Test
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23.08.2017

QSC TouchMix-30 Pro Test

Digitales Mischpult und Mehrkanal-Rekorder

Digitale Rundumversorgung

Nach TouchMix-8 und TouchMix-16 präsentiert QSC mit dem TouchMix-Pro 30 das größte Digitalpult der Baureihe. Auf der Breite eines 19-Zoll-Gehäuses sind alle Editiermöglichkeiten für 32 Eingangskanäle und 14 Aux-Ausgänge untergebracht, ein 10-Zoll-Touchscreen inklusive. Die technische Ausrüstung ist so vielseitig, dass man auf zusätzliches Outboard-Equipment getrost verzichten kann. Die einfache Bedienstruktur und das geringe Gewicht tragen außerdem zur Attraktivität des Mischpults bei. Wir machen den Praxischeck.

Details

Auf der Oberfläche sind sämtliche Bedienelemente untergebracht. 24 Gain-Regler sitzen zweireihig im oberen Drittel. Ganz rechts wurden eine Kopfhörer-Klinkenbuchse und darunter eine Stereo-Miniklinke für die Eingänge 29 und 30 verbaut. Darunter logiert links ein 10-Zoll-Touchscreen, rechts daneben sorgen fünf beleuchtete Taster für die Orientierung in den Menüs.

Es folgt ein teils frei belegbares Bedienfeld aus neun runden und ebenso vielen rechteckigen beleuchteten Tastern. Ausgewählte Parameter lassen sich mit einem Endlos-Encoder in 1-dB- oder 0,5-dB-Schritten variieren oder direkt auf dem Display mit dem Finger editieren. Man berührt einen Kenngröße, die nun eine blaue Markierung erhält und dann „per Touch“, die Anzeige reagiert unverzüglich, justiert wird.

Auf der Rückseite treffen wir zahlreiche Schnittstellen zur Außenwelt an. Die oberen zwei Reihen mit je zwölf XLR-Buchsen dienen als Eingänge, die Inputs 21 – 24 sind als XLR/Klinken-Combobuchsen ausgeführt. Darunter folgen 14 Aux-Wege, der Stereo-Masterweg sowie zwei Monitorausgänge. Weiterhin gibt es drei Stereo-Ins als symmetrisches Klinkenpärchen (Inputs 25 - 30), drei Kopfhörer/Monitorausgänge für Cue sowie Aux 11/12 und 13/4 komplettieren nebst einem Talkback-In (XLR) die analogen Anschlüsse.

Zwei USB-3.0-Ports verbinden ein WLAN-Modul und ein Speichermedium zum Aufzeichnen der Audiosignale auf 32 Spuren. Auch ein USB-MIDI-Fußschalter kann hier angedockt werden, um beispielsweise das Umschalten zwischen den Menüs zu vereinfachen. Der USB-Typ-B-Port verbindet das Pult mit einer DAW. Eine RJ45-Buchse erlaubt die Verbindung zu einem Netzwerk. Dabei lässt sich diese über eine manuelle IP-Vergabe oder per DHCP herstellen. Links unten sitzt die Kaltgerätebuchse, QSC liefert dafür ein Kabel mit sicherer Verriegelung.

Das Pultgehäuse ist mit Ausnahme der Kunststoff-Seitenteile aus gestrahltem Aluminium gefertigt. Vier große Gummifüße sorgen für sicheren Stand. Über ein Lochblech auf der Unterseite saugt das Pult kühle Luft an und führt sie über das hintere Lochblech wieder ab. Zum Lieferumfang gehört eine deutschsprachige Kurzanleitung. Beim Hersteller kann man sich eine ausführlichere Version als PDF herunterladen.

Software

Die Editiermöglichkeiten des TouchMix-30 Pro ließen sich problemlos in Romanlänge beschreiben, wir streifen hier nur die wichtigsten Dinge. Der oberste Taster rechts neben dem Display ist der Home-Button. Aktiviert man ihn, gelangt man auf eine Mixing-Page mit den ersten acht Eingangskanälen und dem Masterfader.

In der oberen Reihe des Menüs sind kleine Felder platziert, über welche die Kanalfader in Achtergruppen aufgerufen werden können. Nach den Kanalanzeigen folgt eine Seite mit den Stereo-Eingängen, den sechs Effekt-Sends und den Aux-Wegen (1 - 8 und 9 - 14). Schließlich folgt das Feld für die acht Subgruppen und ebenso viele DCAs. Die einzelnen Seiten besitzen einen vergleichbaren Aufbau, was schnelles Navigieren erleichtert.

