples grundsätzlich in Mono ausgespielt. Da das Modul vorrangig für Live-Anwendungen gedacht ist und die wenigsten FOH-Techniker in diesem Kontext Verwendung für echte Stereo-Signale haben werden, ist das meiner Meinung nach auch vollkommen in Ordnung und kein Grund zu ernsthafter Kritik. Für den Kopfhörer-Ausgang bedeutet das, dass über den linken und rechten Kanal immer der gleiche Mono-Mix wiedergegeben wird. Für den eigentlichen Output des Moduls gibt es dagegen zwei Möglichkeiten: Standardmäßig wird nur der linke Kanal für einen Mono-Mix verwendet und der rechte Kanal bleibt stumm. Bei Bedarf ist es allerdings möglich, die beiden Trigger-Kanäle separat und im Sinne von Dual Mono über den rechten und linken Kanal des Ausgangs auszuspielen. Ganz schön schlau!

Über den USB-Port lässt sich das TM-1 mit einem Rechner, Tablet oder Smartphone verbinden, um von dort aus mit der zugehörigen App (erhältlich für Windows, macOS, Android und iOS) Einstellungen vorzunehmen und Samples zu übertragen. Dank MIDI über USB kann das Modul zudem eingehende Trigger-Signale in MIDI-Daten übersetzen.

Stromversorgung über Batterie, Netzteil oder USB

Im Lieferumfang des TM-1 ist neben dem obligatorischen USB-Kabel ein 9-Volt-Block enthalten, der auf der Unterseite des Moduls in ein dafür vorgesehenes Fach eingesetzt wird. Da Roland die maximale Betriebsdauer mit etwa drei Stunden angibt, wird die Unabhängigkeit vom Stromnetz aber nur für eine kurze Freude sorgen. Wer häufiges Wechseln der Batterie vermeiden will, der kann den offiziellen Weg gehen und sich das von Roland empfohlene Netzteil zulegen (Boss PSA 230S). Es ist allerdings auch möglich, die Stromversorgung über den USB-Port laufen zu lassen – und das funktionierte im Test nicht nur wie vorgesehen in Verbindung mit einem Rechner, sondern auch mit einem Smartphone, dem USB-Netzteil eines Smartphones und sogar mit einer Powerbank.

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