Gitarre Hersteller_Red_Panda
Test
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19.07.2019

Praxis

Wie bereits erwähnt, ist das Arbeiten mit dem Pedal alles andere als selbsterklärend. Einfach nur drehen, bis es passt, klappt zwar in gewissen Grenzen, aber wenn man hier nicht nur zu Zufallsergebnissen kommen will, muss man sich intensiv mit dem Gerät befassen. Aber selbst dann sind die Ergebnisse nicht immer im Voraus berechenbar. Um euch einen kleinen Überblick über die Sounds zu geben, bin ich die einzelnen Modes der Reihe nach durchgegangen. Allerdings kann ich hier nur an der klanglichen Oberfläche kratzen, weil das Teil ein wahrer Tausendsassa ist. In den einzelnen Modes ist also noch weitaus mehr Potential vorhanden, als das, was ich euch hier präsentieren kann. Dazu kommen die mannigfachen Kombinationsmöglichkeiten der Modes, die ich völlig außen vorlassen musste, weil es den Rahmen dieses Tests komplett gesprengt hätte.

Wir beginnen die Reise durch die unendlichen Weiten der Klangwelten mit dem Delay& Dens-Mode, mit dem sich unter anderem sehr gute Echos erzeugen lassen. Im zweiten Soundbeispiel gibts dann auch gleich eine kleine Einlage mit der Freeze-Funktion.

Der zweite Modus heißt Delay+LFO. Hier durchläuft das Signal den Verzögerungspuffer, dessen Geschwindigkeit mit dem Parameter-Regler eingestellt wird. Der Delay-Regler bestimmt dabei die Länge des Audiopuffers. Während das Signal in der 12-Uhr-Position des Param-Reglers in normaler Geschwindigkeit abgespielt wird, wird es bei niedrigeren Einstellungen gedehnt und bei höheren Einstellungen komprimiert. Die Soundergebnisse reichen von subtilen Phaseneinstellung bis hin zu sehr interessanten Zeitdehnungseffekten und abgefahrenen Robotersounds.

Der Delay+Rev-Modus bietet nicht nur Rückwärtsdelays, denn mit dem Param-Poti kann man die Wahrscheinlichkeit einstellen, mit der jedes "Grain" vorwärts oder rückwärts abgespielt werden soll. Voll gegen den Uhrzeigersinn geschieht dies rückwärts, in der Maximalposition des Reglers vorwärts und auf 12 Uhr mit einer Wahrscheinlichkeit von 50/50 vorwärts oder rückwärts.

Der nächste Modus heißt Delay+Pitch. Hier wird das verzögerte Signal mithilfe des Param-Reglers mit Zufallswerten versehen, die den Sound nach oben oder unter verschieben. Mit dem Delay-Regler lässt sich die Verzögerungszeit justieren, während man mit dem Chop-Poti die Häufigkeit der Tonhöhenänderung bestimmt.

Kommen wir zum Delay+RND-Modus. Der Delay-Regler stellt die maximale Verzögerungszeit ein, der Param-Knopf bestimmt den Randomisierungsbereich und der Chop-Regler die Verzögerungszeit. Kurze Verzögerungen erzeugen einen chorusartigen Sound, während längere für zufällige Beat-Slicing-Effekte sorgen.

Mit dem Pitch & Detune-Modus bekommt man neben Eventide-ähnlichen Klängen und leichten Verstimmungen auch schmutzige Octaver-Einstellungen im Stil von Royal Blood hin. Der Pitch-Regler verschiebt die Tonhöhe um +/- 1 Oktave, während der Param-Regler die zufällige Verstimmung um die eingestellte Tonhöhe festlegt. Und der Chop-Regler bestimmt die zufällige Verstimmung der einzelnen "Grains".

Der Pitch+LFO-Modus bietet nicht nur abgehackte Tonhöhenverschiebungen, sondern auch gut gelungene Doubling/Flanger-Effekte, für die man vor einigen Jahren noch kühlschrankgroße Racks ins Studio schleppen musste. Der Pitch-Regler steuert hier den Bereich der Tonhöhenverschiebung von einer Oktave nach unten bis zu einer Oktave nach oben. Die Frequenz der Verschiebung wird vom Param-Poti bestimmt. In diesem Modus ist der Chop-Regler dafür zuständig, wie weich oder gestuft der Effekt ausfällt, während der gesamte Effekt mit dem FDBK-Regler geglättet werden kann.

Auch der Pitch+Dens-Modus bietet wieder jede Menge durchgeknallter Soundvariationen. Der Pitch-Regler stellt die Tonhöhenverschiebung um +/- 1 Oktave ein, das Param-Poti regelt die Dichte der Grains. Hier ist absolutes Fingerspitzengefühl angesagt, denn Chop und Param interagieren miteinander und bei höheren Einstellungen überlappen sich dann auch noch mehrere der Grains.

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