Input-Channel

In einem Eingangskanal steht oben als erstes der Instrumentenname. Bewegt man den Kanalfader, wird hier nummerisch die Fader-Stellung angezeigt. Darunter sitzt ein Cue-Schalter, mit dem per Kopfhörer der Eingangspegel vorgehört werden kann. Eine horizontale Anzeige mit grünem Punkt zeigt die Panoramastellung. Links davon signalisieren vier LEDs, ob Pegel vom USB-Medium anliegt, Kompressor beziehungsweise Gate benutzt werden und die Phantomspeisung aktiv ist. Die Aussteuerungsanzeige ist großzügig dimensioniert.

Jeder Eingang verfügt über eine parametrische Klangreglung mit vier Wegen, die alle im Bereich von 20 - 20000 Hz arbeiten. Eine umfangreiche Preset-Bibliothek erleichtert die Arbeit. Ebenso gibt es pro Input ein Noisegate und einen Kompressor mit De-Esser-Funktion. Ebenfalls pro Kanal vorhanden ist ein Delay, dessen Verzögerung in Millisekunden oder Metern/Feet angezeigt wird. Die Verzögerungszeit reicht von 1 - 100 Millisekunden.

Auf der Setup-Seite kann man außerdem das Eingangssignal acht Subgruppen, acht DCAs und acht Mute-Gruppen zuordnen. Zusätzlich gibt es auf der digitalen Ebene einen Gain-Regler pro Eingang. Die Phantomspeisung kann ebenfalls separat geschaltet werden.

Pro Eingangskanal existieren sechs Effektwege, die pre oder post geschaltet werden können. Das TouchMix-30 Pro besitzt sechs Multi-Effektprozessoren, die als Lush Reverb, Dense Reverb, Chorus, Mono Delay, Stereo Delay und Pitch Shift konfiguriert werden können. Sie bieten die bekannten Parameter, bei den Reverbs lassen sich beispielsweise verschiedene Raumgrößen und Hallarten definieren. Auch eine eigene Namensgebung ist möglich. Sie werden beim Speichern der Pult-Einstellungen mit der neuen Bezeichnung intern oder auf einem USB-Stick abgelegt.

Die Effektsummen besitzen außerdem eine Zweiwege-Klangreglung; das Summensignal lässt sich in die 14 Aux-Wege einspeisen. In den Effektgeräten sind alle wichtigen Attribute editierbar, die Effektsummen haben Zugriff auf die acht DCAs und die acht Mute-Gruppen. Auch für die Line-Wege stehen alle Parameter uneingeschränkt zur Verfügung.

Fürs Monitoring gibt es üppige 14 Aux-Wege. Deren Summen besitzen jeweils einen sechsfachen parametrischen EQ mit separatem Low- und High-Cut. Außerdem stehen für jede Summe zwölf steilbandige Notchfilter und ein 28-facher GEQ mit Realtime-Analyzer zur Verfügung. Obendrein lässt sich ein Summenkompressor an jedem Ausgang aktivieren, bei dem Attack-, Threshold, Release- und Ratio-Parameter stufenlos eingestellt werden dürfen. Am Ausgang gibt es zudem ein Delay (1 - 100 Millisekunden). Auch acht DCAs und acht Mute-Gruppen können den Summen zugeordnet werden.

Neu in der TouchMix-Serie ist eine Patch-Matrix für die Zuordnung der 32 Eingangskanäle. Änderungen in diesem Feld werden wie alle anderen Parameter im Pult in einem Szenenspeicher intern oder extern abgelegt.

Über die Record- und Playback-Page lassen sich die Eingangskanäle individuell auf 32 Spuren pre- oder post-fader aufzeichnen. Bei der Wiedergabe liegen die Audiosignale an den ursprünglichen Eingangswegen, sodass auch ein sogenannter virtueller Soundcheck möglich ist. Das TouchMix-Pro 30 erlaubt eine Fernbedienung sämtlicher Parameter mittels iOS- und Android-Gerät über WLAN. Das Mischpult kann dabei ein eigenes Netzwerk erstellen oder sich in ein vorhandenes einbinden. Die Software hierfür ist kostenlos verfügbar.

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