Gitarre Hersteller_PRS
Test
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20.01.2016

PRS S2 Standard 24 Satin Test

E-Gitarre

Edler Tiefstapler

Die PRS S2 Standard 24 Satin ist die neue Version der beliebten S2 Gitarre in der 2016er Line des amerikanischen Herstellers. Auch dieses Instrument im Satin-Finish mit zwei splitbaren Humbuckern und einer PRS Tremolo Bridge wird in den USA hergestellt. Die offensichtliche Besonderheit unserer Testkandidatin ist ihre Behandlung mit mattem Acryllack, der dünn aufgetragen wird, was sich zum einen in der Optik bemerkbar macht, denn man sieht und fühlt die leichten Unebenheiten im Holz, aber laut PRS auch den Klang beeinflusst.

Wie es heißt, bleibt dem Holz mehr Freiheit zu schwingen und der Hersteller spricht von langem Sustain und einem Ton, der die Charakteristik des Mahagoni-Korpus auch über Amp und Pedalboard transportiert. Ob sich diese Behauptung auch in der Praxis niederschlägt und was die preiswerte PRS sonst noch anzubieten hat, wird unser Test ans Licht bringen.

Details

Korpus

Die neuen S2 Satin Modelle kommen in drei Gruppen, nämlich als Singlecut, Standard 22 und Standard 24. Die Testgitarre, eine Standard 24, trägt die Bezeichnung Standard, weil sie das typische PRS Doublecut Shaping hat, das wir seit 1987 von Paul Reed Smith Gitarren kennen. Der Korpus ist bei der S2 Standard Satin wie gewohnt aus Mahagoni gefertigt und unser Modell ist in Vintage Cherry lackiert, einem dunklen Rot. Alternativ dazu ist sie auch in Charcoal, Vintage Mahogany oder McCarty Tobacco Burst erhältlich. Die elektronischen Bauteile beschränken sich auf zwei Humbucker-Pickups, zwei Regler und einen Blade Switch und sind auf einem dreilagigen schwarzen Kunststoff-Schlagbrett montiert.

PRS hat dem Instrument ein Tremolo mit steckbarem Hebel spendiert. Der Block ist mit vier Federn befestigt und die Saiten werden auf der Rückseite eingefädelt und laufen von dort über einzeln verstellbaren Saitenreiter. Die Brücke selbst ist mit sechs Schrauben am Korpus befestigt und liegt parallel zur Korpusoberfläche. Die Saitenreiter sind leicht abschüssig und bieten somit eine gute Auflagefläche für die rechte Hand. Das Tremolo ist schwebend eingestellt, es kann nach oben und unten "tremoliert" werden.

Pickups

Die S2 Standard 24 Satin ist mit einem PRS S2 Vintage Bass am Hals und einem PRS S2 HFS Treble in der Stegposition bestückt. Die beiden Humbucker sind splitbar, dies geschieht, wenn das Tone-Poti herausgezogen wird. Neben dem Master Tone verfügen wir selbstverständlich auch noch über einen Volume-Regler, und geschaltet werden die Pickups über einen Dreiweg Blade Switch, der mir persönlich etwas viel Spiel in den einzelnen Positionen hat. Wie sich das im Laufe der Zeit bei harter Beanspruchung auswirkt, kann ich natürlich nicht vorhersehen, aber irgendwie wirkt der Schalter etwas wacklig im Vergleich zum Rest der Hardware, die sich auf gewohnt hohem Niveau befindet. Die drei Standardkombinationen Hals-Pickup einzeln, beide gemeinsam und Steg-Pickup einzeln sind damit abrufbar.

Hals

Der eingeleimte Hals ist wie der Korpus aus Mahagoni gefertigt und mit einem Palisandergriffbrett mit 24 Medium-Bünden bestückt. Zur besseren Lokalisierung der Position finden wir Punktmarkierungen auf dem Griffbrett und an der Halskante. Der Hals mit dem Pattern Regular Profil liegt gut in der Hand, fühlt sich natürlich an und ist durch die dünne Lackierung sehr griffig. Mir persönlich gefällt das sehr gut, besonders bei schnellen Lagenwechseln bremst es hier weniger als bei einem stark lackierten Halsrücken. Die werkseitige Voreinstellung von Halsneigung und Saitenlage ist picobello, auch die Bünde sind sorgfältig poliert, Bendings und Vibratos laufen wie geschmiert. Letzteres gilt auch für den Sattel, denn hier hat Paul Reed Smith wieder sein Eigengebräu aus diversen Materialien verbaut, bei dem durch einen gewissen Grafitanteil für die Schmierung gesorgt ist und die Saiten auch bei heftigen Bendings und Tremolo-Aktionen nicht hängenbleiben - die Kerben sind außerdem optimal in Höhe und Breite ausgefeilt.

Zur Stimmstabilität tragen auch die PRS Locking Mechaniken bei, die an beiden Seiten der Kopfplatte angebracht sind und ihre Arbeit ohne Beanstandung verrichten. Am Übergang Kopfplatte-Hals finden wir außerdem die Abdeckplatte, die den Zugang zum Halsstellstab schützt. Allerdings musste diese noch nicht bewegt werden - unser Testmodell ist vorbildlich eingestellt!

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