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Test
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07.11.2018

Rode M3 Test

Kleinmembran-Kondensatormikro

Stab statt Stäbchen

Das Rode M3 hier im Test ist wirklich preiswert. Ein Kondensator-Mikrofon mit guter Ausstattung für etwa 75 Euro dürfte vielen Tonschaffenden zunächst verdächtig vorkommen. Schließlich gibt es da doch diesen bekannten – und besonders im Mikrofonbereich als sehr wahr geltenden – Satz, nachdem man bekommt, wofür man bezahlt.

Oder anders: Das Rode M3 kann eigentlich nichts sein. Dass man das klobige Teil auch noch mit Batterien betreiben kann, macht die Sache in den Augen der Audiophilen sicherlich nicht besser. Wofür es besonders geeignet sein soll? Für alles von Gesang bis Schlagzeug, im Studio und live und natürlich draußen. Einen Low Cut gibt es ebenso wie ein zweistufiges Pad für besonders laute Quellen. Alles klar. Mit mäßig großen Erwartungen mache ich mich an den Test …

Details

Ein „Stäbchenmikrofon“ ist das Rode M3 nicht wirklich

Beim ersten Auspacken bin ich erstaunt, ich habe nämlich ein typisches Kleinmembran-Mikrofon erwartet, inklusive seiner kompakten Dimensionen. Der halbzöllige Membrandurchmesser rechtfertigt diese Erwartung durchaus. Als kompakt lässt sich das M3 jedoch beim besten Willen nicht bezeichnen, fast alles an ihm wirkt massiv und irgendwie klobig. Knappe 400 Gramm Gewicht, gute 22 Zentimeter Länge sowie 3,3 Zentimeter Dicke sprechen dann auch eine deutliche Sprache, das Testgerät ähnelt dank dieser Werte eher einem Großmembran-Mikrofon herkömmlicher Bauweise. Ein offensichtlicher Grund für die Abmessungen wird offenbar, wenn man den Testerreflexen folgt und das M3 an der deutlich sichtbaren, mittig positionierten Naht aufschraubt. Zum Vorschein kommt ein Fach, welches einen 9V-Block beherbergen kann, sofern man das Mikrofon in Verbindung mit einem Aufnahmegerät ohne Phantomspeisung nutzen möchte.

Aber nicht nur das Einlegen einer Batterie erfordert das Öffnen des Mikros, auch der Schalter zur Aktivierung des zweistufigen Pads (-10 und -20 dB) verbirgt sich im Inneren des M3. Auch auf der Außenseite des Metallgehäuses findet sich ein dreistufiges Bedienelement. Seine Funktionen lauten: Aus, An/kein Low Cut und Low Cut (dieses Hochpassfilter beschneidet das Signal ab 80 Hertz abwärts). Über dem Schalter befindet sich eine rote LED, welche den Nutzer über den Batteriestatus informiert. Die Kapsel des Testobjekts wird von einem stabilen Korb geschützt, welcher – wie das ganze Mikro – aus Metall gefertigt ist. Auf der anderen Seite ist die XLR-Buchse mit vergoldeten Pins angebracht. Optische Eleganz lässt sich dem M3 nicht unterstellen, mechanisch wirkt es jedoch sehr solide. Das gilt übrigens auch für die stabile Kunststoffklemme mit Messinggewindebuchse. Ein Verkleinerungsgewinde, ein Windschutz, eine Kunststofftasche und eine ausführliche Anleitung samt Mikrofonierungstipps ist ebenfalls dabei. Bisher kann also nicht gemeckert werden. 

Das M3 besitzt eine permanent polarisierte Kapsel

Wie oben schon erwähnt liegt der Membrandurchmesser des M3 bei einem (für Kleinmembranmikrofone üblichen) halben Zoll. Wie viele moderne Mikros besitzt es eine sogenannte permanent polarisierte Kapsel. In puncto technischer Daten gibt sich das M3 keine nennenswerten Blößen. Seinen Frequenzgang gibt Rode mit 40 bis 20000 Hertz an, das Datenblatt zeigt eine geglättete Kurve mit einem leichten Anstieg im Air-Bereich bei etwa 12000 Hertz. Das lässt einen frischen, räumlichen Klang ohne Betonungen bestimmter Frequenzbereiche erwarten. 21 dB Ersatzgeräuschpegel (A-gewichtet) sind kein berühmter Wert, hier sollte man aber auch bedenken, dass wir es mit einem wirklich günstigen Mikrofon zu tun haben, das Anwender mit hohen Ansprüchen sicherlich nicht für das Aufnehmen sehr leiser Quellen verwenden werden. Dafür kann das gute Stück mit 142 dB SPL auch als Nahmikrofon an lauten Quellen wie Drums oder Bläsern verwendet werden. Zehn mV/Pa Empfindlichkeit liegen im unteren Bereich für Kondensatormikrofone, hier sollte aber auch wieder der angedachte Einsatzbereich sowie der Preis berücksichtigt werden.

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